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Kohleausstieg beschlossen - Kampf fürs Klima geht weiter

  • © Jörg Farys / WWF

    Das Kohlekommissions-Ergebnis ist da. Der klimapolitische Stillstand in Deutschland ist endlich beendet. Das wäre ohne euch, den Einsatz der zigtausend Menschen, die sich in den letzten Monaten für den Klimaschutz engagiert haben, nicht möglich gewesen. Das von der Kommission vorgelegte Enddatum 2038 ist jedoch viel zu spät und die Stilllegungen der nächsten Jahre zu wenig, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Wir werden weiter dafür kämpfen müssen, dass Deutschland seinen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen erfüllt.

    Dass die Kommission am Samstag endlich zu einem Ergebnis gekommen ist, ist dennoch gut. Die Bundesregierung hat ihre Verantwortung lange von sich geschoben – mit dem Abschluss der Kohlekommission liegt der Ball nun wieder in ihrem Feld. Der von der Kohlekommission vorgeschlagene Ausstiegspfad reicht nicht aus, um das 40-Prozent-Klimaziel, das sich die Bundesregierung für 2020 gesetzt hat, zu erreichen und erst recht nicht, um einen angemessenen Beitrag Deutschlands zur Begrenzung der Erderhitzung zu leisten. Wenn die Bundesregierung hier also nicht nachbessert, müssen die Treibhausgas-Emissionen aus Verkehr, Industrie, Gebäuden und Landwirtschaft auch kurzfristig deutlich stärker verringert werden. Mittelfristig bis 2030 muss die Bundesregierung mit dem Klimaschutzgesetz auch für diese Sektoren konkrete und ambitioniertere gesetzliche Maßnahmen festschreiben.

    Viele Fragen hat die Kohlekommission offen gelassen. Für die Lausitz ist klar, dass sie massive Strukturhilfen erhält, unklar bleibt, wann genau dort die ersten Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. 2025 könnte für das große Braunkohlekraftwerk Jänschwalde Schluss sein, deutet der Kommissionsbericht an. Wir müssen alles dafür tun, dass es auch so kommt – für den Klimaschutz und für den Erhalt für vom Tagebau betroffene Dörfer wie Proschim und Pödelwitz.

    Wir dürfen bei unserer Enttäuschung über das Kommissionsergebnis aber auch nicht vergessen: Vor wenigen Jahren galt der Kohleausstieg noch als Spinnerei der Umweltschützer. Noch 2008 war der Bau von etwa 40 (!) neuen Kohlekraftwerken geplant. Die Kohlekommission hat sich am Samstag darauf geeinigt, dass keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden. Dass das Steinkohlekraftwerk Datteln in Nordrhein-Westfalen nicht ans Netz gehen wird. Dass der Hambacher Wald erhalten werden soll. Das sind wichtige Teilerfolge.

    Zigtausende haben in den letzten Monaten in Deutschland für den Klimaschutz gekämpft. Um die Erderhitzung auf 1,5° Celsius zu begrenzen, muss der Kampf fürs Klima jetzt weitergehen. Dazu hat die Klima-Aktivistin Greta Thunberg auch die Machthaber der Welt beim Weltwirtschaftsforum in Davos aufgefordert. "Ich will, dass ihr handelt. Dass ihr so handelt, wie ihr in einer Krise handeln würdet. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen, denn das tut es."

    Wir werden weiter kämpfen und Gretas Botschaft in die Welt tragen.

Kommentare

4 Kommentare
  • lenalotta
    lenalotta Und dieser Kampf geht gleich diesen Freitag in die nächste Runde,denn #fridaysforfuture wird immer stärker! In Berlin treffen wir uns um 12 Uhr vor dem BMWi. Finde heraus, wo ihr euch in deiner Stadt trefft: https://www.facebook.com/pg/fridaysforfuture.de/events/
    29. Jan. - 3 gefällt das
  • TrafalgarLaw03
    TrafalgarLaw03 Ich finde es echt peinlich, dass Sachsen und die anderen paar Bundesländer dafür gesorgt haben, dass der Kohleausstieg vorerst auf 2038 gelegt wurde... weil ja dann die schönen Arbeitsplätze fehlen - wenn wir nicht mal etwas anziehen werden in...  mehr
    31. Jan.
  • TobiS
    TobiS Ja, man kann über das Ergebnis der Kohlekommission enttäuscht sein, weil es wahrscheinlich nicht genug ist, um den Temperaturanstieg auf 2 oder sogar 1,5 °C zu begrenzen. Trotzdem finde ich, dass wir uns über das Ergebnis auch freuen können, da es...  mehr
    1. Feb.
  • SteffiFr
    SteffiFr ich finde auch, dass ds Ergebnis besser sein sollte und ein schnellerer Kohleausstieg und mehr Klimaschutz nötig wäre. Gleichzeitig finde ich aber auch gut, dass sie sich zumindest zu diesen Zielen durchgerungen haben und sehe es als einen Anfang, der...  mehr