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Zukunftsmut meets Bundestag (2/2)

  • Was passiert, wenn ein paar Bundestagsabgeordnete und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse auf Zukunftsmut treffen? Am 21.04.21 bei unserer politischen Veranstaltung mit dem Titel "Wirtschaft, Wachstum, weiter so? Wie wir Wirtschaft neu denken können" haben wir genau das erfahren und davon berichten wir nun. 

    In der AG Politik der Zukunftsmutigen haben wir es uns zum Ziel gesetzt, das Thema Wachstumsunabhängigkeit im Bundestag präsenter zu machen. Seit Herbst 2020 planten wir daher eine Veranstaltung für Bundestagsabgeordnete und deren Mitarbeitende, bei der sie wissenschaftlich fundierte Informationen erhalten und wir uns mit ihnen zu diesem Thema austauschen wollten. Als Basis für die Veranstaltung haben wir zunächst ein wissenschaftliches Policy Brief geschrieben, dass wir den Abgeordneten in der Einladungsmail mitgeschickt haben.

    Wenn auch mit einigen Herausforderungen auf dem Weg bis Mitte April, setzten wir unser Vorhaben in die Tat um und können jetzt sagen: die Veranstaltung ist erfolgreich über die Bühne gegangen! Technik, Moderation, Speaker*innen, Abgeordnete für Stellungnahmen, Datenschutzparagraphen und tausend weitere Dinge wollten bedacht werden und entpuppten sich als komplizierter als gedacht. Immer wieder mussten wir umplanen, flexibel sein und darauf vertrauen, dass am Ende alles laufen würde. Immer unsere größte Angst: Und was, wenn keiner teilnimmt? 

    Doch spätestens, nachdem sich um 18:00 acht der zwölf angemeldeten Teilnehmer*innen aus dem Bundestag eingewählt hatten, stellt sich auch diese Sorge als unbegründet heraus. Nach der Begrüßung durch unsere wunderbare Moderatorin Tanja Busse geht es auch schon los mit einem gemeinsamen Brainstorming zur Bedeutung des Wortes “Zukunftsmut”: 

    Ganz schön positiv und visionär, was unsere Teilnehmer*innen da bei Slido eingeben. Vielleicht sind wir bei unseren Werten und Wünschen ja sogar ziemlich nah beieinander? Weiter geht es dann mit unserem stimmungsvollen Kampagnenfilm, den wir auch sobald es technisch möglich ist, sofort hier in der Community teilen wollen.

    Im informativem Vortragsblock versorgen uns dann Jonathan Barth vom Institut für zukunftsfähige Ökonomien (ZOE) und David Hoffmann vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) mit spannenden Informationen zum wissenschaftlichen Diskurs um Wachstumsunabhängigkeit. Ihre Folien werden wir sobald wie möglich auch hier hochladen. 

    Dann folgt das absolute Highlight: die Stellungnahmen von Anton Hofreiter (Fraktionsvorsitzender bei Bündnis 90/ die Grünen), Lorenz Gösta Beutin (die Linke) und Lukas Köhler (FDP). Überraschend klar wurde hier bei allen Sprecher*innen, dass Wachstum auf Kosten von Ressourcenverbrauch nicht erstrebenswert ist und sich die Frage stellt, was denn überhaupt wachsen soll. Auch wenn es sicher noch einen gesellschaftlichen Aushandlungsprozess braucht, wie eine wachstumsunabhängige Gesellschaft genau aussehen kann, hat uns dieser Konsens Mut gemacht. 



    Weiter geht es dann in Break-Out-Sessions: Ruth Krohn vom Konzeptwerk Neue Ökonomien (KNÖ) und Jonathan leiten je eine Austauschrunde, um mit den Teilnehmer*innen zu erarbeiten, wie das eben erworbene Wissen in die politische Praxis umgesetzt kann. Spannende Stichworte, wie Zeitwohlstand, Bruttonationalglück, Bürger*innenräte oder Donut-Ökonomie fallen hier. 

    Wir sind  so in unsere Debatte vertieft, dass wir gar nicht merken, wie die (für Bundestagsabgeordnete sehr rare) Zeit verstreicht. So finden wir uns zum Abschluss noch mal im Plenum zu einer kleinen Reflexionsrunde zusammen. Dabei wird eines deutlich: wissenschaftliche Erkenntnisse und Pilotprojekte in der Praxis brauchen vor allem eins: aktive und hoffnungsvolle Politiker*innen, die den politischen Rahmen für solch einen gesamtgesellschaftlichen Lern- und Transformationsprozess bereiten wollen. 

    Dazu wollen wir gern den Austausch mit den Abgeordneten aufrechterhalten, um dem Gesagten auch Taten folgen zu lassen. Denn wie wir nun wissen, besteht auf jeden Fall das politische Interesse am Thema. Aber Transformation braucht ihre Zeit - und vor allem eine Portion Zukunftsmut! 
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    Dieser Bericht ist ein Gemeinschaftswerk mit livjula.

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