Berichte

Traurige Erkenntnis Teil 2

  • Hi Leute,

    wir, die sich im WWF für den Naturschautz einsetzen, wissen warum. Uns ist klar, dass der Mensch und seine unverantwortliche Lebensweise nicht nur ihm sondern der ganzen Natur und somit auch den Tieren schadet. Wir wissen das, weil wir uns, aus welchem Grund auch immer, mit diesem Thema bescheftigt haben und so auf die Probleme aufmerksam wurden. Das macht uns aus, wir sind stolz beim WWF zu sein und UNSERER Heimat, wenn auch nur mit kleinen Schritten, zu helfen. Leider ist der Teil der Menschen, die sich mit diesem Thema befassen, erschreckend klein. Niemanden interessiert der Wald in Kuba, der wegen unserer Holzkohle abgeholzt wird, das Rind, dass sein ganzes Leben in engen Stallungen leiden muss, bis es irgentwann, meist qualvoll geschlachtet wird, um bei uns als Steak auf dem Teller zu liegen. Den Menschen interessiert sowas nicht, er sieht nur sich selbst. Wie gestern einer aus meiner Klasse zu mir sagte: "Wir sind nicht umsonst an der Spitze der Nahrungskette, es ist unser Recht die Tiere und die Natur so zu nutzen wie wir es wollen!" Mir wurde schlecht bei diesem Satz. Aber so denken Viele. Sie umzustimmen ist verdammt schwer, wenn nicht sogar unmöglich, vor allem wenn man allein ist. Ich bin die einzige Vegetarierin aus meiner Klassenstufe und muss fast täglich mit Stichelein rechnen, wenn man direkt vor meinen Augen eine Schnitte mit mindestens 4 Scheiben Salami rausholt. So was bin ich mitlerweise gewöhnt und kann nur noch traurig kopfschütteln. Was mich aber echt ärgert, ist die Tatsache, dass sie meine Einstellung zu diesem Thema nicht nur nicht gut finden, sondern ganz einfach nicht akzeptieren. Nun hatten sie die Idee am letzten Schultag ein riesen Grillfest mit fast 100 Roster und 70 Steaks zu veranstalten. Und wer muss zwangsweise, da er nicht mitgrillen möchte und auch sonst an diesem Fest nicht mitmachen möchte, dass ganze Fleisch kaufen??? Richtig, ich!!! Seit ich das abgelehnt habe, bin ich nur noch die dumme Spielverderberin. Selbst die Lehrer stehen hinter den Anderen und meinen, dass ich mich nicht so anstellen soll und mich den Anderen anzupassen habe. Bitte, wenn einer wegen religiösen Gründen kein Schweinefleisch ist, dann wird eben Rind gekauft, aber wenn ich, wegen eigener Entscheidungen gar kein Fleisch esse, dann muss ich mich anpassen. Aber auch dafür habe ich mittlerweise leider nur noch kopfschütteln übrig. Ich wollte mich aber nicht unterbuttern lassen und habe nicht aufgegeben. Ich wollte im Unterricht einen Vortrag zum Thema Massentierhaltung und den Folgen für die Umwelt halten und wollte von Klasse zu Klasse gehen, um die 10 cent für den WWF zusammeln. Naja, den Vortrag durfte ich bei mir zu Hause halten, da er kein Unterrichtsthema enthällt und sowieso nicht lehrreich ist. Auch die Aktion mit den 10 cent war eine verdammt schlechte Idee. Dass ich ausgelacht werde und mir so einige Schimpfwörter und Wörter, die wahrscheinlich Schimpfwörter sein sollen, anhören muss, dass kenn ich schon. Was mich aber echt geschockt habe, ist die Tatsache, dass ich bespuckt und geschupst wurde und sogar Morddrohungen erhielt, wenn ich mit meiner "Scheiße" nicht aufhöre. Das war echt zuviel des Guten. Ich hatte echt Angst....

    Ich schreibe das hier nicht, um Mitleid zu bekommen, ich schreibe es, weil ich nicht denke, dass ich die Einzige bin, die diese schlechten Erfahrungen gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass es auch andere hier gibt, die sich gegen eine große Menge Menschen stellen muss und sich fast täglich erklären und behaupten muss. Viele werden jetzt vielleicht sagen, dass es doch kein Problem sein sollte, seine Meinung von Anderen zu verteidigen, aber ich weis, dass es, vor Allem am Anfang schon sehr schwer ist. Ich weis, dass man dabei anfängt, an sich zu zweifeln. Irgentwann hat man nicht mehr die Kraft und man möchte nicht mehr und verkriecht sich.

    Also wer sowas auch kennt, traut euch, schreibt eure Geschichte auf. Auch wenn es vielleicht komisch klingt, es hilft. Es tut verdammt gut seine Gefühle in die Tastatur zu hämmern und seine Gefühle zu Text zu bringen. Ich würde mich freuen, wenn ihr das so seht wie ich.

    Ich habe irgentwann gelernt, dass es nichts bringt, sich das Leben zur Hölle zu machen. Was sagt ein altes Sprichwort? "Was mich nicht tötet, macht mich stark". Diesen Rat habe ich mir zu Herzen genommen. Ich bin auch weiterhin beim WWF, bin Vegetarierin und versuche alles, um meine Natur zu schützen... Nur halt nicht in meiner Schule. Bei diesem Thema habe ich mir ein Schutzschild zugelegt. Ich werde auch weiterhin bei Aktionen mitmachen, aber wenn es um die Schule geht, bin ich weg. Denn egal wie wenig ich auf die Stichelein eingehe, mein Leben ist mir doch wichtig und an meiner Schule werden Fleischer ausgebildet (Was für ein Wink des Schicksals) und die können ihre Arbeit. Mit ihnen lege ich mich niemals mehr an.

    Freut mich, wenn ich von euch höre und was ihr zu diesem Thema zu sagen habt.

    VG: Jenny

Kommentare

16 Kommentare
  • Luke24
    Luke24 Dieser Bericht ist echt krass! Dass es mittlerweile so auf den Schulen zugeht, hätte ich nicht gedacht. Neben den Schülern stellen sich ja auch die Lehrer - wie von den anderen auch schon festgestellt - ein Armutszeugnis aus.

    Dass du in der Sch...  mehr
    5. Juli 2015
  • Laura619
    Laura619 Ich finde keine Wort für das, was du an deiner Schule erlebt hast. Unglaublich und erschreckend, wie sich diese Menschen verhalten. Ich selbst war als Veganerin auch oft Außenseiterin, weil es von vielen als "cool" angesehen wird, Fle...  mehr
    6. Juli 2015
  • Laura619
    Laura619 *keine Worte, sollte es natürlich heißen
    6. Juli 2015
  • JenniNightnight
    JenniNightnight Danke für die Antworten auf meinen Bericht, obwohl ich nicht recht verstehe, warum ihr mich als "mutig" und "Kriegerin" bezeichnet. Denn so fühle ich mich keinesfalls. Auch wenn es für außenstehende vl. komisch kli...  mehr
    7. Juli 2015