Berichte

Als Trashbusters unterwegs in Köln

  • Samstagmorgen, viertel vor sechs: Mein Wecker klingelt und ich schrecke aus dem Schlaf. Sofort stehe ich auf, um mich für die anstehende Trashbusters-Aktion in Köln fertig zu machen. Um viertel nach sieben geht es dann für mich los zum Bahnhof, wo ich mit einem schweren Rucksack bepackt bin, in dem aber alles drin ist, was man für die Aktion braucht: Handschuhe, Müllsäcke, Klebeband, die WWF Jugend Flagge, etwas Verpflegung und jede Menge Infomaterial! Doch nach etwa zehn Minuten im Zug machte sich ein unangenehmes Gefühl breit: Mein Zug steht und ich habe nur 11 Minuten Zeit, um am nächsten Bahnhof meinen Anschlusszug zu bekommen. Als er dann nach ein paar Minuten weiterfährt, bin ich doch erleichtert, allerdings habe ich das Gefühl, dass sich der Zug nicht schneller bewegt, als wenn ich die Strecke mit dem Fahrrad fahren würde. Schnell schaue ich schon mal bei der DB-App, wann wohl der nächste Zug Richtung Köln fährt, hoffe aber trotzdem noch rechtzeitig anzukommen.

    Als mein Zug dann endlich den Bahnhof erreicht, ist es bereits 8:22 Uhr, und ich sehe aus dem Zug, dass der ICE, mit dem ich nach Köln fahren möchte, gerade in den Bahnhof einfährt. Bis endlich mein Zug zum Stehen kommt, scheint eine halbe Ewigkeit vergangen zu sein. Endlich kann ich hektisch auf den Knopf drucken, die Tür öffnet sich, und ich renne die Treppe runter und am anderem Gleis wieder hoch. Zum Glück ist der ICE noch nicht losgefahren, und ich schaffe es gerade noch, bevor sich die Tür schließt, in den Zug zu steigen. Erleichtert nehme ich einen Platz ein, und vertiefe mich für die nächsten 2,5 Stunden in ein gutes Buch.

    Als ich dann in Köln ankomme, treffe ich auf Johannes, LaraJohanna und My, die bereits am Eingang des Hauptbahnhofes warten. Dort warten wir noch auf Julius, der uns noch Stöcke vorbeibringt, mit denen wir später Angeln basteln wollen. Nachdem er uns noch kurz erklärt hat, wie wir am besten zum Rheinufer kommen (keiner von uns kam direkt aus Köln) , verabschiedet er sich von uns, und wir machen uns auf den Weg.

    Nach ein paar Minuten erreichen wir dann das Ufer des Rheins. Dort ziehen wir unsere Handschuhe an und verteilen die Müllsäcke. Schon dabei ernten wir interessierte Blicke von den Passanten. Als wir dann starten, finden wir schnell zahlreiche Kronkorken (die haben einen eigenen Müllbeutel bekommen) und Zigarettenstummel. Nach etwa zehn Minuten kommt ein Paar auf mich zu und, fragt, was wir da eigentlich machen. Ich erkläre ihnen, dass wir Müll sammeln, um das Ufer etwas sauberer zu halten und auch, dass wir das freiwillig machen. Darüber scheinen beide ganz erstaunt, und wünschen uns noch viel Erfolg.

    Immer wieder bedanken sich Menschen für unseren Einsatz und dass spornt uns nochmal richtig an. Als wir eine Treppe finden, die uns noch näher an den Rhein führt, finden wir auch noch viel meht Müll: Plastikbecher, Bierflaschen (teilweise noch gefüllt), Mc Donalds-Tüten, weitere Kronkorken, ein Paar Socken, Milchtüten, einen schwarzen Schuh und noch einiges mehr. Es ist wirklich erstaunlich, was die Menschen alles wegwerfen. Unsere Müllsäcke sind schließlich so voll, dass die kleinen, dünneren Müllsäcke reißen. Damit wir nicht den ganzen Müll wieder verlieren, stecken wir die beiden kleinen Müllsäcke in einen großen, der einen etwas stabileren Eindruck macht.

