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Und die Zusatzzahl lautet...

  • Zusätzlich zum normalen Fischfang ziehen wir rund 38,5 Millionen Tonnen Beifang aus den Meeren! Das sind 40,4 Prozent des Gesamtfangs von schätzungsweise 95,2 Millionen Tonnen, wie der WWF im April in einer Studie gezeigt hat. Somit existiert nun eine offizielle , globale Beifangzahl. Und die ist so hoch ausgefallen, wie viele Experten schon im Vorfeld befürchtet haben. Mehr als ein Drittel! So viel des Fangs geht entweder als toter "Müll" auf See über Bord oder wird planlos weggefischt.

    "Die Fischbestände können sich nicht erholen, solange 40 Prozent von allem, was wir aus dem Meer holen, wie Müll behandelt und nicht auf Fangquoten angerechnet wird ", sagt Karoline, WWF-Fischereiexpertin. Mit den Fangquoten wird den Fischern vorgeschrieben, wieviel sie fangen dürfen. Angesichts der Ausbeutung der Meere sind diese Quoten ohnehin immer sehr hoch. Wenn dann auch noch Beifang dazukommt, treiben wir die Meere ins Desaster.

    alt"In der Industrie kann es sich ja auch niemand leisten, auf Dauer mit einer so hohen Fehler- und Abfallquote zu wirtschaften", sagt Karoline. Durch Beifang und Überfischung riskieren wir also nicht nur das Ende der lebendigen Meere, sondern auch das Ende vieler Arbeitsplätze in der Fischerei. Der Mann, der auf diesem Bild Fische und Beifang sortiert, um dann später den 'Müll' wegzuwerfen, weiß vielleicht gar nicht, dass seine Schleppnetze die Zukunft der Fischerei mit wegreißen.

    Grundschleppnetze und andere gefährliche Fanggeräte müssen weg! Der WWF fordert, dass sie durch umweltverträglichere und zielgenauere Techniken ersetzt werden. Rückwürfe müssen verboten werden. Und mitgebrachte Beifänge müssen auf die Fangquoten der Fischer angerechnet werden. "Diese unsichtbare Fischerei, jenseits von Quoten und Managementplänen", fordert Karoline, "muss die Europäische Union endlich beenden."