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Tiere im Winter - Eine Fotostrecke

  • Winter bedeutet meistens auch Schnee! Wenn auch gerade nicht bei uns, so doch in anderen Regionen der Welt. Wie sich Panda, Luchs & Co. an den Winter anpassen, seht ihr hier in unserer Fotostrecke!

    Der Große Panda lebt in Bergen der chinesischen Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi, in Höhen von 2700 bis 4000 Metern – im Sommer. Im Winter findet man sie so weit oben nicht. Im Gegensatz zu anderen Bärenarten machen die Großen Pandas keinen Winterschlaf. Wenn es empfindlich kalt wird, machen sich die Pandas auf den Weg. Der Panda ist mit seinem dicken Fell eigentlich gut gewärmt und mit dem schwarzweißen Fell im Schnee auch gut getarnt. Aber die Pandas mögen die Kälte nicht wirklich. Sie wandern im Winter in tiefer gelegene, weniger kalte Gebiete ab, meist auf etwa 800 Meter Höhe.

    Sie werden oft als Einhörner des Meeres bezeichnet – was naheliegt, aber natürlich blöd ist. Denn Narwale gibt es tatsächlich, ihr Horn ist eigentlich ein Zahn und es gibt sogar Exemplare mit zwei Hörnern. Narwale leben in den arktischen Gewässern von Kanada, Grönland, Russland und Norwegen. Sie wandern nicht wie andere Walarten und bleiben in den kalten Heimatmeeren, stets in der Nähe des Eises. Bis zu fünf Monate leben sie unter dem Eis, zum Atmen finden sie Löcher – oder machen sich welche. Durch bis zu 15 Zentimeter Eis sollen sie brechen können. Gefährlich wird Narwalen aber schnell gefrierendes Eis, wenn es sie in Buchten oder Fjorden einschließt. Viel größere Gefahren gehen aber durch die wirtschaftliche Erschließung der Arktis - Öl- und Gasförderung sowie der zunehmende Schiffsverkehr mit ihrem Lärm und der Verschmutzung.

    Winter, das ist für die Kegelrobben keine Zeit zum Ausruhen. Gut, dass sich die Tiere vorher den Blubber angefressen haben - eine dicke Unterhautspeckschicht, die als Energiereserve dient. Wenn es dann kalt wird, wird es dann auch ernst: Die Weibchen bekommen ihre Jungen – im Wattenmeer rund um den Jahreswechsel, in der Ostsee etwas später. Ideal als Geburtsstation sind Eisschollen, weil sie keimfrei sind. In eisfreien Jahren tut es aber auch ein Fels. Das berühmte weiße Lanugofell der Robbenbabies ist noch nicht schwimmtauglich, erst nach etwa einem Monat kommt es zum Fellwechsel und die Kleinen können ins Wasser. Da sind ihre Mütter häufig schon wieder schwanger: Etwa zwei Wochen nach der Geburt kommt es wieder zur Paarung, irgendwo in der Brandung.

    Von allen Tigern weiß nur der Amur-Tiger was Schnee überhaupt ist. Im Unterscheid zu seinen Artgenossen im Süden wächst ihm auch ein wesentlich dichteres Fell, wenn der Winter kommt. Bevor es kalt wird haben die Tiger aus Sibirien auch am meisten auf den Rippen – Fettreserven für magere Zeiten. Wenn es dann wirklich Winter in der Amur-Region ist, leiden die Tiere weniger unter dem Frost als unter dem Schnee. Tief verschneite Wälder machen es auch dem Tiger schwer, zu jagen. Härter trifft es aber seine Beute: Hirsche und Wildschweine haben dann durchaus Probleme ausreichend Futter zu finden – was dann wieder die Tiger zu spüren kommen. In Jahren nach sehr schweren Wintern kann auch die Zahl der Tiger zurückgehen. Amur-Tiger sind im Winter häufiger sichtbar als in anderen Jahreszeiten. Sie wandern gern auf Bergrücken – oder auch auf Straßen. Das ist weniger kraftraubend. Denn auch für Tiger gilt im Winter: Energiesparen ist angesagt!

