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SAND: DAS GOLD VON MORGEN

  • Sand zählt zu einem der wichtigsten Baustoffe unserer Zeit: In Computerchips, Handys, Kosmetika, Haarspray, Zahnpasta und vielen weiteren Produkten ist überall Sand enthalten. Nach Wasser ist es der am meist verbrauchteste Rohstoff unserer Erde.

    Der Bauboom macht den Sand mittlerweile zu einem wertvollen Rohstoff. Beispielsweise besteht Stahlbeton aus einem Drittel Zement und zu zwei Dritteln aus Sand. Um ein Einfamilienhaus zu bauen werden ca. 200 Tonnen Sand benötigt. 30 000 Tonnen stecken in einem Kilometer Autobahn und um ein Atomkraftwerk zu bauen, werden 12 Millionen Tonnen verbaut.

    Spanien ist der größte Sandkonsument Europas. Und obwohl in Spanien ein massiver Wohnungsmangel herrscht, stehen etwa dreißig Prozent der Wohnungen leer. Es wird einfach an den falschen Stellen gebaut. Chinas Bauwirtschaft benötigt ein Viertel des weltweit abgebauten Sandes. Zugleich gibt es hier fünfundsechzig Millionen unbewohnte Wohnungen. Um den Sandhunger von Singapur zu stillen, fahren täglich über 700 Lkw voller Sand in das Land.

    Unweigerlich stellt sich die Frage: Wo ist denn nun das Problem: Sand gibt’s doch genügend,- die Wüsten sind doch voll damit! Nun Sand ist nicht gleich Sand. Der Sand aus der Wüste eignet sich so gar nicht zum Bauen von Häusern und Computerchips, da dieser eine andere Struktur aufweist. Durch den Wind und sonstige Umwelteinflüsse ist der Sand in der Wüste „rund gewaschen“. Dadurch haften andere Materialien und Rohstoffe nur sehr schlecht an diesem Wüstensand: Große Bauwerke würde einstürzten, da keine Stabilität erreicht werden kann.

    Woher kommt den dann der ganze Sand? Hauptsächlich aus dem Meer. Spezielle Schiffe saugen den am Meeresgrund liegenden Sand auf. Ein sehr großes Problem sagen Umweltschützer: Denn beim Aufsaugen des Sandes wird auch alles andere mit nach oben befördert, was sich im Sand befindet. Der Bauboom besonders an den Küsten trägt dazu bei, den natürlichen „Sandkreislauf“ aus dem Gleichgewicht zu bringen. Durch die Bauwerke an den Küsten wird der Sand, der im übrigen am Festland entsteht (durch Verwitterung von verschiedenen Gesteinen (Berge)), zurückgehalten. Eine direkte Folge ist, dass der Sand an den Küsten verschwindet.

    Auf der Erde verschwinden immer mehr Inseln: Beispiel: Malediven. Hier sind 12 Inseln durch den Sandabbau verschwunden. Aber auch in Afrika ist das „Sandproblem“ zu spüren: Die Küste von Sierra Leone verliert an einigen Stellen bis zu 6 m Strandbreite jährlich durch Erosion. Mittlerweile hat sich ein regelrechter Markt um den Sand entwickelt,- auch im Touristensektor: Denn Touristenregionen in Küstennähe leben regelrecht vom Sand: Wer will schon nicht am Sandstrand liegen und relaxen ?! Auch hier wird inzwischen ein gigantischer Aufwand betrieben, um die Strände zu erhalten.

    Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Sand ein sehr wichtiger Rohstoff unserer Welt ist. Wir haben quasi unsere Welt auf/aus Sand gebaut. Zunehmend haben wir aber das Problem, dass sich der Sandhunger unserer Welt nicht mehr so leicht löschen lässt. Es muss in Zukunft darauf geachtet werden, wie wir Sand nutzen und wie dieser wieder dem natürlichen Naturkreislauf zugefügt werden kann.

    Am Schluss noch ein Fakt, den ich erstaunlich finde: Forscher der Universität Haweii haben errechnet, dass es ca. 7.500.000.000.000.000.000. 7,5 Trillionen Sandkörner auf unserem Planeten gibt.

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    Meine Quellen (Abrufdatum: 7. Juni 2015)

    http://www.zeit.de/2014/34/strand-sand-verschwinden

    http://www.zeitenschrift.com/artikel/unter-den-autobahnen-liegen-die-straende-der-welt#.VXS7ZikWld0

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/die-umweltkatastrophe-von-morgen-der-sand-wird-knapp/9785250.html

    http://www.ingenieur.de/Themen/Klima-Umwelt/Der-Sandverbrauch-fuehrt-Raubbau-an-Natur

    http://plan-alternative.de/index.php/2013/07/09/krieg-um-sand-dokumentarfilm-uber-eine-umweltkatastrophe/

    http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article117658807/Wie-entsteht-Sand.html

    Alle Bilder © iStock / Getty Images

Kommentare

5 Kommentare
  • RichardParker
    RichardParker Wow, dieser Bericht ist super interessant und toll geschrieben! Vielen Dank :)
    8. Juni 2015
  • CaelumMeaRegula
    CaelumMeaRegula Das war mir gar nicht bekannt! Und ich hätte es auch kaum für möglich gehalten, dass ein Rohstoff, von dem man denkt er sei in Massen vorhanden, durch uns Menschen quasi "verbraucht" wird.
    9. Juni 2015
  • Ronja96
    Ronja96 Danke für den interessanten und informativen Bericht! Das war mir alles gar nicht so bewusst.
    9. Juni 2015
  • johannesS
    johannesS Vielen lieben dank für das Lob :D
    11. Juni 2015