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Sechs Jahre „Feuer und Flamme“ - meine WWF Jugend Story

  • Manche Leute haben einen Beruf, um einfach Geld zu verdienen. Andere haben das Glück, eine Arbeit zu machen, die ihnen sinnvoll erscheint. Ich bin so ein glücklicher Mensch. Beim WWF habe ich meinen Traumjob gefunden: Community Manager für die WWF Jugend.

    Ich möchte euch gerne erzählen, warum es mein Traumjob geworden ist. Warum mir die WWF Jugend so ans Herz gewachsen ist. Es sind also meine ganz persönlichen Gedanken, die ich heute mit euch teilen möchte.

    Sechs Jahre sind eigentlich eine lange Zeit, aber wenn ich zurückschaue kommt mir alles vor wie ein kurzer und unglaublich schneller Film. Ich wusste nicht genau, worauf ich mich einließ, ich hatte den Job des Community Managers nicht gelernt oder studiert. Ich bin einfach meinem Bauchgefühl gefolgt. Das war nicht einfach, denn ich wusste: Der WWF vertraut mir hier eine extrem wichtige Sache an.

    Mein Bauchgefühl hat mich nie enttäuscht. Ich durfte unglaublich tolle Menschen in der WWF Jugend kennen lernen. Fantastische, inspirierende, motivierende Menschen. Ich durfte erleben, wie diese Menschen verrückte Träume verwirklichen. Zum Beispiel nach Zentralafrika, Sumatra oder Sibirien fahren, um über Naturschutz zu bloggen. Oder mit einer riesigen Wolfspfote aus Holz quer durch Deutschland touren, um die Aufmerksamkeit für Wölfe zu steigern. Oder einfach mal an ein paar Wochenenden über 5.000 Bäume zu pflanzen.

     

     

    Ich verdanke diesen ersten sechs Jahren beim WWF unbeschreiblich viel. Ich habe so viel gelernt. Freunde gewonnen. Und ich habe dank meines Traumjobs auch die Frau meines Lebens gefunden. Mehr Glück hätte ich nicht haben können. Die WWF Jugend wird für mich - das weiß ich schon jetzt - immer zu den ganz großen Glückstreffern meines Lebens gehören.

     

    Die WWF Jugend beweist jeden Tag, dass sie mehr ist als ein virtuelles Netzwerk. Ich erinnere mich gut an Dorothea, eine sehr liebe Kollegin und Freundin von mir, die sich beim WWF für lebendige Flüsse eingesetzt hat. Insbesondere für die Natur der Donau hat sie gekämpft. Bis sie plötzlich und völlig überraschend gestorben ist. Dorothea war ein lustiger Mensch, der viel gelacht hat. Und sie war WWF Jugend Fan. Deshalb hatte sie natürlich auch ein Profil, und sie hat auch ein paar Artikel über die Donau für euch geschrieben. Nachdem Dorotheas Tod bekannt wurde, haben sich viele in der Community per Gästebucheintrag von ihr verabschiedet. Das werde ich nie vergessen. Das war kein virtuelles Netzwerk. Das war Gemeinschaft pur.

    Die schwerste Zeit als Community Manager hatte ich, als wir für ein paar Wochen einen Typen hier hatten, der die Community einfach nur sabotieren wollte. Er legte sich mehrere Profile an, spammte die Community mit Verschwörungstheorien voll und beleidigte diejenigen, die seine Meinung nicht sofort teilten. Traurig, dass manche Menschen anscheinend solche Verlierer sind, dass sie derart um sich schlagen müssen, statt etwas Sinnvolles zu tun. Mich hat das ziemlich runtergezogen.

    Aber in dieser Situation hat die WWF Jugend Community bewiesen, dass sie eine starke Community ist. Alle standen geschlossen hinter den Idealen der WWF Jugend und zeigten "Himmelswächter" die rote Karte. Er war sehr schnell isoliert und wurde ignoriert - das Beste, was passieren konnte. Das war nicht mein Erfolg, das war der Erfolg von allen in der Community. In diesen Tagen hat die Community ihr Selbstbewusstsein entwickelt: Jeder hier ist willkommen, aber eine offene Community zu sein bedeutet nicht, sich jeden Mist gefallen lassen zu müssen. Die WWF Jugend ist und bleibt ein Ort für diejenigen, die ernsthaft etwas für den Erhalt unseres Planeten tun wollen. Mir hat das unglaublich Mut gegeben.

     

    Zwei, die mich nicht nur in diesen schweren Tagen mit Humor, Entschlossenheit und Optimismus besonders unterstützt haben, sind Uli und Peter. Seit Jahren setzen sie sich mit unbeschreiblich viel Herzblut für die WWF Jugend ein. Doch sie sind bei weitem nicht die einzigen - hier versammeln sich so viele Leute, über die ich immer nur staunen kann. Es ist schier unmöglich, sie hier alle aufzuzählen, obwohl ich dies liebend gerne täte. Diejenigen, die sich in der Redaktion und bei den Aktionsteamern engagieren, stehen mit mir fast täglich in Kontakt, und sie sind mir mindestens so ans Herz gewachsen wie die unglaublich tollen Kolleginnen und Kollegen, die ich hier beim WWF habe.

