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Change Days - Verwundert von Vielfalt

  • Der Begriff „Biodiversität“ ist in aller Munde. Doch während wir erschrocken auf die Abnahme der weltweiten Artenvielfalt schauen und in abstrakter Sprache Pestizidzulassungen und Schutzgebiete verhandeln, vergessen wir manchmal, worüber wir da eigentlich reden.

    Biodiversität - das sind Farben und Formen, das sind Geräusche und Gerüche, das sind Nahrungs- und Partnersuche, das sind Kooperation und Konkurrenz, das sind die einzigartigen, wunderlichen Leben von Milliarden Arten, die in uns, auf und, um uns herum existieren, ohne die wir nicht hier wären, und von denen wir Teil sind. Biodiversität ist überall, wir müssen nur genau hinschauen, genau hinhören.

    Insekten bieten fantastische Möglichkeiten, um sich von Biodiversität verwundern zu lassen. Für uns Menschen sind sie groß genug sie mit bloßem Auge zu sehen, aber klein genug sie zu übersehen. Daher ist ihre Welt und ihre Vielfalt vielen von uns unbekannt. Während der WWF Jugend Change Days werde ich euch in meinem Workshop einladen mit mir zusammen die unbekannte Welt der Insekten zu entdecken, zu erforschen und zu erleben.

    Was uns erwartet? Überraschungen! Kein Ausflug in die Insektenwelt ist wie der andere und wir werden schauen was die Natur rund um die Klingemühle im August für uns bereit hält. Vielleicht entdecken wir schillernde Kleinlibellen, wie diese Schlanklibellen. Bei der Paarung greift das blau-schwarzen Männchen das grünliche Weibchen im Nacken, wie auf dem Bild zu sehen. Das Weibchen wird daraufhin sein Hinterteil an das erste Hinterleibsegment des Männchen legen. Dort hat das Männchen nämlich eine Art kleine Speichertasche, die es vor der Paarung selbst mit Sperma befüllt. Die beiden Bilden dadurch ein herzförmiges Paarungsrad. 

    (c) Steven Huls

    Wenn wir ganz genau hinschauen, entdecken wir vielleicht eine gut getarnte Krabbenspinne. Spinnen dieser Familie bauen kein Netz, sondern lauern ihrer Beute auf. Und wo hat man bessere Chancen auf einen guten Beutefang, als wenn man sich in einer nektarreichen, duftenden Blume versteckt? Die Biene oder Fliege, die in dieser Sonnenblume ein Festmahl sucht, wird jedenfalls eine tödliche Überraschung erleben.  

    (c) Steven Huls

    Für mich zählt er zu einer der schönsten Schmetterlinge überhaupt: Der Schwalbenschanz. Wie bei vielen Schmetterlingen sind auch die Raupen dieser Art recht wählerisch in ihrem Geschmack: Die Kleinen stehen auf Möhre! Genauer gesagt auf die Blätter der Wilden Möhre. Das stellt Mama vor eine Herausforderung: Denn wie soll man herausfinden, ob ein Blatt dem Nachwuchs schmecken wird, wenn man keine Zähne, sondern nur einen Rüssel zum Nektarsaugen hat? Indem man mit den Füßen schmeckt! Dank Sinneshaaren auf ihren Füßen können Schmetterlinge schmecken, ob eine Pflanze lecker ist, indem sie über sie rüberlaufen. 

    (c) Steven Huls

    Lust auf mehr Vielfalt? Dann komm zu den WWF Jugend Change Days vom 15. bis 18. August 2019! 

     

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