Berichte

Soforthilfe im Kampf gegen das Feuer

  • Das Feuer wütet unerbittlich. Seit Wochen stehen in Indonesien Wälder in Flammen. Insbesondere bei Torfmoorwäldern frisst sich das Feuer unterirdisch durch die teilweise bis zu 20 Meter dicken Torfschichten. So kann es urplötzlich und unkontrollierbar wieder an die Oberfläche treten. Der ersehnte Regen ist bisher nur spärlich ausgefallen. Soldaten und Feuerwehrleute kämpfen sich pausenlos durch beißende Rauchschwaden und setzen dabei ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel. Die Löschbedingungen sind extrem schwierig. Die Sicht ist stark eingeschränkt, die Ausrüstung mangelhaft. Mit den Spenden von über 40.000 € konnten die vom WWF aufgebauten Feuerbrigaden rund um den Sebangau Nationalpark tatkräftig unterstützt und medizinische Soforthilfe geleistet werden.

    Atemmasken und Sauerstoffflaschen helfen den Einsatzkräften, sich durch den giftigen Rauch zu schlagen. Ihre Motorboote haben endlich genug Treibstoff, um sie schnell zu einer Gefahrenstelle zu bringen. Mit einem Teil des Geldes können wir die Patrouillen, die bis zu drei Tage dauern, besser organisieren. Nicht nur die Feuerwehrleute, auch die Anwohner leiden unter starken Kopfschmerzen und Atemwegsproblemen. Zusammen mit freiwilligen Ärzten verteilen wir Atemmasken, Sauerstoffflaschen und Milchpulver für Babys. Kranke werden mit Augentropfen, Vitaminen, Antibiotika und Mitteln gegen Durchfall behandelt. Die Mediziner nehmen sich für jeden Bewohner Zeit und bleiben bis zu zwei Tagen in einem Dorf.

    Die WWF-Kollegen in Indonesien sind unendlich dankbar für die schnelle Hilfe aus Deutschland! Doch es gibt noch keine Entwarnung. Die Regenzeit wird sich in diesem Jahr voraussichtlich auf Anfang Dezember verschieben. Bis dahin kämpfen die Menschen an allen Fronten. Seit einer Woche gibt es rund um den Park stundenlang Stromausfälle. Sendy vom WWF Indonesien, teilte uns mit, dass ein Sturm sieben Stahltürme umfegte, die die Region mit Strom versorgen. Die Folge: lange Schlangen an den Tankstellen, steigende Benzinpreise, Telefon und Internet funktionieren nicht, die Wasserversorgung ist beeinträchtigt. Die Türme standen auf dem Torf, der durch das schwelende Feuer extrem trocken ist und keinen guten Halt mehr bietet.

    "Es ist schwer für uns, aber es herrscht noch immer ein großer Teamgeist, da wir wissen, dass die Menschen überall auf der Welt besorgt sind und jederzeit bereit, uns zu helfen", so Sendy. Große Sorge herrscht auch um die Tiere des Nationalparks. Er ist das Zuhause von Orang-Utans, Nasenaffen, Malaienbären und Nebelpardern. Zurzeit haben sich die Orang Utans tief in die Wälder zurückgezogen und bewegen sich wenig. Der Rauch hat ihnen sehr zugesetzt und sie versuchen nun, Energie zu sparen. Wenn Menschen in ihre Nähe kommen, reagieren sie nervös und geben laute Rufe von sich. Das zeigt, wie sehr sie unter Stress stehen. Die WWF-Kollegen können den Tieren aufgrund der Torfmoorbrände zurzeit nicht folgen. Es bleibt zu hoffen, dass die Katastrophe bald ein Ende hat.

    Der WWF sagt allen Unterstützern Danke! Mit den Spenden, die wir in den letzten Wochen sammeln konnten, konnten wir zur Rettung des indonesischen Regenwaldes beigetragen.

Kommentare

1 Kommentar
  • HelptheWorld
    HelptheWorld Das Feuer zerstört eine kleine, nein große eigene Welt. Wir müssen es endlich stoppen. Aber die Menschen dort sind selbst an dem Feuer schuld. Nun müssen wir aber alle helfen es zu beenden! Wir können das schaffen. Dann werden se...  mehr
    7. Dezember 2015