Berichte

Traumland Kanada - Teil 2

  • Die Hälfte meines Aufenthaltes in meinem Traumland Kanada ist schon vorbei! Die ersten fünf Monate gingen rückblickend sehr schnell vorbei. Ich habe aber unheimlich viel erlebt und sehr viele (gute!) Erfahrungen gemacht. Insbesondere in den vergangenen zwei Monaten, denn die habe ich mit Reisen verbracht.

     

    Toronto, Niagarafälle und Orangeville
    Ganz auf mich allein gestellt habe ich mich im Oktober nach Toronto aufgemacht. Der Weg dorthin war ein Höllentrip, aber er hat sich definitiv gelohnt. Vom kleinen Quesnel in der Mitte von British Columbia bin ich zunächst zum etwas größeren Prince George gebracht worden. Von dort aus bin ich mit dem Greyhound-Fernbus (Transportmittel Nummer 1 für Work und Traveller) nach Edmonton gefahren. In Edmonton musste ich dann mit zwei Stadtbussen von der Greyhoundstation in der Innenstadt zum weiter außerhalb gelegenen Flughafen. Auf dem Flug Richtung Osten hatte ich einen wunderschönen Blick auf den sich orangerot verfärbenden Himmel.


    Als ich in Toronto gelandet war, war der Weg natürlich noch nicht zuende. Ich bin mit dem Zug vom Flughafen in die Innenstadt gefahren und musste dann nochmal zwanzig Minuten zum Hostel laufen. Gegen Mitternacht kam ich dort an, für den ganzen Weg von Quesnel bis zum Hostel habe ich ungefähr 30 Stunden gebraucht (mit vieeeel Wartezeit zwischendrin).

    In Toronto habe ich zwei Wochen verbracht und musste feststellen, dass die größte Stadt Kanadas deutlich mehr den europäischen (und vermutlich auch us-amerikanischen) Großstädten ähnelt. Von der Natur sieht man zwischen den ganzen Hochhäusern nicht mehr besonders viel und diese Art Kleinstadt-Charme, die Vancouver in manchen Stadtteilen ausstrahlt, hat Toronto nicht.
    Ich war auf dem berühmten CN-Tower; deutlich besser hat mir aber das Casa Loma gefallen, ein Schloss, das von außen so alt aussieht wie europäische Schlösser, innen aber mit der Technik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts ausgestattet ist.
    Großartig fand ich außerdem auch das Science Center. Dort habe ich viel Neues aus dem Bereich der Naturwissenschaften gelernt, vermittelt durch Experimente zum selber ausprobieren.
    An den letzten zwei Tagen habe ich mich in Toronto mit einer deutschen Freundin getroffen und wir sind zusammen zu den Niagarafällen gefahren. Über die Niagarafälle kann ich nur berichten, was viele andere vor mir schon gesagt haben: die Wasserfälle selber sind beeindruckend, aber sie sind eben nicht von Wildnis und Natur umgeben, sondern vom ziemlich hässlichen Ort Niagara Falls mit all seinen Kasinos und Hotels.
    Danach habe ich mit meiner Freundin zwei Tage im kleinen Ort Orangeville nahe Toronto verbracht, was ziemlich cool war, da ihre Gastfamilie in einer umgebauten, alten Kirche wohnt.

    Squamish, nicht Whistler, Vancouver
    Von Toronto aus bin ich nach Vancouver geflogen und dort von Bekannten abgeholt worden, bei denen ich dann eine Woche in der Stadt Squamish als Gast verbracht habe. Mein ursprünglicher Plan war es, von dort aus dann nach Whistler zu fahren und den Winter dort im Skiresort zu arbeiten. Da ich aber dort keine Arbeit gefunden habe und ich eh (noch) kein Ski fahren kann, habe ich mich umentschieden und bin stattdessen ohne einen großen Plan erstmal für drei Nächte in Vancouver geblieben. Dort habe ich dann die Bestätigung einer Bewerbung bei einem Hostel in Victoria bekommen und habe mich mit der Fähre auf nach Vancouver Island gemacht.

    Victoria und Nanaimo
    In dem Hostel in Victoria habe ich letztendlich einen Monat gelebt und gearbeitet. Abgesehen von den vielen Obdachlosen, die sich im Winter in die wärmste Stadt Kanadas zurückziehen, hat mir Victoria als Stadt super gefallen. Der Blick vom südlichen Ende Vancouver Islands auf das Meer und die Olympic Mountains der USA ist atemberaubend. Und ich habe sogar einige Robben im Wasser gesehen.


    Im Hostel habe ich mich mit einer Südkoreanerin angefreundet und wir sind zusammen im Regenwald (jaa, in Kanada gibt es Regenwald) wandern gegangen. Dieser Wald, der sich nur an der Westküste finden lässt, ist definitiv der schönste Wald, den ich bisher in Kanada gesehen habe. Alles ist mit Moss überwachsen, man hört etwas im Unterholz rascheln und blickt fasziniert zu den riesigen Bäumen empor.


    Nach dem Monat in Victoria habe ich noch drei Tage in Nanaimo (auch auf Vanouver Island) verbracht und bin dann von Vancouver aus zurück nach Quesnel gefahren.

    Der Anfang des kanadischen Winters
    Im Gegensatz zu Deutschland ist es hier in Quesnel aktuell um die -10 Grad Celsius kalt und es liegt genug Schnee zum Skifahren (was ich am letzten Samstag zum ersten Mal in meinem Leben gemacht habe) und Eislaufen auf zugefrorenen Seen. Der Winter ist allerdings auch hier ungewöhnlich spät und mild hereingebrochen. Woran das liegt weiß keiner so genau. El Nino? Globale Erwärmung? Vermutlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

    Ich freue mich jetzt auf eine weiße Weihnacht und die zweite Hälfte meines Aufenthaltes im wunderschönen Kanada und wünsche euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!

    P.S.: Falls ihr noch Fragen zu Work und Travel in Kanada oder meinen Erlebnissen habt, schreibt mir einfach.

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