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Selbstverpflichtung = Verzicht?

  • Im Rahmen des 2°Campus habe natürlich auch ich mir vorgenommen, verschiedene Bereiche meines Alltags klimafreundlicher und nachhaltiger zu gestalten und bin folgende Selbstverpflichtungen eingegangen:
     
    1.      So viel wie möglich mit dem Rad statt mit dem Auto fahren
    2.      Weniger bzw. Fairtrade Kleidung kaufen
    3.      Nur Fairtrade Schokolade essen

    Meine erste Verpflichtung konnte ich zum Glück sehr gut einhalten, da ich gemeinsam mit meinen Freunden schon immer im Sommer, also ungefähr ab April, nur mit dem Fahrrad fahre.

    Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2015 (12. und 13. Juni) organisierten Finn und ich in der Umwelt-AG unserer Schule außerdem einen Fahrradwettbewerb, bei dem es darum ging, welche Klasse der gesamten Schule prozentual am meisten mit dem Fahrrad kam. Daran das manche unserer Mitschüler sich sogar mit dem Fahrrad bis kurz vor die Schultüre fahren ließen, konnten wir erkennen, dass unsere Aktion tatsächlich großes Interesse geweckt hatte. Zum Glück war dies nicht der Normalfall und die Gewinnerklasse überzeugte mit über 80% ehrlichen Radfahrern.

    Links: Normaler Schutag; Rechts: 12.Juni

    Leider muss ich mir nun eingestehen, dass meine zweite Selbstverpflichtung, Fairtrade-Kleidung zu kaufen, alles andere als erfolgreich war, da ich noch keinen Ansatz zu einer wirklichen, konsequenten Durchsetzumg gefunden habe.

    In unserer Gegend gibt es leider so gut wie keine Secondhand Läden (deren Sortimente auch für Jugendliche interessant wären ) und viele bekannte Marken im Bereich der nachhaltigen Textilindustrie übersteigen auf Dauer schlicht mein Budget. Allerdings habe ich mir eigentlich zum ersten Mal Gedanken über meinen eigenen Konsum gemacht und daraufhin einfach nur das gekauft, was ich dringend benötigte.

    Bei meiner dritten Selbstverpflichtung bin ich am Meisten auf Unverständnis, aber auch auf neue Gedanken gestoßen. Das Vorhaben nur Fairtrade Schokolade zu essen, wie es uns von Marie während des Campus vorgelebt wurde, war das erste, das ich umzusetzen begann. 
    Um ehrlich zu sein, hatte ich anfangs große Bedenken, dass es schwierig und ein ziemlicher Verzicht werden würde, doch ganz im Gegenteil: Heute führt nahezu jede Supermarkt- oder Drogeriemarktkette ihre eigenen Fairtrade-Produkte.

    Von wegen Verzicht- ganz im Gegenteil: Schokolade schmeckt schließlich auch viel besser mit gutem Gewissen.
    Dennoch ist Ernährung eines der Gebiete, in denen Menschen sich, wie ich erfahren habe, am allerwenigsten einschränken lassen wollen.

    Es ist erstaunlich, wie sehr sich ein einziger Markenname auf unseren Konsum auswirken kann, zu mal es nicht nur Alternativen zu beliebten Schokoladenaufstrichen, sondern auch identische andere Produkte gibt, deren Auszeichnung nicht ein „Lifestyle“, sondern die Gerechtigkeit und Fairness gegenüber den produzierenden Kakaobauern ist.

    Hier als Beispiel:
    450g Nutella 2,65 Euro
    400g Bionella 3,49 Euro

    Wofür sind wir bereit zu zahlen, was sind unsere Prioritäten?
    Ein Markenname oder Gerechtigkeit?

     

     

     

    Titelbild: Sophie Geier, restliche Bilder/Collagen: Sophie Geier

Kommentare

5 Kommentare
  • Raquel
    Raquel Super Bericht! Wegen der Kleidung würde ich mal auf einen Mädelsflohmarkt gehen, da gibt es echt immer gute Sachen,denn die Verkäufer sind meistens ziemlich jung und dem entsprechend sind die Sachen auch sehr modern:)
    22. Juni 2015
  • Ivonne
    Ivonne Hey Sophie, danke, dass du uns an deinem Selbstversuch teilhaben lässt. Sehr interessant. Die Fahrradaktion finde ich auch sehr gelungen. Wie habt ihr das denn mit der Teilnahme gemessen? Und: werdet ihr den Fahrradtag noch einmal wiederholen? Ich fr...  mehr
    22. Juni 2015
  • BlueLikeTheSky
    BlueLikeTheSky Interessanter Bericht! :) Die Vergleichsfotos zwischen dem normalen Schultag und dem Fahrradaktionstag finde ich total gut, die veranschaulichen richtig die Wirkung! Zu dem Problem mit den Second-Hand-Läden (kenne ich auch): Eventuell könntest d...  mehr
    22. Juni 2015
  • MarieYa
    MarieYa Liebe Sophie,
    Toller Artikel! Vor allem freue ich mich über den Teil mit der Fair-Trade Schokolade. :)
    23. Juni 2015