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KlimaWende! - Schmelzende Warnung

  • Es tropft von den Füßen, der Oberkörper kippt langsam, der Kopf fällt nach vorne, die Beine brechen ab. Hört sich ziemlich brutal an, und es geht auch tatsächlich um dramatische Gefahren.

    Mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion auf dem Gendarmenmarkt in Berlin setzte der WWF im September 2009 ein anschauliches Zeichen gegen den Klimawandel. 1.000 handgefertigten Eisfiguren der brasilianischen Künstlerin Néle Azevedo wurden der in der prallen Sonne auf die Treppe des Berliner Konzerthauses gesetzt.

    Anlass für die Aktion war die Veröffentlichung des Reports „Arktische Rückkopplungen: Auswirkungen auf das globale Klima“ wonach aus der Erwärmung der Arktis dramatische globale Folgen drohen: Die Erwärmung in der Arktis könnte durch Überflutungen ein Viertel der Weltbevölkerung bedrohen, zudem einen gewaltigen Anstieg der Treibhausgasemissionen aus Kohlenstoffspeichern und weltweit extreme Wetteränderungen hervorrufen.

    Der rapide Rückgang des Eises wird auch Temperatur und Niederschläge in Europa und Nord-Amerika beeinflussen und neben der Land- und Forstwirtschaft auch die Wasserversorgung betreffen.

    Regine Günther, Leiterin Klimapolitik des WWF Deutschland, erläuterte: „Wenn sich die Arktis erwärmt, hat das nicht nur regionale Folgen, sondern Konsequenzen für die die gesamte Erde. Die Industrieländer müssen ihre Treibhausgasemissionen drastisch reduzieren, bis 2050 um fast 100 Prozent.

    Der Arktis kommt beim Klima eine herausragende Bedeutung zu: In den gefrorenen Böden und Feuchtgebieten der Arktis sind riesige Mengen Kohlenstoff gespeichert, etwa doppelt so viel wie die Atmosphäre enthält. Wenn nun die Erwärmung in der Arktis voranschreitet, tauen auch die Böden auf und immer mehr Kohlenstoff in Form von CO2 und Methan wird in die Atmosphäre abgeben. Besonders dramatisch ist dabei, dass Methan als Treibhausgas circa 25 Mal so wirksam ist wie Kohlendioxid.

    „Der Klimaschutz muss wieder mehr in den Vordergrund treten. Bisher wird das Thema viel zu wenig aufgegriffen, obwohl es uns alle existenziell bedroht“, erklärte WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes. Das war 2009. Und ist heute, 2015, aktueller denn je.

     

     

    Fotos: 1, 2, 4 & 6: © WWF; 3 & 5: © J. Barthelmess

     

    Hier geht's zur KlimaWende!-Folge von letzter Woche, wo ich von meiner Klimabotschafter-Tätigkeit und meiner Reise in die Arktis berichte.

Kommentare

2 Kommentare
  • Felix_der_Blaue
    Felix_der_Blaue Toller Bericht Johannes, und starke Bilder!
    Was passiert, wenn das Eis der Tundra schmilzt und die freiwerdenden Gase einen sich selbst verstärkenden Klimawandel auslösen, kann und will man sich gar nicht vorstellen.
    Deine Tätigkeit als Kli...  mehr
    18. April 2015
  • JohannesB
    JohannesB @Felix_der_Blaue:

    Danke :)
    ...  mehr
    19. April 2015