Berichte

15. Türchen

  • Ein Gefühl der Verbundenheit trotz Entfernung kann durch ein Lächeln von einer fremden Person, einen Marienkäfer auf der Jacke oder eine Sternschnuppe am Himmel entstehen. Aber was haben all diese Dinge gemeinsam? Wir nehmen sie nur wahr, wenn wir achtsam sind! Und wenn ich achtsam bin, dann steigt in mir meist auch ganz schnell ein Gefühl der Dankbarkeit auf und ich fühle mich verbunden. Durch die Verbundenheit mit der Mitwelt, den Menschen, Tieren und Pflanzen und dem Universum fühle mich dann als Teil von etwas Größerem.
     
    Aber was genau ist eigentlich Achtsamkeit? Achtsamkeit bedeutet, jeden Moment bewusst wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten. Doch anstatt jetzt viele Ratgeber und Definitionen zu wälzen, möchte ich lieber ein paar meiner persönlichen Tipps und Tricks mit Euch teilen, die mir immer wieder helfen, eine achtsame Haltung im Alltag zu entwickeln und wirklich im Moment zu sein. Vielleicht habt Ihr ja noch weitere Tipps, die Ihr gern in den Kommentaren teilen mögt?

     
    Bildquelle: eigene Aufnahme. [Bildbeschreibung: drei Bücher zum Thema Achtsamkeit auf einem Holzboden]
     
    In unserer schnellebigen Zeit verlieren wir zwischen To Do-Listen, Zukunftsplänen und Reflexionen über die Vergangenheit manchmal den aktuellen Moment aus den Augen. In solchen Momenten helfen mir diese sieben Übungen:  
     
    1. Die Frage „Wie geht es mir gerade?“. An stressigen Arbeitstagen habe ich oft die Minuten auf dem stillen Örtchen genutzt, um mir genau diese Frage zu stellen und mich wieder ein bisschen mehr mit mir selber zu verbinden.
    2. Drei tiefe Atemzüge. Egal, wann, wie und wo – vor dem Bewerbungsgespräch, nach einer Prüfung oder mitten in einem Streit – drei tiefe Atemzüge können manchmal ganz viel verändern, weil sie mich wieder zu mir zurückbringen.
    3. Augen schließen und eine Minute Geräusche wahrnehmen. Diese Übung mag ich gerne, draußen, um einfach kurz andere Sinne als die Augen anzusprechen und mich wieder verbundener mit der Mitwelt zu fühlen. 
    4. Menschen in der Bahn oder beim Spazieren aktiv wahrnehmen. Wenn der Blick nicht sofort auf den Boden oder auf das Smartphone geht, entgehen mir definitiv weniger freundliche Gesichter, die mir zulächeln ;)
    5. Entschleunigung wahrnehmen. Anstatt mich über den verpassten Bus oder die kaputte Drehtür aufzuregen, versuche ich, solche Momente zu nutzen, um einfach mal kurz den Moment wahrzunehmen und die „verlangsamte“ Zeit aktiv zu erleben.
    6. Bewusst essen. Auch wenn es manchmal verlockend ist, sich beim Essen von Smartphone oder Laptop ablenken zu lassen, versuche ich mir mindestens einmal am Tag bewusst Zeit für eine Mahlzeit zu nehmen und mit der Aufmerksamkeit beim Essen zu sein. Nur dann kann ich auch die Dankbarkeit fühlen, die ich für die Lebensmittel empfinde, die ich da gerade esse.
    7. Meditieren. Unzählige Studien zeigen, wie gut sich tägliches meditieren auf die mentale Gesundheit auswirkt und uns gleichzeitig hilft, achtsamer und glücklicher zu leben. Bühne frei also für 7Mind, headspace und Co. Oder vielleicht magst Du Dir einfach so einen Timer für 3-10 Minuten stellen und in dieser Zeit nur auf Deinen Atem achten und alle Gedanken weiterziehen lassen, ohne sie zu bewerten.
     
     
    Bildquelle: eigene Aufnahme. [Bildbeschreibung: ein Buddha aus Ton inmitten von Edelsteinen und Teelichtern in einer Tonschale]
     
    Enden möchte ich mit meiner Lieblingsfrage in Bezug auf Achtsamkeit und Dankbarkeit. Diese Frage habe ich mir oft jeden Abend gestellt und schriftlich beantwortet (das ist übrigens eine Intervention aus der positiven Psychologie;)) und kann sehr helfen, um einen positiveren, achtsameren und dankbareren Fokus zu bekommen – probiert es gerne mal aus! ;)
    Also: Für welche drei Dinge bist Du genau jetzt gerade dankbar? Teilt es gerne in den Kommentaren! :)

Kommentare

5 Kommentare
  • SaraesaH
    SaraesaH Vielen Dank für dieses schöne Türchen, Lisa!
    Viele der Übungen, über die du berichtest, habe ich selber auch schon versucht in meinen Alltag zu integrieren. Leider habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass ich den Faden dabei verliere. Ich werde...  mehr
    17. Dezember 2020 - 2 gefällt das
  • Jojahanna
    Jojahanna Von mir auch danke für das schöne Türchen! Ich versuche immer besonders achtsam und aufmerksam zu sein, wenn ich in die Natur gehe. Das funktioniert auch ganz gut, weil ich das in meinem Freiwilligendienst gut üben konnte, wenn wir Vögel nach...  mehr
    17. Dezember 2020 - 1 gefällt das
  • lenalotta
    lenalotta Ach wie schön, Lisa, diese Übungen kommen wie gerufen. Danke für dieses schöne Türchen!
    17. Dezember 2020 - 1 gefällt das
  • Cookie
    Cookie Vielen Dank für diese superschönen Anregungen, liebe Lisa!
    Ich bin gerade unglaublich dankbar für all die lieben Menschen, die mich während der Quarantäne unterstützt und an mich gedacht haben; dafür, dass es jetzt überstanden ist und ich heute...  mehr
    17. Dezember 2020 - 1 gefällt das