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Tipp der Woche! – „Afrika – das magische Königreich“

  • Unser heutiger Tipp der Woche beschäftigt sich mit der neuen Kino-Dokumentation „Afrika - das magische Königreich“!

    Seit dem 5. März ist diese 3D-Doku von BBC Earth in den deutschen Kinos zu sehen und zeigt uns (der Name ist Programm) Afrika – sowohl das typische Postkarten-Afrika (Savannen, Sonnenuntergänge und Elefantenbabys) als auch Lebensräume, die nicht jeder gleich mit Afrika assoziieren würde, z. B. die schneebedeckten Gipfel des Mount-Kenya-Massivs, Korallenriffe oder auch vulkanische Landschaften.

    Der Film nimmt sich vor, vom Regenwald bis zur Trockenwüste, nahezu alle wichtigen Ökosysteme des Kontinents auf die große Leinwand zu transportieren.  

    Und das mit spektakulären Aufnahmen. So sieht man im Zeitraffer, wie eine tagsüber üppige, blühende Vegetation in den Bergen Kenias jede Nacht, durch die drastisch sinkenden Temperaturen, völlig zufriert. Palmen sind auf einmal von Eiskristallen umgeben, die jedoch jeden Morgen wieder vollständig von der aufgehenden Sonne geschmolzen werden.

    Aber nicht nur Berge und Pflanzen, sondern auch die tierischen Bewohner Afrikas stehen im Fokus. So bekommt man u. a. eine Gorilla-Familie mit überaus neugierigem, verspieltem Nachwuchs, Löwinnen auf der Jagd nach jungen Elefanten, eine balzende Flamingoschar, das Sozialleben von Dschelada-Pavianen, sowie eine gewaltige Vielzahl an Meeresfischen und Korallen zu Gesicht.

    Rein visuell hat die Dokumentation somit einiges zu bieten … und das sollte im Grunde auch reichen, denn „Afrika – das magische Königreich“ verfolgt das bewährte Konzept von Filmen wie „Unsere Ozeane“ und konzentriert sich ganz darauf, uns die Schönheit der sichtbaren Natur zu präsentieren, ohne dabei besonders viel zu erklären oder Hintergründe zu beleuchten. Bei einigen Aufnahmen erfährt man nicht einmal, wo sie genau entstanden sind.

    Und auch Themen wie Lebensraumzerstörung, Wilderei oder Artenschutz bleiben gänzlich unerwähnt. Wie in Disney-Filmen a la „Der König der Löwen“ wird auch hier nur der Teil des Kontinents gezeigt, an dem sich der Mensch noch nicht vergriffen hat (also nur ein außerordentlich kleiner Teil).

    Der Film ist also kein wirklich informationslastiges Werk, sondern viel mehr eine Art verfilmtes Fotobuch, das versucht, den Zuschauer mit beeindruckenden Bildern in seinen Bann zu ziehen.

    Das funktioniert über weite Strecken auch sehr gut, in einigen Szenen kann jedoch der oberflächliche Kommentar des Films etwas nervtötend werden, denn auch wenn man als deutschen Sprecher den großartigen Christian Brückner (bekannt als Synchronstimme von Robert de Niro) ausgewählt hat, wünscht man sich an vielen Stellen doch, der Film hätte stärker das Konzept von „Unsere Ozeane“ aufgreifen und den Sprechertext auf wenige einführende Sätze beschränken sollen. So bekommt man stattdessen am laufenden Band pathetische Worthülsen, Euphemismen („unberührte Naturschönheit“) und Offensichtlichkeiten serviert („Kreislauf des Lebens“, „Kein Leben ohne Wasser“, „Im Meer gibt es Leben“) …  dabei sagen manchmal 87 Minuten Bild so viel mehr als 1000 Worte …

    Etwas ärgerlich ist auch, dass die Dokumentation stellenweise Tiere aus verschiedenen Lebensräumen in ein vermeintlich gemeinsames Ökosystem zusammenschneidet, um den Eindruck von Biodiversität zu kreieren. So zeigt der Film z. B. eine Ameisenkolonie und einige andere Insekten in einem westafrikanischen Regenwald und blendet zwischendurch Nahaufnahmen von Moholi-Galagos ein, die aber laut Abspann in einer trockenen Savanne in Südafrika gefilmt wurden und überhaupt nicht zur Regenwald-Fauna gehören.

