Berichte

Das WWF Jugend Sommertreffen

  • Die Sonne ist gerade aufgegangen, es stehen bereits unerwartet viele Menschen auf dem Bahnsteig und warten. Sie tragen Anzüge oder Aktenkoffer und sind wohl auf dem Weg zur Arbeit. Ich trage einen Rucksack, ein Zelt, einen Schlafsack, eine Isomatte und bin auf dem Weg zum WWF Jugend Sommertreffen 2015.

     Beim Aktionsteamertreffen im vergangenen März hatten Sina, Peter und ich den Entschluss gefasst, ein deutschlandweites Sommertreffen zu organisieren - und ist es endlich so weit! Mit dem Bus geht es nach Berlin, und von dort mit dem Auto weiter in die Mecklenburgische Seenplatte und den Müritz-Nationalpark. Ein paar Kilometer hinter Neustrelitz liegt der idyllische Naturcampingplatz zum Hexenwäldchen direkt am See.

    Als wir den sandigen Campingplatz im Wald betreten, haben Sina, Peter, Martin, Kathi, Fabia und Maren ihre Zelte schon längst aufgeschlagen und machen sich gerade daran, das Abendessen vorzubereiten: Wir wollen vegetarisch grillen! Das bedeutet, jede Menge Gemüse muss für die Gemüsespieße und den Salat geschnippelt werden. Den Großeinkauf bei der Biocompany haben Sina und Peter schon am frühen Morgen erledigt. Freundlicherweise hat sie uns einen Einkaufsgutschein zur Verfügung gestellt und uns so das Wochenende über mit leckeren vegetarischen und biologische Lebensmitteln versorgt. Mit jeder Menge frischer Limonade rüstete uns Proviant aus.

    Ohje, die Schaschlikspieße fehlen! Doch Not macht erfinderisch und so werden kurzerhand welche aus dünnen Ästen geschnitzt. Während die Mädchen, ganz dem Rollenklischee entsprechend, schneiden und spießen, beschäftigen sich die Jungs... mit einem Schlauchboot. Voller Elan machen sie sich daran, dass abenteuerliche Gefährt aufzupumpen, aber die Pumpe geht leider kaputt, bevor alle Kammern mit Luft aufgefüllt sind. Naja egal, echte Seemänner lassen sich von so einer Lappalie nicht aufhalten und stechen trotzdem in See!

    Später am Abend stoßen noch Felix, Karl und Basti zu uns. Als alle gesättigt sind und jedes Zelt steht, machen wir uns auf zur Lagerfeuerstelle. Auf dem eigentlichen Campingplatz herrscht nämlich ab 22:00 Uhr strikte Nachtruhe. Die Holzbänke um das Lagerfeuer herum sind noch voller Kinder, die mit Begeisterung und Hingabe alles ins Feuer werfen, was nicht niet- und nagelfest ist. Sogar eine der Sitzbänke muss daran glauben. Gut für unsere Stockbrote, die bei der Hitze schnell durch sind und richtig lecker schmecken!

    Während die Kinder nach und nach ins Bett müssen und ein langhaariger älterer Mann auf seiner Gitarre Lagerfeuerlieder zu spielen beginnt, wird der Himmel langsam dunkel und enthüllt eine unglaubliche Sternenpracht

    Am nächsten morgen wecken mich das Sonnenlicht, dass durch das Zelt scheint - und eine Horde Brüllaffen. Sekunde, es sind doch nur wild schnatternde Gänse. Die anderen bereiten schon ganz fleißig das Frühstück vor. Die demeter-Bäckerei Märkisches Landbrot sponserte uns netterweise jede Menge leckerer Brote und Brötchen.

    Jetzt stößt auch noch Hanja zu uns. Gegen elf brechen wir mit drei Vier-Personen-Kanus und einem Kajak zu einer Tour durch das Havelquellgebiet auf. Kleine Flusszweige wechseln sich mit größeren Seen und schmalen, verlandeten Bachläufen ab, über die man die Boote tragen oder schieben muss. Auf einem der Seen ist es wie verhext: Obwohl alle gemeinsam nur auf der linken Seite paddeln, schaffen wir es kaum, den richtigen Kurs zu halten und driften ständig nach backbord ab. Ob es hier Seeungeheuer oder Todesstrudel gibt?

    Schließlich erreichen wir aber doch alle die angepeilte Badestelle mit Sandstrand. Fabia und Peter beginnen, nach Öl zu graben. Als das Loch zu tief wird, um mit den Händen weiter buddeln zu können, werden Paddel als Hilfsschaufeln hinzugezogen, aber anstelle des Öl stoßen wir nur auf Wasser. Besser so! Fabia kann sich gerade noch davor retten, eingegraben zu werden und eine kurze aber heftige Sandballschlacht entbrennt.

    Den Rückweg meistert wir um einiges schneller als den Hinweg - und vor allem mit deutlich weniger Schlangenlinien und Ausflügen ins Schilf. Wieder auf dem Campingplatz angekommen, machen wir uns bald ans Abendessen. Diesmal grillen wir Käse und Falafel für Hamburger. Dazu gibt es Salat und Grillgemüse. Anschließend springen einige nochmal in den See, ehe die Nachtruhe beginnt und man sich nur noch im Flüsterton unterhalten darf.

    Am Lagerfeuerplatz herrscht am Samstagabend Feierstimmung! Der Campingplatz wird nämlich 23 Jahre alt und zelebriert seinen Geburtstag mit Livemusik, Freigetränken und einem kleinen Feuerwerk (das uns auf einem Naturcampingplatz allerdings leicht irritiert).

    Am Sonntag morgen ist der Himmel leicht bewölkt, was aber niemandem die Laune verdirbt. Nach dem Frühstück springen die meisten in den See. Doch die Zeit schreitet unerbittlich voran und ein pandastisches Wochenende neigt sich dem Ende zu. Wir müssen die Zelte abbauen, Schlafsäcke einrollen, Taschen wieder packen. Am Nachmittag nehme ich den Bus zurück in den Alltag.

    Zurück bleiben die Erinnerungen an ein geniales Wochenende, neue Freundschaften, ein paar Mückenstiche und das Vorhaben, auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder ein WWF Jugend Sommertreffen auf die Beine zu stellen!

    Bilder von Peter und Martin

    Ein herzliches Dankeschön an:

    http://www.biocompany.de

    http://www.landbrot.de

    http://www.proviant-limonade.de

Kommentare

17 Kommentare
  • KikiFi
    KikiFi Supertolle Fotos!!!
    16. Juli 2015
  • Raquel
    Raquel Das klingt nach jede Menge Spaß:)
    Ich bin hoffentlich nächstes Jahr auch dabei!
    16. Juli 2015
  • Felix_der_Blaue
    Felix_der_Blaue Ich kann mich den Huldigungen nur anschließen, und bedanke mich besonders bei Sina, Peter und Anja, die sich voll reingehängt haben! :)
    Es stand ja auch die Idee eines Herbst- oder Wintertreffens im Raum...
    20. Juli 2015
  • LucaMiguel
    LucaMiguel Hat bestimmt riesig Spaß gemacht, echt cool, dass ihr sowas auf die Beine gestellt habt! :D
    20. September 2015