    Viele sind seit Jahren aktiv, planen Aktionen, schreiben Artikel - oder gar ganze Artikelserien. Sie motivieren die anderen in den Teams, fahren durch die ganze Republik um bei Aktionen zu helfen, planen große Kampagnen, hauen sich Wochenenden für unsere Projekte um die Ohren - und zu all diesen tollen Sachen kommt noch viel unauffällige Unterstützung hinzu, wie zum Beispiel die von Martin, der mir seit Jahren Nachrichten schickt, um mich auf Probleme bei der Website oder auf Rechtschreibfehler in meinen Berichten hinzuweisen. :) Wer so viel Hilfe und Unterstützung bekommt, dessen Community kann nur gut werden. Für mich ist die WWF Jugend die beste Community überhaupt.

     

    Sich für den WWF einzusetzen heißt leider auch, Gegenwind auszuhalten. Auch deshalb ist unsere Gemeinschaft so wichtig. Dabei meine ich nicht in erster Linie die vielen Idioten, denen Umwelt und Natur egal ist, die auf unsere Arbeit pfeifen und fröhlich ignorant unsere Welt verpessten. Es gibt darüber hinaus sogar Leute, die uns aktiv bekämpfen. Mit seinem Film "Der Pakt mit dem Panda" versuchte ein Journalist, mit manipulativen Mitteln den WWF als Verbrecherorganisation darzustellen - und mit der Geschichte natürlich Geld zu verdienen. Die Inhalte sind längst objektiv widerlegt. Und trotzdem gibt es immer noch Leute, die darauf reinfallen.

    Manche von euch kennen das. Man kommt zu einem Netzwerktreffen mit einigen anderen Umweltverbänden, und dann rümpfen einzelne die Nase über den WWF. Da kommt jedes Mal Wut in mir auf, und ich möchte den Leuten zurufen: Fallt doch nicht auf diesen Mist rein! Ihr wollt nur das sehen, was ein einzelner Journalist in die Welt gesetzt hat. Dass tausende andere kritische Journalisten die Arbeit des WWF als gut befinden und gerne darüber berichten, blendet ihr aus. Seht ihr denn nicht, dass wir uns so nur selbst schwächen, wenn wir Umweltschützer uns gegeneinander ausspielen lassen?

    Ich finde es wichtig, dass wir offensiv damit umgehen. Dass wir den Dialog mit denjenigen suchen, die uns noch nicht vertrauen. Und dass wir uns nicht entmutigen lassen! Denn gleichzeitig gibt es deutlich mehr Menschen, die dem WWF ihr Vertrauen schenken, die sich ausgewogen informieren und uns unterstützen. Der WWF ist eine der größten und erfahrendsten Naturschutzorganisationen der Welt. Weltweit unterstützen uns fünf Millionen Förderer. Darauf können wir stolz sein. Und mit dieser Gemeinschaft im Rücken müssen wir uns nicht verstecken. Wir müssen weiterkämpfen, durchstarten, stürmen! Für die Tiere und ihre Lebensräume, für die Menschen und einen lebendigen Planeten! 

     

    Ihr seid diejenigen, die in der Welt von übermorgen leben werden. Auch deshalb will ich, dass ihr gehört werdet! Ihr alle - jeder, der hier aktiv ist! Mir macht jeder Tag beim WWF Gänsehaut - wenn ich sehe, wie aus euren Ideen Kampagnen, Filme, Schulmaterialien, Kunstwerke, Berichte und Reportagen werden! Wie aus euren Ideen Wirklichkeit wird. Weil ihr Menschen seid, die diese Wirklichkeit einfach wollen!

     

    Und jede verwirklichte Idee bedeutet Erschöpfung, lange Nächte und Frust, Improvisation und Durchhaltevermögen, und klar, nicht alles läuft sofort so, wie es ausgedacht war. Aber am Schluss steht das gute Gefühl, es geschafft zu haben. Das gute Gefühl, das Richtige getan zu haben. Es lohnt sich, das zu tun, was wir tun. Mit euch ist es möglich. Und deshalb ist dieser Job mein Traumjob.

Kommentare

16 Kommentare
  • Jenni.E gefällt das
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Wow- dieser Geschichte ist wirklich berührend und ich bin sooo froh, dass es einen Ort wie die WWF Jugend, eine Gemeinschaft wie diese gibt. Und viel davon verdanken wir Dir- Danke. Ich bin zwar noch keine 4,5,6 Jahren hier dabei, bin aber trotzdem e...  mehr
    27. März 2015
  • Sandsturm
    Sandsturm Ich kann den anderen nur zustimmen - ein wirklich bewegender und optimistischer Text.
    Allein an diesem Artikel erkennt man, wie gut du deine Arbeit als Community Manager machst, Marcel!!
    28. März 2015
  • Gallina
    Gallina Ein wirklich schöner Bericht, der auch mir zu Herzen geht. Obwohl ich bereits seit einigen Jahren bei der WWF-Jugend dabei bin, hat sich erst nachdem ich schließlich bei meinem dritten Camp neben vielen anderen WWF-Jugend-Mitgliedern auch Dich ...  mehr
    31. März 2015
  • Anais
    Anais Der Bericht ist echt schön geschrieben, Marcel - da hab ich doch glatt eine Gänsehaut bekommen. Schon verrückt, wenn man sich so durch den Kopf gehen lässt, was die WWF Jugend Community schon so alles auf die Beine gestellt hat und wie...  mehr
    7. April 2015