    Wölfe streifen durch den tiefen Schnee – eines der vielen Bilder zum Wolf, die im kollektiven Gedächtnis des Menschen verankert sind. Und es stimmt: Wölfe kommen gut mit Kälte und Schnee klar. Sie besiedeln Gebiete bis hinauf in die Arktis. Der Winter ist keine schlechte Zeit für Wölfe: Der dichte Pelz schützt sie gut, Parasiten quälen sie bei Frost weit weniger, dem höheren Energiebedarf steht leichtere Beute gegenüber. Das Wolfsrudel zieht sich im Winter gerne an wettergeschützte Orte wie hinter umgestürzte Bäume, in Mulden oder unter Felsvorsprünge zurück. Die Chance, etwas vom Wolf mitzubekommen ist trotzdem im Winter höher: Bei ihren Wanderungen nehme sie bei Schnee gerne auch Waldwege. Es eben einfacher, als durch den tiefen Schnee zu stapfen. In Wolfsgebieten lohnt es sich also durchaus, nach Spuren zu schauen.

    Luchse sind für den Winter besonders gut angepasst: Der Körperbau kompakt, viel Unterwolle im sehr dichten Pelz (der ein Grund war, warum der Luchs früher so stark gejagt wurde). Luchse sind dazu sehr schneegängig: Die Pfoten sind groß und verhindern wie Schneeschuhe, dass der Luchs tief im Schnee einsinkt. Luchse können so auch noch bei Schnee von bis zu einem halben Meter gut jagen. Bei Schneehöhen über einem Meter ziehen sie sich aber dann doch möglichst in Gebiete mit geringerer Schneelage zurück. Zu sehen sind die scheuen Luchse im Winter genau so selten wie im Sommer. Aber Luchsfährten im Schnee sind leicht zu identifizieren: Es fehlen die Krallenabdrücke – denn die werden beim Laufen eingefahren. 

    Für die Vegetarier unter den Tieren ist die vegetationsarme Zeit Hungerzeit. Das gilt auch für die größten europäischen Landsäugetiere. Wie alle Huftiere gehen Wisente ordentlich fettgefressen in den Winter, doch dann gilt es, Energie zu sparen: Im Winter ist der Aktionsradius deutlich kleiner, die Herde rückt näher zusammen, die Tiere stehen gerne zusammen an einem windgeschützten Ort, die Jungtiere ganz innen. Für die Jungen ist der erste Winter meist entscheidend. Selektionsfaktor, wie die Biologen sagen. Der ersten Jahreszeit mit Kälte und Hunger fallen viele zum Opfer, den zweiten Winter vertragen die dann größeren Jungtiere deutlich besser. Wisente sind in Deutschland in freier Wildbahn bisher nur im Rothaargebirge zu finden. Falls man aber doch einmal im tiefen Schnee auf eine Herde treffen sollte: Abstand wahren. Damit die Tiere nicht mehr Energie als nötig aufwenden.

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    Tiger Titelbild © iStock / Getty Images
    Panda © iStock / Getty Images

    Narwale © naturepl.com / Doug Allan / WWF-Canon
    Kegelrobbe © Wild Wonders of Europe /Laurent Geslin / WWF
    Tiger © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF-Canon
    Wolf © Staffan Widstrand / WWF
    Luchs © Ingo Fuhrmann / WWF
    Wisent © Viktor Jivotchenko / WWF-Russia

Kommentare

4 Kommentare
  • Hummelelfe
    Hummelelfe Das ist wirklich eine wunderschöne Fotostrecke!!!!
    Danke, midori!!!!
    22. Dezember 2015
  • Luke24
    Luke24 Das Wisent ist ja kolossal! - Ich wusste gar nicht, dass es die Tiere auch in Deutschland in freier Wildbahn gibt, wenn auch ausschließlich im Rothaargebirge.
    22. Dezember 2015
  • RichardParker
    RichardParker Super schön, das bringt Winterstimmung ins Haus!! :))
    23. Dezember 2015
  • Gangsterhunnie
    Gangsterhunnie Voll cool. Manches davon wusste ich noch gar nicht. Danke schön!
    4. Januar 2016