Berichte

Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont

  •  Das Wort Klimaflüchtlinge wurde bis vor einigen Jahren noch als Schreckensszenario angesehen und zum Teil auch für Szenarien in Filmen wie „Water World“ oder ähnliche benutzt. Mittlerweile ist dieses Wort in die Realität der Menschen und vor allem der Betroffenen eingekehrt.
    Millionen von Menschen sind schon heute die natürlichen Lebensgrundlagen durch den stetig voran schreitenden Klimawandel entzogen worden. Die Polarkappen schmelzen, wichtiges Ackerland kann nicht mehr bewirtschaftet werden, weil der Regen fehlt. Wüsten breiten sich rasant weiter aus und bis dato paradiesische Inseln werden einfach vom Meer überschwemmt.

    Noch ist es nicht soweit, noch! Doch es hat bereits begonnen. Kiribati und Tuvalu, zwei Inselstaaten im Pazifik, sind wohl die ersten Staaten, die für ihre Bürger Asyl beantragt haben. Die Inselgruppen werden wohl aller Voraussicht zwischen 2050 und 2080 aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels unbewohnbar sein.

    Es ist allerdings nur ein Beispiel von vielen. Es sind nicht nur die Inselstaaten, die Probleme bekommen werden. Auch die so sicher geglaubten Kontinente werden beträchtlich unter den Folgen des Klimawandels leiden. Der Bauer, der bis vor einigen Jahren noch sein Feld unbesorgt bestellen konnte, muss aufgrund des immer öfter ausfallenden Regens seine Heimat aufgeben. Die an der Küste lebenden Menschen fliehen vor dem steigendem Wasserspiegel ins Inland. Rund 10% der Bevölkerung leben an Küstenregionen und ca. 30% der Menschen leben in Regionen, in denen das Wasser schon heute knapp ist. Betrachtet man das Szenario, was sich anbahnt rund 50 Jahre weiter, so werden die Ausmaße kaum zu bewältigen sein.

    Die Probleme der Armut und des Hungers fachen eine neue Welle der Gewalt an und destabilisieren die betroffenen Länder umso mehr. Denn es sind oft nur die armen Länder dieser Erde, die von den Klimafolgen am härtesten getroffen werden. Die Flüchtlingsboote, die schon heute Richtung Spanien oder Italien anlaufen werden nicht weniger. Es kommen mehr und mehr. Im heutigen Asylrecht ist bis heute nirgends eine Anerkennung für Klimaflüchtlinge auszumachen.

    Nicht jeder wird fliehen können, die Millionen von Menschen werden nicht alle aufgenommen werden können. Kriege werden nicht vermieden werden können. Ein Beispiel dafür gab es schon in der Vergangenheit. In Kenia war die Trockenheit 2005/2006 so groß, dass ein Kampf ums Wasser und somit ums pure Überleben die Folge war. Denn in Kenia lebt ein Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Dieses Beispiel zeigt doch, in welche Richtung die Entwicklung laufen wird.

    Doch wer nimmt diese Flüchtlinge alle auf? Wer kann diesen Menschen helfen, dessen Grundlagen durch uns Industriestaaten zerstört wurden?

    Einem Bericht des Spiegels zufolge, müsste Deutschland rund sechs Millionen Klimaflüchtlinge aufnehmen. Die Rechnung an sich ist doch relativ einfach. Wer am Klimawandel beteiligt ist, der muss für das haften, was er verbrochen hat. Deutschland ist eines der führenden Industrienationen dieser Welt und ebenso einer mit unter den Top 10 des weltweiten CO2 – Ausstoßes (laut einer Studie des iwr). Die USA liegt derzeit bei 44 Millionen Flüchtlingen und China bei 38 Millionen.

