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Bio-Burger bei McDonalds? - Ein Kommentar

  • "Bio - Darf McDonalds das?" - mit diesem Slogan startet die US-amerikanische Fast Food-Kette ihre neue Bio-Burger-Kampagne. Aber was steckt hinter dem Burger und dem neuen Image? Heißt das jetzt Revolution – oder doch nur neue Marketingstrategie?

    „100% Bio-Beef“, „Zeit für Veränderungen“ oder „Natürlich, dass Bio-Fleisch endlich da landet, wo es hingehört: in aller Munde“ liest man auf der Internetseite, wenn man mehr über den McB erfahren will. So richtig glauben kann man das nicht. Fakt ist, dass McDonalds stark an einer positiven Vermarktung des neuen Burgers interessiert ist. Der „Bio-Burger“ ist nämlich nur Teil eines Gesamtkunstwerks: einem Imagewechsel im großen Stil.

    Dass der Bio-Burger nur ein weiterer Schritt zum Imagewechsel ist, merkt man daran, dass McDonalds schon seit einigen Jahren eine neue Schiene fährt: Grünes-statt-rotes Logo oder ein größeres Veggie-Angebot sind da nur kleine Beispiele. McDonalds schummelt sich so also zum guten Konzern.

    Roland vom WWF hat den Selbstversuch gestartet und den neuen „McB“ getestet. Sein Testurteil? Mehr als ernüchternd!

    Auch ihm fallen kleine strukturelle Veränderung auf: „Die Servicekräfte hinter der Theke tragen doch tatsächlich Schürzen mit der Aufschrift ‘Ich arbeite in einem Bioladen‘. Das ist denen wahrscheinlich noch nie aufgefallen. Und ihren Kunden sicher auch nicht.

    Aber schmeckt der Burger denn wenigstens? Überzeugt klingt anders: „Der McB. schmeckt so nichtssagend und fade, wie massentaugliches Fast Food eben schmecken muss, das Geschmacksnerven nicht reizen und überfordern darf. Kann man essen, brauch man aber nun wirklich nicht.

    Bei all der Kritik könnte man doch trotzdem sagenimmerhin setzt McDonalds jetzt auf mehr Nachhaltigkeit“ – doch genau jetzt wird es spannend! Denn der McB kostet 5,50€ hingegen ein konventioneller Burger bei McDonalds (z.B. der Big Mac) über 30% billiger ist. Natürlich ist Bio teurer, allerdings liegt der Preisunterschied zwischen konventionellem und Bio-Rindfleisch bei nur 60 Cent. Fazit: Transparente Preispolitik sieht anders aus… 

    Und wie kommt der McB beim Kunden an? Unter frag.mcdonalds.de kann für- oder gegen den Bio-Trend abgestimmt werden. Etwa 2/3 finden es gut, dass McDonalds ihr Produktsortiment um den McB erweitert hat – es sei „ein Schritt in die richtige Richtung“. Häufig kritisiert wurde dennoch, dass beim McB nur das Rindfleisch Bio-zertifiziert ist. Brot, Tomate und Co. besitzen sicherlich weiterhin eine katastrophale Öko-Bilanz.

    Meine Meinung: Die als „Bio-Burger“ angepriesene Spezialität ist mehr ein Konstrukt aus Bio-Hack und normalem McDonalds-Burger – und zusätzlich noch völlig überteuert. Will McDonalds ihren Imagewechsel glaubwürdig fortsetzen, so müssen die Produkte dies auch übermitteln. 

Kommentare

11 Kommentare
  • Laura619
    Laura619 McDonalds sowie Burger King gehören zu den Läden, in die ich so oder so nie einen Fuß setzen würde... Diese ekelhaften Produkte schön zu reden ist echt armselig
    10. Oktober 2015
  • Devangeles
    Devangeles Ich finde es generell eine gute Idee, einen Bio Burger anzubieten. Allerdings wäre McDonalds nicht McDonalds, wenn diese Sache nicht mindestens einen großen Haken hätte:
    1. Dass nur das Fleisch Bio ist, war zwar zu erwarten, ist aber trotz...  mehr
    11. Oktober 2015
  • BlueLikeTheSky
    BlueLikeTheSky Ich kann mich den anderen nur anschließen: Greenwashing!!! Zwar ist es ganz gut, dass sich die Gesellschaft soweit weiterentwickelt, dass McDonalds auf den steigenden Bio-Trend reagieren muss, aber sich wegen einer einzigen Bio-Bulette so aufzuspiel...  mehr
    12. Oktober 2015
  • LittleHorse
    LittleHorse Also, ich kann mich den Meisten hier nur anschließen:
    Da holen die sich EINEN "Bio"-Burger ins Sortiment und spielen sich als umweltfreundliches Unternehmen auf. Dabei ist gerade mal das Fleisch "Bio" (Ich hab das extra so geschr...  mehr
    16. Oktober 2015