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Tipp der Woche! - Wie umgehen mit Verpackungsmüll?

  • Deutschland gibt sich gerne als Recycling-Weltmeister - während unser Müllberg immer weiter wächst. Tatsächlich aber machen wir durchaus Fehler bei der Mülltrennung. Mit ein paar einfachen Veränderungen kann jeder das Recycling besser machen - hier kommen vier Tipps für den richtigen Umgang mit Verpackungsmüll.

    In Deutschland entstehen jedes Jahr rund 50 Mio. Tonnen Siedlungs- und Haushaltsabfälle. Das ist mehr als eine halbe Tonne pro Bürger! Vor allem unser Ausstoß an Verpackungsabfällen steigt an - und das hat mit unserem Lebensstil zu tun: mehr Single-Haushalte, mehr Coffee-to-go-Becher, mehr Fast Food. Die Hauptursache ist aber das Wirtschaftswachstum: die Deutschen konsumieren immer mehr und bestellen immer mehr Produkte (die extra verpackt werden müssen) online. Gleichzeitig produziert Deutschland immer mehr, und die Industrie setzt dabei immer mehr Kunststoffe und Verpackungsplastik ein. Bescheuerte Ideen, wie in Plastik verpackte "Snack-Äpfel", setzen unserem gigantischen Abfallberg noch eine hässliche Krone auf.

    Deshalb ist bei allen hilfreichen Recycling-Tipps diese Maßnahme die stärkste und wichtigste:

    1. Vermeiden! Nimm für deine Einkäufe deinen Rucksack oder eine eigene Tasche, statt zur Plastiktüte zu greifen. Meide Produkte mit aufwändiger Verpackung. Stelle Dinge einfach selbst her und mach dir zum Beispiel ein eigenes natürliches Deo. Bevorzuge Mehrwegflaschen und Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Schau mal bei einem Unverpackt-Laden vorbei und fülle Einkäufe in eigene Gläser und Dosen ab. Teile Gegenstände mit Freunden - nicht jeder muss alles selbst besitzen.

    © Photodisc

    Doch ganz ohne Müll geht es wohl nicht - und zum Glück werden in Deutschland mittlerweile rund die Hälfte aller weggeworfenen Verpackungen nicht mehr verbrannt, sondern recycelt. Das Zeug landet somit nicht im Meer, stattdessen steht es als neue Ressource zur Verfügung und kann zum Beispiel in Blumentöpfe, Parkbänke, Rohre oder Fensterbänke umgewandelt werden. Bei 100 Kilogramm Kunststoffen lassen sich so 40 Kilogramm CO2 einsparen. Doch dafür müssen die Kunststoffe möglichst sortenrein sein, um von den Sortier- und Recyclingmaschinen gut weiterverarbeitet werden zu können. So kannst du das unterstützen:

    2. Deckel abmachen. Bei Quark oder Joghurtbechern sind Becher und Deckel zwei unterschiedliche Abfälle, die die Sortiermaschienen nicht gut voneinander trennen können. Ziehe deshalb den Aludeckel komplett ab. Manche Bio-Milchprodukte haben außerdem eine ablösbare Papphülle, um weniger Plastik einsetzen zu müssen, die ins Altpapier wandern soll. Auch bei Gläsern und Flaschen sollen Verschlüsse laut Umweltbundesamt extra entsorgt werden: Glas ins Altglas, Deckel in den Verpackungsmüll, also etwa die gelbe Tonne oder den gelben Sack.

    3. Platz sparen, aber nicht stapeln. Wer leere Becher für Joghurt o.ä. ineinander stapelt, tut der Sortieranlage keinen Gefallen. Becher sollten nicht fest ineinanderstecken, denn die Verpackungen müssen getrennt die Sortieranlage für Wertstoffe durchlaufen können. Was du aber wiederum tun kannst, um Platz zu sparen: einzelne Verpackungen falten bzw. zerdrücken. Das bietet sich v.a. für leere Tetra-Paks (Milch, Saft etc.) an, denn die leeren Packungen verbrauchen viel Platz. So sparst Du Mülltüten - und wiederum Plastik.

    4. Müll säubern, aber nicht ausspülen. Joghurtbecher, Konservendosen o.ä. müssen nicht klinisch rein sein, gut ausgelöffelt reicht. In der Sortieranlage werden die Wertstoffe ohnehin nochmal gewaschen. Wer also jeden Becher aufwändig ausspült, verbraucht unnötig Wasser und Zeit. Grobe Verschmutzungen oder gar große Mengen Lebensmittelreste gehören jedoch nicht in die Gelbe Tonne. Lieber gut aufessen. ;)

    Pizzakartons sind übrigens ein Problem für die Altpapieraufbereitung, da auch hier Öl und Essensreste den Recylingprozess erschweren - sie gehören daher in den Restmüll. So gibt es auch für Altpapier, Altglas, Restmüll, Biomüll und Sondermüll noch ein paar Dinge zu beachten, die wir euch demnächst beim Tipp der Woche vorstellen werden.

    Eine gute Übersicht bietet auch die Verbraucherzentrale

Kommentare

11 Kommentare
  • SteffiFr
    SteffiFr ich stocke gerade bei den Gläsern: früher habe ich sie auch immer getrennt entsorgt, und nur das Glas in den Altglascontainer gebracht. Aber bei uns steht an jeden Container dran: Gläser MIT Verschluss einwerfen - so habe ich es dann irgendwann wieder umg...  mehr
  • SteffiFr
    SteffiFr zum Ausspülen evtl. noch eine Ergänzung: wenn ich mal einen Becher/Konserve o.ä. habe, kommt sie am Ende vom normalen Geschirr spülen in Spülwasser und ich spüle sie dort aus. So verbraucht es kein zusätzliches Wasser, und wird sauber (ich lebe plastikred...  mehr
  • Marcel
    Marcel @Steffi: Ja, da gibt es regionale Unterschiede. Wenn es so an euren Containern dran steht, ist es auf jeden Fall richtig und sinnvoll, da so zu machen. Es entstehen aber soweit ich weiß keine Probleme, wenn man Gläser ohne Deckel einwirft. Super, dass du ...  mehr
  • TobiS
    TobiS Auf einem Vortrag bei der COY hieß es, dass es sogar sinnvoll sei, den Deckel beim Glas drauf zu lassen. Die könnten in der Sortieranlage problemlos aussortiert werden (magnetisch). Mit dem Glas würde der Verwerter kein Geld verdienen, mit dem aussortiert...  mehr