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Es war einmal... -Wie ich andere vom Umweltschutz überzeugen möchte

  • In der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Block des 2°Campus habe auch ich mich selbstverpflichet. Statt intensiver darauf zu achten, dass ich mich noch Umweltbewusster verhalte, habe ich mir in den Osterferien vorgenommen bis zu den Sommerferien so viele Menschen wie möglich davon zu überzeugen sich ebenfalls umweltfreundlicher zu verhalten oder ihnen ein besseres Bewusstsein zu schaffen für das Klima und die Natur. Das war gar nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte, obwohl ich schon vorher oft als Öko bezeichnet wurde, weil ich ständig darauf aufmerksam machte, dass etwas auch Klimafreundlicher gemacht werden könnte. Hier ist ein kurzes Märchen um zu zeigen, wie ich mich bei meinem Versuch gefühlt habe.

    Es war einmal ein Riesen großer wunderschöner Zauberwald. Er war weitaus größer als das Königreich der Darbodus und mindestens zehn mal so groß, wie das Mittelländische Viroingu. Er war größer als alles, was man sich vorstellen konnte, und doch drohte er zu verschwinden. In ihm lebten viele Wesen. Es gab dort die Termelok, denen alles außer ihr eigenes Wohl egal war, und es gab die Faran, die dachten sie seien schlau und individuell und taten doch nur das, was auch alle anderen taten. Man konnte auch ein paar andere Wesen finden, die man keiner dieser Gruppen wirklich zuordnen konnte, sie wurden Eho genannt, jedoch waren sie so verschwindend wenige, dass man sie eigentlich gar nicht hätte erwähnen müssen. Es begab sich vor langer Zeit, dass die Termelok mal wieder eine neue Erfindung hatten, die ihnen zu Rum und Reichtum verhelfen sollte. Sie entdeckten, wie gut man die Magie aus den Bäumen des Zauberwalds gewinnen und zu den verschiedensten Produkten verarbeiten konnte. Alles was sie je hergestellt hatten aus anderen Materialien stellten sie nun mit Hilfe der neu entdeckten Magie her. Da der Wald so groß war, schien es genug Magie zu geben, um alle mit allem, was das Herz begehrt auszustatten und noch viel mehr. Die Faran folgten dem neuen Trend und wollten immer mehr und mehr. Sie begannen doppelt und dreifach zu kaufen, in den verschiedensten Farben und Formen. Alles schien so einfach und alle verbrachten ihren Tag damit, zu kaufen und nach neuen unentdeckten Produkten mit der Magie zu suchen. Niemand dachte dabei auch nur Ansatzweise an die Folgen, die all das haben konnte. Die Termelok verdienten so viel wie nie zuvor und die Faran fühlten sich glücklich und waren geblendet von der riesigen Auswahl an Produkten, die sie jetzt hatten.

    Na? Kommt das jemandem bekannt vor?

    Nur eine Kleine Gruppe von Eho sah, was wirklich vor sich ging. Auf Dauer würde der Vorrat an Magie nicht ausreichen, doch ohne Magie gab es im Zauberwald kein Leben. Alles Leben war von eben dieser Magie abhängig und Termelok und Faran verschwendeten sie ohne darüber nachzudenken. Immer wieder versuchten Eho die anderen Wesen davon zu überzeugen, dass sie aufhören müssten die wertvolle Magie zu verbrauchen, doch nichts passierte. Viele Jahre lang, bis der Schwund der Magie so langsam zum Vorschein kam und seine ersten Auswirkungen zeigte. Doch die Magie war aus sämtlichen Produkten nicht mehr wegzudenken, die Faran und auch die Termelok konnten sich gar nicht vorstellen, dass man auch ohne den Verbrauch von Magie überhaupt einigermaßen angenehm leben konnte. Also machten sie weiter wie bisher und blendeten Hungersnöte und massives Waldsterben aus, indem sie aus betroffenen Regionen auszogen. In einem kleinen Dorf nahe der Waldgrenze lebten Termelok, Faran und einige Eho friedlich miteinander. Doch immer wieder kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Eho und den anderen. So auch Zwischen Kida, einem Ehomädchen und Aga, einem Faranmädchen. Sie waren Freundinnen, machten alles zusammen, wenn jedoch einer von ihnen die Magie erwähnte stritten sie und schienen gar nichts mehr gemeinsam zu haben. Aga wollte nichts von Kidas Rumgespinne hören und glaubte nicht, dass es Alternativen ohne Magie gäbe. Kida versuchte sich langsam heran zu tasten und zeigte Aga und all ihren anderen Freunden kleine Dinge die man genauso gut ohne Magie machen kann. Wenn niemand auf etwas verzichten musste beim Einsparen von Magie, wurden die Ideen angenommen doch ganz konnte Kida niemanden überzeugen. Der Wunsch nach der großen Auswahl und Massen an Produkten war noch zu groß. Und so schrumpfte der Wald zwar langsamer aber doch wurde er immer kleiner und Kida und ihre Freunde stritten weiterhin ab und zu. Doch auch schon kleine Erfolge machten Kida glücklich und zeigten ihr, dass sie es schaffen kann.