    Muss es erst immer soweit kommen...? Immer wieder werden die Kosten gescheut, Kosten, die für das Klima und die Kulturen dieser Erde von entscheidender Bedeutung sind. Was müssen die Politiker dieser Länder denn noch alles machen, damit die großen Staaten dieser Welt erkennen, das ihr Handeln falsch ist?!
    Scheut man jetzt Kosten, so werden die Kosten für die Klimakatastrophen oder auch für die Hilfen der Klimaflüchtlinge dramatisch in die Höhe schnellen, auch wenn sie vermutlich jetzt schon nicht mehr bezahlbar sind...!

    Politiker dieser Nationen können sich momentan noch gegen Fakten wehren oder sie einfach abnicken, wie sie es so gerne machen. Fakt angenommen aber erstmal in die Schublade für weniger wichtige Dinge. Klar, eine Finanzkrise geht vor, denn die Wirtschaft ganzer Nationen hängt daran, wenn nicht sogar die Welt. Aber es sind auch nicht nur die an Land lebenden Kulturen, die durch das rasant wechselnde Klima gefährdet sind. Eine Kultur, wo ich jetzt mal so frei bin und sie als Kultur bezeichne, sind die der Korallenkulturen oder auch die Korallenparadiese dieser Erde und ein Augenmerk liegt jetzt im Korallendreieck.

    Das so genannte Korallendreieck, welches bei Indonesien liegt, ist eines der Gebiete mit der höchsten biologischen Vielfalt im Meer. 30 Prozent der weltweiten Korallenriffe, 76 Prozent aller riffbildenden Korallenarten, 35 Prozent aller Korallenfischarten sowie die dort lebensnotwendigen Laichplätze befinden sich dort. Aufgrund des Klimawandels und der steigenen Temperatur des Meeres ist dieses Paradies gefährdet und laut des Berichtes des WWF's vom 13.05.2009 bis zum Ende des Jahrhunderts verschwunden. Damit wäre zum einen ein weiteres Wunder der Natur unwiderruflich zerstört und des weiteren die Grundlage für 100 Millionen Menschen zu Grund gemacht. Da bringt es auch nicht, diese Gebiete vor Überfischung zu schützen oder generell ein Naturschutzgebiet zu machen. Man muss das Ganze in Betracht ziehen, um somit das Ganze zu schützen.

    Um es einmal klar auszudrücken:

    „Darüber, wer die Welt erschaffen hat, läßt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird“ George Adamson (1906-89) – Tierschützer

    Quellen:

    http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/klimafluechtlinge_endv.PDF
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,665312,00.html
    http://www.iwr.de/klima/ausstoss_welt.html
    http://www.wwf.de/presse/details/news/korallenparadies_in_der_klimafalle/

    Bild: http://p3.focus.de/img/gen/2/c/HB2cDqjy_49f1d7c742a5_Pxgen_r_467xA.jpg

Kommentare

14 Kommentare
  • Peet
    Peet @Albatross, danke für den Hinweis :-). Man findet mittlerweile einiges an Berichten über dieses Thema und es wird immer wichtiger...!
    13. Februar 2010
  • StrongBad
    StrongBad @urmel
    doch, ich denke die grenzen können wir dicht halten ;)
    und in einem solchen horrorszenario wie das was man sich ja denken kann in so ca 50 jahren...ist das - so hart es klingen mag - der beste schutz für uns (uns=deutsche)
    13. Februar 2010
  • StrongBad
    StrongBad @urmel

    erschießen und ddr? :D man muss ja nicht gleich übertreiben^^
    am anfang werden die einfach nicht reingelassen denk ich...wieder zurückgeschickt, KA was...
    aber so wirds warscheinlich doch enden, da könntest du recht haben...
    13. Februar 2010
  • StrongBad
    StrongBad wir haben in deutschland auch einwanderungsgesetze, die verhindern dass jedes jahr zig millionen typen hier einfach einwandern.
    es wäre nur zum schutz für uns, wenn wir die nicht reinlassen würden, egal wie rassistisch/unmenschlich/unlogisch das für dich ...  mehr
    14. Februar 2010