    Schließlich haben wir schon so viel Müll, dass es schwierig wird, alles zu tragen. Wir beschließen also den Weg zurückzugehen, wo wir dann noch die Passanten über die Verschmutzung von Gewässern informieren wollen. Auf dem Weg beginnt aber auch schließlich der große Mullsack einen etwas größeres Loch zu bekommen, welches wir dann mit dem Klebeband zukleben. Dann ist erstmal Zeit für ein schönes Foto:

    Jetzt suchen wir uns erstmal einen geeignteten Paltz, wo wir uns mit den Müllsäcken und dem Material platzieren können. Dort breiten wir als erstes das Infomaterial aus...

    ... und hängen dann die WWF Jugend Flagge mit Fäden an zwei Bäume fest. Gerade als wir damit fertig gewoden sind, kommt auch schon eine Frau auf uns zu, die uns erst sagt, dass sie es toll findet, dass wir das machen, aber sie findet, dass in den Flyern mehr Alternativen stehen sollten, was man tun kann. Kurz danach kommt auch noch ein Mann zu uns, der uns zwar für unseren Einsatz lobt, aber glaubt, dass es letztendlich gar nichts bringt so etwas zu machen. Da müsse man schon bei der Industrie ansetzen, sonst bringe das gar nichts. Die Passanten würden sich ja schließlich auch nicht alle für dieses Thema interessieren. Doch davon ließen wir uns nicht beeindrucken und gingen fleißig auf die Leute zu, um ihnen das Thema näher zu bringen. Einige zeigten sich gleich abwährend, sodass man nicht weiter kam als "Hallo, ich..." zu sagen. Doch einige blieben auch interessiert stehen, stellten auch Fragen, und nahmen sich Flyer mit.

    Nochmal Zeit für ein Foto!

    Die Angeln, an die wir eigentlich den Müll hängen wollten, haben wir dann doch nicht mehr gebastelt, weil wir uns eher so auf die Passenten konzentriert haben, und wir auch so einige Leute erreicht haben. Manchmal war es zwar etwas enttäuschend, wenn man von machen Leuten nicht einmal angeschaut wurde, wenn man auf sie zu kam, und schon anfing zu reden, aber es mir auf jeden Fall trotzdem Spaß gemacht.

    Kurz vor Ende der Aktion brachten Lara, My und Johannes noch die Müllsäcke weg. Als Lara und My gegen 15 Uhr zum Bahnhof aufbrechen wollten, mussten wir leider feststellen, dass wohl jemand Laras Rucksack geklaut hatte, denn er war einfach nicht mehr aufzufinden. Ich hoffe wirklich, dass die Polizei den Rucksack wiederfindet!

    Schließlich musste sich Lara ohne ihren Rucksack auf den Weg nach Hause machen und Johanna, Johannes und ich räumten noch alles zusammen und gingen dann auch zum Bahnhof, wo wir uns noch hinsetzen und uns unterhielten, bis unsere Züge kamen.

    Mir hat der Tag auf jeden Fall gut gefallen, und ich freue mich schon auf eine nächste Aktion mit euch!

     

    Fotos: © Johannes Schwarz

     

Kommentare

9 Kommentare
  • johannesS
    johannesS Vielen lieben dank für diesen schönen Aktionsbericht :D Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und ich hoffe echt, dass der Rucksack wieder auftauchen wird. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich nie!
    28. September 2015
  • Ronja96
    Ronja96 Danke für eure lieben Kommentare! =)
    29. September 2015
  • Squirrel
    Squirrel Ja hat wirklich Spaß gemacht und super, dass du dich noch um die Kölnerlichtersache kümmerst Johanna. Und vielen Dank für die rege Anteilnahme am Verschwinden meines Rucksackes, ich werds euch mitteilen falls er wieder auftaucht :)
    29. September 2015
  • Peet
    Peet Klasse Aktion! Weiter so!
    29. September 2015