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Eisbären - Einzelgänger in der Not

  • Mit einer Schulterhöhe von 1,6 Meter und einem Gewicht bis zu einer halben Tonnen sind Eisbären nach den Kodiak-Bären die größten fleischfressenden Landsäugetiere. Sie sind jeden Tag auf Streifzug, bis zu 80 Kilometer am Tag. Oft lassen sie sich auf Eisschollen weit über das Meer treiben und schwimmen dann zurück. Eisbären leben meist am Rand des Eises. Sie wandern daher im Winter nach Süden und im Sommer nach Norden.

    Eisbären sind perfekt an das Leben in der Arktis angepasst. So sind etwa die Fußsohlen dicht behaart, um gegen Kälte zu schützen und ein Rutschen auf dem glatten Eis zu vermeiden.

    Das Fell der Eisbären ist nicht nur eine ideale Tarnung im Eis, es ist auch extrem dicht. Darunter liegt noch eine bis zu zehn Zentimeter dicke Speckschicht - so ist der Eisbär gut geschützt gegen die extreme Kälte von im Winter durchschnittlich 30 Grad minus.

    Der Eisbär frisst vor allem Robben, Fische und Seevögel. Nur im arktischen Sommer fressen Eisbären vereinzelt auch Pflanzen. Die Robbenjagd haben Eisbären perfektioniert. Sie warten an Eislöchern oder jagen sie aktiv im Wasser. In einem Jahr erlegt ein Eisbär durchschnittlich 60 bis 80 Robben.

    Eisbären sind außer zur Paarungszeit Einzelgänger. Die Eisbärbabys werden im Winter in einer Schneehöhle geboren. Meist sind es zwei Neugeborene in einem Wurf. Sie besitzen nicht einmal 30 cm Körperlänge und sind noch blind und taub. Die ersten beiden Lebensjahre verbringen sie bei der Mutter.

    Von Menschen hält sich der Eisbär meist fern, jedoch treiben ihn Neugierde oder Hunger immer wieder in die Nähe menschlicher Siedlungen.

    Weltweit leben 20.000 bis 25.000 Eisbären - vor allem am Treibeis des Nordpolarmeeres. Mitte des letzten Jahrhunderts waren sie durch die Jagd fast ausgerottet. Die Bedrohung durch den Klimawandel ist aber noch gravierender: Durch das Abschmelzen des Eises wird ihr Lebensraum immer kleiner. Die Weltnaturschutzunion IUCN befürchtet, dass der Bestand in den nächsten Jahrzehnten um bis zu zwei Dritteln schrumpfen wird. Seit 2006 wird der Eisbär deshalb in der Kategorie "gefährdet" auf der Roten Liste der IUCN geführt.

    Der Klimawandel verändert den Lebensraum des Eisbären bereits heute gravierend. "Der Eisbär braucht unsere Hilfe. Und er braucht sie jetzt. Den Tieren schmilzt buchstäblich der Boden unter den Füßen weg", warnt Wildbiologe Janosch Arnold vom WWF Deutschland.

     

    Fotos: © Jon Aars / Norwegian Polar Institute / WWF-Canon; © Staffan Widstrand / WWF; © naturepl.com / Suzi Eszterhas / WWF-Canon; © Steve Morello / WWF-Canon; © Angela Plumb / WWF; © Staffan Widstrand / WWF; © 2010 Florian Schulz / WWF-US; © Staffan Widstrand / WWF

Kommentare

9 Kommentare
  • Jayfeather
    Jayfeather Es muss schrecklich sein, wenn der Bode unter deinen Füßen mit der Zeit einfach verschwindet...
    es ist echt faszinierend, wie gut die eisbären (und auch ale anderen Tiere) an ihren Lebensraum angepasst sind. Man kann sich kaum vorstellen,...  mehr
    5. Dezember 2013
  • Pandafreundin
    Pandafreundin Wir sollten alle zusammen etwas unternehmen - jeder Einzelne sollte darüber in Kenntnis gesetzt werden und dann etwas tun!
    Ist das so schwer mal auf das Auto zu verzichten? Ich frag mich wie verwöhnt der Mensch noch werden soll...
    5. Dezember 2013
  • vince
    vince Ja, der Klimawandel ist und bleibt ein großes Problem. Wenn Eisbären auf solchen Eisschollen im Meer schwimmen, also um sie herum ausschließlich Meer, dann sind das echt traurige Bilder. Wenn jeder ein besseres Bewusstsein hätte,...  mehr
    5. Dezember 2013
  • Niiura
    Niiura Sehr interessanter Bericht mit leider traurigen Fakten.
    Die Bilder sinda auch echt toll, vor allem das zweite find ich knuffig
    7. Dezember 2013