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Tipp der Woche! - Weltretten mit dem Smartphone

  • Smartphones sind für die meisten Menschen mittlerweile zu einem alltäglichen Begleiter geworden, der viele Lebensbereiche vereinfachen kann. Eigentlich gibt es nichts, wofür es noch keine App gibt. Über Vor- und Nachtteile von Smartphones und ob man wirklich virtuelle Luftpolsterfolie und virtuelles Bier oder eine App zur Stuhlgangüberwachung braucht, kann man sich sicherlich streiten. Aber es gibt auch jede Menge Apps, die dabei helfen, den Alltag umweltfreundlich zu gestalten. Ein paar davon möchte ich euch heute vorstellen.


    Vor allem wenn es ums Essen geht, ist das Angebot an praktischen Apps riesig:

    Koch dir was

    Ich habe riesigen Hunger, in meinem Kühlschrank herrscht bis auf ein paar Eier gähnende Leere und auch sonst habe ich eigentlich nur Kartoffeln und Zwiebeln. Was koche ich damit? Wie wäre es denn mit einer Tortilla Espanola? Dafür braucht man nämlich nur Kartoffeln, Eier, Salz, Olivenöl und Zwiebeln, wie mir die App Koch dir was! in Sekundenschnelle verrät. Reste wegwerfen war mit dieser App gestern, denn sie findet für so ziemlich jede Kombination an vorhandenen Lebensmitteln das passende Rezept. Man kann sich dort Listen mit Basiszutaten und Inhalten von Vorratsregal und Kühlschrank anlegen und diesen Zutaten entsprechende Rezepte suchen. Die Suchergebnisse sind in verschiedene Rezeptkategorien unterteilt, sodass sich zum Beispiel vegetarische Hauptspeisen schnell ausfindig machen lassen. Zudem kann man auch Zutaten speichern, die man nicht verträgt. Und natürlich lassen sich die Rezepte auch einfach so durchstöbern, ohne, dass man erst seinen Kühlschrankinhalt speichern muss. Laut Chip.de handelt es sich bei der App nur um eine zweiwöchige Testversion, die anschließend 1,50 im Jahr kostet, ich habe sie aber auf jeden Fall schon über zwei Wochen und wurde noch nicht zur Kasse gebeten, kann das aber natürlich nicht garantieren. Herunterladen kann man das digitale Kochbuch bei Google Play.

    Eine Liste mit Apps rund ums Wegwerfen gab es hier übrigens schon mal – und zwar in diesem Bericht.


    Obst- und Gemüsekalender

    Klar, saisonal und regional essen ist super, aber was hat wann Saison? Das lässt sich mit dem Obst- und Gemüsekalender ganz leicht rausfinden. Hier gibt es eine lange Liste mit im deutschsprachigen europäischen Raum produzierten Obst- und Gemüsesorten und eine einfache Farbkennzeichnung zeigt, was davon grade Saison hat. Jetzt im August hat vieles den grünen Saison-Balken, aber nicht alles davon landet bei mir üblicherweise im Kochtopf. Zum Beispiel habe ich keine Ahnung, was genau ich aus einem Chinakohl machen kann. Ein Klick auf die kleine Lupe hinter der Zutat und die mit Chefkoch verbundene App sucht mir dort nach Rezepten mit Chinakohl. Da heißt es dann aber natürlich aufpassen, dass auch die anderen Zutaten saisonal und regional sind. Trotzdem, eine echt hilfreiche App für die Küche und den Einkauf. Gibt es kostenlos bei Google Play.

    Keiner Fliege

    Der Einstieg in ein veganes Leben ist gar nicht so leicht. Man selbst hat jede Menge Fragen und muss sich zusätzlich mit den Standardargumenten der Kritiker wie zum Beispiel "In der Natur töten Tiere auch andere Tiere, um sich zu ernähren" rumschlagen. Dann steht man im Supermarkt, in der Hand die Verpackung mit der Aufschrift "rein pflanzlich" oder "kann Spuren von … enthalten" und fragt sich: "Ist das jetzt vegan oder nicht?" Und wie ersetzt man eigentlich beim Kochen Butter und Eier und wie zum Teufel ist das mit den Nährstoffen? Die Keiner Fliege-App ist ein hilfreicher Begleiter für all diese Situationen. Sie beinhaltet Antworten auf die wichtigsten Fragen, inklusive Gegenargumente für Kritiker, Rezepte, Infos zu Nährstoffen, Alternativen und versteckten Tierprodukten sowie einen Saisonkalender, Tipps für unterwegs und vieles mehr. Die App gibt es kostenlos im App Store und bei Google Play und einmal heruntergeladen benötigt sie keine Internetverbindung. Der perfekte Begleiter also für unterwegs.

