Berichte

Die Katastrophe von Fukushima - Das Leben vier Jahre danach

  • Hallo meine Lieben,

    Der 4. Jahrestag zur Katastrophe von Fukushima ist zwar schon vorbei, aber man kann die heutigen Umstände, vier Jahre danach, nicht einfach totschweigen.

    Am 9. März 2011 bebte die Erde, in einer Stärke von 7,3Mw. Nur hat nicht wirklich jemand vermuten können, dass die zwei Tage später erneut ein Beben Japan erschüttert. Das Tohoku-Beben ist mit der Stärke von 9,0Mw das stärkste Beben in der japanischen Geschichte. Mit dem Beben fing der Alptraum an, wenig später begrub ein 6 Meter hoher Tsunami, alle sechs Reaktoren des Atomkraftwerkes Fukushima unter sich.

    Alleine durch den Tsunami, kamen mehr als 19.000 Menschen ums Leben, von weiteren 2,500 Menschen fehlt jede Spur. Heute, vier Jahre danach sterben die Menschen an den Folgen der Strahlung oder an Einsamkeit.

    Fukushima 1 war das älteste und mit sechs Reaktorblöcken auch das leistungsstärkste AKW Japans. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 11.000 Brennstäbe im Kraftwerk. Vier von sechs Reaktorblöcken wurden komplett zerstört. Um 15:27 treffen die ersten Wellen Fukushima 1 und zerstören die Meerwasserpumpen, die reguläre Kühlung in allen Reaktorblöcken fehlt aus. Die Wellen die die Blöcke treffen sind zwischen 13 und 15 Meter hoch.

    In den Reaktoren eins, zwei und drei lagern nach wie vor geschmolzene Brennstäbe, der genaue Ort ist jedoch noch nicht ermittelt. Die Bergung vieler Brennstäbe gestaltet sich extrem schwierig. Die Werte übersteigen 100 Millisievert pro Stunde, die zu bearbeitenden Reaktoren nahezu komplett zerstört. 

    Ein weiteres Problem ist die Kühlung der noch bestehenden Reaktoren. Zudem vermischt sich Grundwasser, das in die beschädigten Fundamente dringt, sich mit dem kontaminierten Kühlwasser. 200.000 Tonnen kontaminiertes Wasser wurde bereits in 1000 Tanks auf dem Gelände rund um das Kraftwerk gelagert.

    120.000 Menschen können nicht nach Hause, leben in Notunterkünften. dir häufig kleiner als 30 Quadratmeter sind und wenig komfortabel. Nur wenige sind bei Verwandten oder Freunden untergekommen. 

    Allein im Container: Diese ältere Frau lebt seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima in einer Behelfsunterkunft. | © Issei Kato/Reuters

    Die Dekontaminierungsmaßennahmen haben zur einer deutlichen Senkung des Millisievertwertes geführt. Erdschichten werden abgetragen, Häuser mit Hochdruckreinigern gesäubert und Mauern teilweise von Hand mit Bürsten abgeschrubbt. Gereinigt werden unter anderem Wohnhäuser, Parks, Spielplätze, Schulen, Straßen und Felder. 

    230. 000 Menschen leben in Einsamkeit in Wohncontainern und Notunterkünften. Die einsamen Toten zeugen davon, dass Alltag hier eher noch als Fremdwort Bedeutung findet. Normalität sieht anders aus, die Menschen blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. 3200 Menschen sind bereits in Folge der Strahlung, irgendwo einsam in einer Unterkunft gestorben, als die einsamen Toten von Fukushima.

    Text: Lara Hagedorn (RichardParker)

    Informationsquellen: 

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Immer-mehr-Opfer-der-Flucht-Japan-vier-Jahre-nach-der-Fukushima-Katastrophe-2572624.html

    http://www.zeit.de/wissen/2015-03/fukushima-atomunfall-tsunami

    http://de.wikipedia.org/wiki/Chronik_der_Nuklearkatastrophe_von_Fukushima

    Text- und Bildquellen:

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Immer-mehr-Opfer-der-Flucht-Japan-vier-Jahre-nach-der-Fukushima-Katastrophe-2572624.html

    http://www.zeit.de/wissen/2015-03/fukushima-atomunfall-tsunami

Kommentare

8 Kommentare
  • Ria2000
    Ria2000 O ja, das Vergessen ist echt ein Problem, wenn die Menschen nicht ganz direkt davon betroffen sind! Schockierend! Danke für deinen Bericht!
    23. März 2015
  • LSternus
    LSternus Ich muss an meine japanischen Freunde denken. Von ihnen wohnt keiner in der Region Fukushima, aber deutlich näher, als wir an Tschernobyl.
    Es ist eine Schande wie viel von offizieller Seite verschwiegen wurde.
    Danke für den Bericht.
    23. März 2015
  • Kathi.Sunflower
    Kathi.Sunflower Richtig berührend geschrieben!
    Vielen Dank für den Bericht.
    24. März 2015
  • AnneS
    AnneS Kann man kaum glauben, dass das schon 4 Jahre her ist. Den Tagen danach war es ja nur in den Medien und jetzt hat es fast jeder vergessen Echt schockierend das dort noch so viele Menschen leiden, doch kaum einer denkt daran...
    Danke für die Erinneru...  mehr
    29. März 2015