Berichte

Nicht egal ist nicht genug

  • Regelmäßig hören wir in den Nachrichten von schmelzenden Polen, dem steigenden Meeresspiegel, aussterbenden Arten. Danach fühlen wir uns nicht besser, denn es ist uns nicht egal, was mit unserer Welt passiert. Wir machen uns Gedanken über den Klimawandel. Gleichzeitig sind wir froh, dass wir nicht unmittelbar betroffen sind.

    Doch es reicht nicht, dass es uns nicht egal ist. Es geht nicht um die Welt in 50 Jahren, es geht um jetzt. Es sind nicht nur die Menschen, die durch den abstrakten Begriff „zukünftige Generationen“ beschrieben werden, die mit den Folgen zu kämpfen haben werden. Gerade in diesem Moment sind Millionen Menschen auf der Flucht, da die Auswirkungen der Klimakrise ihnen die Lebensgrundlage nehmen. Uns tun diese Menschen leid. Im südlichen Pazifik starb innerhalb der letzten 25 Jahre die Hälfte aller Korallenarten aus. Mit ihnen verschwinden die Fische und viele weitere Meeresbewohner. Jede Minute werden am Amazonas 40 Fußballfelder Regenwald abgeholzt, Unmengen CO2 freigesetzt und indigene Stämme vertrieben.

    Wir empören uns im Gespräch mit anderen wenn große internationale Konzerne wieder Rodungserlaubnisse erhalten haben. Es fallen Sätze wie: „Das geht jetzt aber wirklich gar nicht.“ oder „Das kann man doch nicht verantworten“.

    Wir sind uns einig: Es liegt uns etwas daran, wie es mit unserem Planeten weitergeht.

    Doch gegenseitiges Zustimmen, Licht ausschalten und Fahrradfahren allein reicht bei der Größe des Problems nicht aus. Denn hier geht es um etwas Großes, eine Herausforderung, wie sie noch keine Generation vor uns gehabt hat. Es geht darum, uns zu retten. Die Erde braucht große Veränderungen, Menschen, die sich aus ihrer Komfortzone heraus bewegen und aus der Menge herausstechen. Das kann wirklich jeder, denn es herrscht ausnahmsweise mal kein Konkurrenzkampf. Es geht um eine Zusammenarbeit, die zwingend notwendig ist.

    Denn wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, sind wir uns alle unserer Pflicht bewusst, die Klimakrise zu stoppen. Also lasst uns Zitate wie "If I don't speak up, I will be the guiltiest person alive." zu Herzen nehmen und unser Handeln nach ihnen ausrichten. Lasst uns Politikern die Meinung sagen, uns gegen die Macht des Industrie-Lobbyismus wehren, in unseren Köpfen Menschen endlich vor Geld stellen, Bäume pflanzen, unsere Stimme lautstark erheben für uns und die, die nicht gehört werden und den sogenannten Fortschritt Zerstörung nennen. Denn wenn wir diese Herausforderung nicht bewältigen, war alles andere umsonst.

    Es kann uns wirklich nicht nur nicht egal sein.

Kommentare

5 Kommentare
  • Bjarne2000
    Bjarne2000 Unglaublich gut formuliert!
    8. November 2015
  • Buchenblatt
    Buchenblatt Du hast recht! Ich habe am Mittwoch eine Fotoshow des Greenpeace-Fotografen Markus Mauthe gesehen. Das ist mir dann noch einmal richtig klar geworden, dass wir jetzt etwas ändern müssen und nicht nur darüber reden!
    8. November 2015
  • Luke24
    Luke24 Ein sehr schöner Text.

    Das von mir gesehene Problem liegt darin, dass Menschen eine gewisse Basis brauchen, um sich überhaupt mit Klimaschutz zu beschäftigen. Oder anders formuliert: Wo Krieg und Gewalt herrschen werden sich die Leute kaum Gedanken um da...  mehr
    9. November 2015
  • Hummelelfe
    Hummelelfe Toll geschrieben!
    18. November 2015