Berichte

Wir haben alles - Andere haben nichts

  • Halllo meine Lieben,

    ich bin mir sicher, dass dieses Szenario für viele von euch nichts Unbekanntes ist:

    Sagen wir ihr geht mit einer Freundin oder einem Freund in Stadt und wollt eigentlich ja nur mal schauen, nichts kaufen. Manchmal schaffen wir es sogar und bleiben standhaft, aber in den meisten Fällen erliegt man dann doch diesem einen Spiel, Film, Kleid, Buch etc.

    Im Zeitalter der Werbung und der Medien ist es auch viel schwerer geworden, zu etwas nein zu sagen. Aber nicht nur die Medien lassen den Konsum explodieren, sondern auch der gesellschaftliche Wohlstand. Wer Arbeit hat, bekommt Geld und mit Geld konsumiert man. Deutschland ist ein sehr reiches Land und man ist sich gar nicht mehr über den Wert von seinem Hab und Gut im Klaren.

    Angesichts der vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, holt es uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Wenn uns kalt ist ziehen wir eine Jacke an oder drehen die Heizung auf. Wenn wir krank sind nehmen wir Medikamente oder gehen zum Arzt. Bildung wird zumindest in der Theorie in Deutschland jedem zu Teil.

    Und dann kommen da Menschen zu uns, die nichts weiter haben, als das was sie am Lieb tragen. Viele sind traumatisiert, sie haben in ihrer Heimat alles aufgeben, um in Sicherheit leben zu können. Viel wollen auch in ihr Land zurückkehren, wenn sich die Krisen legen. Aber Asylsuchende sind voll und ganz von Fremden abhängig, darüber machen wir uns keine Gedanken. Sie geben ihr Schicksal in die Hände anderer.

    Natürlich ist der Ansturm auch ein Risiko, in Bezug auf den weltweiten Terrorismus und die Gewalt. Aber darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass die meisten zu uns kommen, weil ihr Leben in der Heimat bedroht ist. Ihr Leben ist vollständig aus den Fugen geraten. Deutschland ist der sichere Hafen, weil wir 70 Jahre keinen Krieg mehr hatten. 

    Warum schreibe ich darüber? Weil die Politik den Klimawandel bereits mit in die Reihe der Ursachen aufgenommen hat und weil mich der Massenkonsum stört. Man kauft einen Film obwohl man bereits hunderte andere hat und eh weiß, dass man ihn nur einmal, zweimal anschaut und dann vergammeln sie im Schrank. Ähnlich ist es mit CDs, Spielen, Büchern...

    Ich muss mir da auch an meine eigene Nase fassen, gerade bei technischen Sachen. Da kaufe ich dann schon mal Ohrstöpsel, obwohl ich noch intakte habe. Bei Filmen, da bin ich ganz ehrlich, überlege ich es mir mittlerweile sehr genau, ob ich sie wirklich brauche. Aber bei Büchern, Kosmetik und Schreibwaren sitzt mir dann schon eher der Konsumteufel auf der Schulter und ich kaufe mir die eine oder andere überflüssige Sache...

    Bei Musik bin ich mittlerweile dazu übergangen sie online zu kaufen und auf eine Musikmediathek auf meinem Laptop zu laden, weil mir sehr häufig einzelne Lieder gefallen und absoluter Wahnsinn wäre immer nur Single-Alben zu kaufen. Bei Büchern bin etwas zwigespalten. Ich finde E-Reader ungemein praktisch für Reisen, aber trotzdem halte ich noch gerne ein echtes Buch in der Hand.

    Es ist schwierig ein Mittelmaß zu finden, zu entscheiden, was unnötig ist und was nicht. Wir alle haben eigene Wertvorstellungen. Trotzdem finde ich es wichtig immer mal wieder eine Bilanz für sich ganz persönlich zu ziehen und sich zu fragen, ob man dieses eine Kleidungsstück, Spiel, Buch, diese Ohrstöpsel wirklich braucht.

    Und vielleicht auch bedenken, dass es uns mehr als gut geht und das wir jetzt für die da sind, die unsere Hilfe brauchen, um wieder ins Leben zu finden.

    Konsum lässt uns nicht nur die Verletzlichkeit unserers Planeten vergessen, sondern auch unsere Solidarität. Das Leben und der Frieden sind genauso wenig käuflich, wie eine unbeschädigte Erde.

    Titelbild: 


    http://urbanshit.de/kunstlerwettbewerb-zum-thema-anti-konsum/

Kommentare

10 Kommentare
  • LaLoba
    LaLoba Seit ich im Gymnasium den Schwerpunkt Gestaltung und Medientechnik hatte, fällt mir auch viel häufiger auf, mit welchen subtilen Mitteln uns Werbung beeinflusst bzw. beeinflussen soll. Das gute ist, je mehr wir uns Gedanken darüber machen, ...  mehr
    1. Oktober 2015
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Du triffst es ziemlich auf den Punkt. Ich kenne das von mir selbst, vor allem bei Kleidung. Ich nehme mir immer wieder vor hauptsächlich fairtrade Kleidung zu kaufen und besitze inzwischen auch einige Teile. Aber wenn man dann mit den Freundinnen ein...  mehr
    1. Oktober 2015
  • simondominik
    simondominik Ich kann nur zustimmen. Ich als Schüler kaufe zwar jetzt nicht unbedingt Bücher oder so aber zum Beispiel : ich hole mir fast regelmäßig morgens Chips für die schule, obwohl ich Brot dabei habe.Sprich ich kaufe mir etwas obwohl i...  mehr
    2. Oktober 2015
  • IgelLiebhaber
    IgelLiebhaber Unnötig einzukaufen fällt mir zusehends immer leichter. Nicht ganz so einfach dagegen ist es, immer fair, Bio und vor allem kunststoffarm einzukaufen. Selbst im Bioladen ist immer noch viel Plastik vorhanden. Auch Waren, die äußerlic...  mehr
    12. November 2015