Berichte

Quinoa - das ehemalige Korn der Inkas

  • Quinoafeld in BolivienDas "Gold der Inkas" sollte den meisten, insbesondere den Vegetariern und Veganern unter euch kein Fremdwort mehr sein. Das Pseudogetreide hat sowohl einen hohen Protein- als auch Mineral- und Vitamingehalt, weswegen es häufig Bestandteil pflanzlicher Speisen ist. Gesund, alternativ , hipster. Quinoa liegt zweifelsfrei im Trend und ist längst nicht mehr nur in Reformhäusern zu finden. Die Nachfrage der Industrieländer boomt. Die Vereinten Nationen kürten das Jahr 2013 zum "Jahr der Quinoa", welches seit Jahrtausenden in den Hochländern von Peru, Bolivien und Ecuador angebaut wird.

    QuinoaDadurch entstand ein bedrohlicher Trend in der Heimat des Quinoa. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, wich der aufwändige traditionelle Terrassenanbau vieler Kleinbauern den großen Plantagen großer Unternehmen. Die Schere zwischen Arm und Reich spaltet sich weiter, während Kleinbauern dem Konkurrenzkampf nicht standhalten können. Oftmals sehen die Kleinbauern keine andere Alternative als die Landflucht. Doch in der Stadt finden sie meist ein Leben im Slum.
    Die riesigen Anbauflächen rufen natürlich auch die Problematik der Monokultur, wie Erosion, Artenverlust, Verdrängung der Mischkultur, salzhaltige Böden hervor.

    Quinoa wird in seinen Ursprungsländern fast ausschlißlich nur noch für den Export produziert. Der Marktpreis ist um 86% gestiegen, weshalb sich die arme Bevölkerungsschicht das Powerkorn nicht mehr leisten kann. Durch Mangelernährung verursachte Krankheiten sind die Folge, was wiederum weitere Armut und Verelendung begünstigt.

    Hipsterfood Quinoa

    Jedoch bringt auch der probeweise Anbau in anderen Ländern seine Probleme mit sich. Große Schwankungen im Marktpreis, mit welchen Boliven, Peru und Ecuador nicht mithalten können, können entstehen. Außerdem wächst die sonst anspruchslose Planze nur auf Lamadung optimal.

    Nach all den negativen Aspekten, darf natürlich nicht vergessen werden, dass Exporteure und Farmer von den Preisen profitieren und selbst einige einheimische Bauern sich dadurch eine Existenz aufbauen konnten.

    Quinoaspeise

    Nicht zuletzt wird die glutenfreie Andenhirse auch oft in Zusammenhang mit der Stillung des Welthungers gebracht.

    Trotzdem sollte man auch mal im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand schauen!

    DiagrammDiagrammDiagramm

    Quellen:

    http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/jan/16/vegans-stomach-unpalatable-truth-quinoa

    http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/bolivien/quinoa-kaufen-oder-nicht-kaufen-ist-das-die-richtige-frage-19093.html

    http://www.dw.de/quinoa-preise-als-sozialer-sprengstoff/a-17496875

    http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=27407

    Titelbild: © Diversity International / CC BY-NC-ND 2.0 / https://flic.kr/p/baCbk4                                                                                                               

Kommentare

10 Kommentare
  • Taki
    Taki Nein Lisa mir ging es nur um Rezepte für und mit Quinoa. Die findet man sehr selten. Trotzdem Danke für den Hinweis.
    18. Juni 2015
  • Lisa18
    Lisa18 Achso. Wenn du magst, ich könnte dir zwei Rezepte geben, einmal für einen Quinoasalat und für Quinoabratlinge.
    18. Juni 2015
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Danke für den Bericht, ich fand es sehr interessant. Das scheint echt immer so zu sein, wenn etwas im "Trend" liegt, da muss ich jan_muencher Recht geben.
    18. Juni 2015
  • Taki
    Taki Hallo Lisa,

    Gerne kannst Du mir die Beiden Quinoa Rezepte zusenden. Habe noch gar nicht gewußt das es auch Bratlinge draus zubereitet werden können. Vielen Dank im Voraus.
    19. Juni 2015