    Saisonale, regionale und vegane Produkte können wir mit den vorigen Apps leicht ausmachen, aber auch, was Kosmetik angeht, kann das Smartphone eine große Hilfe sein:

    Beat the Microbead

    Mikroplastik ist winzig klein, aber trotzdem alles andere als ungefährlich für unsere Umwelt, wie hier schon öfter berichtet wurde, zum Beispiel in diesem Artikel von Carina. Die winzigen Plastikteilchen verstecken sich oft in Kosmetikprodukten wie zum Beispiel Peelings. Ob ein Produkt Mikroplastik enthält, lässt sich im Inhaltsstoffedschungel auf der Verpackung nicht immer gleich feststellen. Dafür gibt es Beat the Microbead. Mit der App kann man einfach den Barcode des Produkts scannen und eine Farbkodierung gibt Auskunft darüber, ob sich Mikroplastik darin befindet. Zudem enthält die App eine lange Liste von Marken und deren Produkten, in der man nach seinen Lieblingsartikeln suchen kann. Kleiner Nachteil: Ein paar Menüpunkte der App sind auf Niederländisch, aber das wichtigste findet man trotzdem schnell raus. Beat the Microbead gibt es kostenlos im App Store, bei Google Play und im Windows Phone Store.

    Was Mobilität angeht, hat folgende App Tipps parat, die helfen, Geld und CO2 zu sparen:

    Quixxit 

    Wie komme ich am besten morgen Abend um acht mit meinem Freund von seiner Wohnung aus ins Kino? Die Quixxit-App zeigt mir an, dass ich für diesen Weg mit Auto oder Taxi ca. 5, mit dem Fahrrad 10 Minuten brauchen werde. Das eigene Auto wird mich etwa 0,67€ kosten, das Taxi ca. 6€. Fahrrad fahren ist natürlich kostenlos und verursacht auch keinen CO2-Ausstoß, wohingegen eine Autofahrt ca. 0,6kg CO2 verursachen würde. Machen wir das ganze komplizierter, nun möchte ich von Gießen aus nach Hause zu meiner Familie in den Odenwald fahren. Mit dem Auto wird die Fahrt gut anderthalb Stunden dauern und mich ca. 33,46€ kosten, mit Zug und Bus brauche ich zwar fast eine Stunde länger, zahle dafür aber auch nur etwa 19€. Außerdem gibt es weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel einen Teil mit dem Bus und einen Teil durch Carsharing mit dem Auto zurückzulegen. Am CO2-sparendsten ist natürlich die Variante nur mit Bus und Zug, mit dem Auto verbraucht man fast viermal so viel.
    Egal, wo ihr hinwollt, Quixxit zeigt euch so ziemlich alle vorstellbaren Möglichkeiten und rechnet euch ungefähre Fahrtdauer, Preis und CO2-Ausstoß aus. Wer sich registriert, kann auch bestimmte Strecken sowie bevorzugte Verkehrsmittel speichern. Das Ganze funktioniert entweder einfach hier online oder lässt sich kostenlos im App Store und bei Google Play runterladen.

    Und zu guter Letzt noch eine Möglichkeit, mit eurem Smartphone vollkommen kostenlos den WWF zu unterstützen:

    Mission Morgen

    Spielerisch etwas über Umweltschutz lernen, den Alltag umweltfreundlicher gestalten und dabei gleichzeitig noch den WWF unterstützen – das funktioniert mit der Mission Morgen-App von dm. Hier bekommt man von Hase, Fuchs, Eule und Robbe jeweils 3 Missionen gestellt, die man in seinem Alltag umsetzen soll, sei es den Müll richtig trennen oder vegetarisch kochen. Dafür hat man dann zum Beispiel 2 Tage Zeit. Ob man es wirklich umsetzt, kann die App natürlich nicht überprüfen, aber nach Ablauf der Zeit bekommt man Punkte. Zwischen den Missionen kann man mit Quizfragen ebenfalls Punkte erspielen und bekommt dadurch interessante Infos zu Nachhaltigkeit. Klar, einige Fragen beinhalten versteckte Werbebotschaften für bestimmte Produkte und die meisten Antworten dürften uns bei der WWF Jugend ohnehin bekannt sein, aber Spaß macht es trotzdem und das ein oder andere lernt man auch dazu. Das wichtigste aber: Die erspielten Punkte kann man hinterher an den WWF und den Deutschen Kinderschutzbund verteilen. Insgesamt gibt es eine Spendensumme von 50.000 Euro, die ja nach Punkteverteilung an die beiden Organisationen verteilt wird. Also kostenlos im App Store oder bei Google Play runterladen und Punkte für den WWF sammeln.

    Die App, die ihr braucht war noch nicht dabei? In den beiden folgenden Berichten findet ihr grüne Apps fürs Smartphone und noch mehr grüne Apps fürs Smartphone.

    Und wenn die Apps schon grün sind, warum nicht gleich das ganze Handy? Sarah stellt euch das neue Fairphone vor.

    Und wenn ihr nicht nur Apps runterladen, sondern selbst Projekte zum nachhaltigen Konsum entwickeln wollt, dann schaut euch Ulis Tipp von letzter Woche an. 

Kommentare

3 Kommentare
  • RichardParker
    RichardParker Sehr cooler Tipp der Woche, Anne!! :)
    16. August 2015
  • Christin
    Christin Die aller meißten sind echt nur genial! :D Selbst mein jüngerer Brunder ist schon überzeugt und das soll schon was heißen ;P
    18. August 2015
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Danke für die Tipps! Vor allem die erste App hört sich echt praktisch an!
    20. August 2015