    Der Film ist außerdem nichts für strikte Gegner von Disney-Naturdokus a la „Die Wüste lebt“, in denen man die Natur mehr inszeniert als analysiert, denn auch hier gibt es Szenen, die eindeutig an eine Spielfilm-Ästhetik anknüpfen. Wenn ein Chamäleon und eine Schabe sich in der Namib-Wüste zögernd gegenüberstehen, klingt die Musik eindeutig nach Western und wenn eine Echse im Wüstensand immer wieder ein Bein hochheben muss, weil der Boden zu heiß ist, um auf allen Vieren zu stehen, ertönen Sound-Effekte wie in einem Slapstick-Cartoon.

    Davon abgesehen, ist die musikalische Untermalung des Films jedoch sehr stimmig und passt sich in Tempo und Intensität gut der Dramaturgie des Films an.

    Doch ist es wirklich empfehlenswert, sich „Afrika – das magische Königreich“, trotz all der kleinen Makel, im Kino anzusehen?

    Eindeutig: Ja!

    Aber nicht nur aufgrund der wirklich beeindruckenden Naturaufnahmen und der Vielfalt an landschaftlichen und tierischen Motiven, sondern vor allem aufgrund des spektakulären 3D-Effekts!

    Denn erst die 3D-Technik, die hier außerordentlich effektiv eingesetzt wurde (besser als in den meisten 3D-Spielfilmen), lässt einen tatsächlich in die großen Bilder eintauchen.

    Wenn man Flamingos fliegen, Fischschwärme schwimmen oder Elefanten ihre Rüssel ausstrecken sieht, dann werden die Limits der Filmleinwand wunderbar gebrochen. Auch Szenen, in denen Gorillas oder Paviane neugierig mitten in die Kamera blicken, Szenen mit Wasserbewegungen (Wellen, Wasserfälle etc.) und sogar die obligatorische „Krokodil frisst Gnu“-Szene, die wohl in keiner Afrika-Doku jemals fehlen wird, erscheinen in der dritten Dimension gleich viel intensiver.

    Das bewegte Fotobuch wird somit nicht nur lebendig, sondern lässt den Zuschauer gleich in all seine Bilder eintauchen und das in einer so ausgezeichneten Qualität, dass man über all zu oberflächliche Kommentare und all zu bombastische Musikstücke definitiv hinwegsehen kann! „Afrika – das magische Königreich“ ist deshalb ein klarer Tipp für alle, die sich gerne auf ein spannendes, visuelles Kinoerlebnis einlassen!

    gez. Maxim Podobed 2015

    Und hier kommt ihr zum letzten Tipp der Woche: Yooweedoo-Ideenwettbewerb 

Kommentare

4 Kommentare
  • RichardParker
    RichardParker Danke für den tollen Tipp Maxim! Ich hatte bereits von dem Film gelesen im Newsletter des WWF Deutschland :)) Ich will unbedingt noch in diesen Film reingehen, diese spektakulären Aufnahmen kann ich mir nicht entgehen lassen! :))
    14. März 2015
  • Ria2000
    Ria2000 Danke für den Tipp! :)
    14. März 2015
  • SaveTheWorld.
    SaveTheWorld. Danke für den Artikel! Hatte den Film schon im Kino-Programm entdeckt und hatte überlegt ihn mir anzuschauen. Jetzt möchte ich auf jeden Fall rein :)
    15. März 2015
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Sehr interessanter Tipp, danke :-) Der Film hört sich auf jeden Fall spannend an!
    17. März 2015