    Fühlt ihr euch auch manchmal so wie Kida? Mir zumindest geht es so. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass die Menschen nicht erkennen, dass das was wir tun wirklich Verschwendung ist, denn es gibt Alternativen. Ich habe in der Zeit also versucht den Menschen in meiner Umgebung zu zeigen, was man besser machen könnte. Ich habe an Taschen vor dem Einkauf erinnert, Glasflaschen verteilt und Busverbindungen rausgesucht, als alle dachten man kommt nur mit dem Auto ans Ziel. Dabei bin ich jedoch genau wie Kida an Grenzen gestoßen wie z.B. bei der Auswahl unserer Abimotto Pullover. Ich stimmte für die fair gehandelten Pullover aus Bio-Baumwolle, die grade mal 1€ teurer waren als die „normalen“. Nicht nur Menschen von denen ich nichts anderes erwartet hätte, sondern auch meine Freunde lehnten sich zu meiner Überraschung gegen mich auf, weil sie die Pullover als übertrieben einschätzten. Ich habe also gelernt, dass Umweltschutz nicht nur eine Frage der Aufklärung sondern vor allem auch ein sehr emotionales Thema ist. Die Leute hängen sehr an ihrer Bequemlichkeit und für sie ist es unglaublich wichtig, dass sie die Möglichkeit haben alles zu besitzen auch wenn sie diese Möglichkeit gar nicht ausnutzen. Klar schränken Umwelt- und Klimaschutz ein, doch wenn man sich ein bisschen anstrengt und sich umschaut, dann findet man auch ohne die Verschwendung von Erdöl, Kohle und anderen endlichen Ressourcen alles, was zum Leben nötig ist. Ich wünsche mir, dass das Märchen so endet:

    Kida und all die anderen Eho gaben nicht auf und zeigten immer mehr Möglichkeiten auf, wie man Magie einsparen kann. Sie feierten immer mehr Erfolg, bis alle Wesen begriffen, dass sie so nicht weitermachen konnten. Und wenn sie nicht in alte Muster zurück fielen, dann gibt es den Zauberwald mitsamt all seinen Bewohnern noch heute..

    Happy ending?

     

    Bilder:Titelbild: Ard Forres Walk © flickr via cc_Alan Weir

              Bild 1: Once upon a time © flickr via cc_Steve Czajka

              Bild 2: Confetti © flickr via cc_ADoseofShipBoy

Kommentare

8 Kommentare
  • Ivonne
    Ivonne Liebe Kadi, ich persönlich bin ja sehr großer Fan vom Geschichtenerzählen und Märchen. Deshalb hab ich mich sehr gefreut, dass du für deinen Artikel mal einen ganz anderen Stil gewählt hast als üblich. Deine Bilder vom ...  mehr
    17. Juni 2015
  • Buchenblatt
    Buchenblatt Hi Kadi,
    super Idee, deine Selbstverpflichtung in ein total gut geschriebenes Märchen zu verpacken.
    Ich freue mich schon auf die Sommerferien,
    Buchenblatt
    17. Juni 2015
  • KadiKadi
    KadiKadi Vielen Dank für eure lieben Kommentare und dass ihr meinen Text gelesen habt. Ich freue mich, dass die Geschichte richtig angekommen ist und euch gefällt, ich hatte nämlich erst Angst, dass das falsch verstanden werden könnte:)
    Ich fr...  mehr
    17. Juni 2015
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Das ist echt eine schön geschriebene Geschichte. Und ja, ich fühle mich manchmal auch wie Kadi. Wenn ich vorschlage, einfach mit der Bahn irgendwo hinzufahren statt mit dem Auto, wird das oft als "anstrengend" oder "umständl...  mehr
    18. Juni 2015