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Sorge um Tschernobyl - Wird es erneut strahlen?

  • Hallo meine Lieben,


    Das Thema Tschernobyl wird vielen heute noch einen Schauer über den Rücken jagen auch wenn die Katastrophe vom 4.Reaktorblock nun schon fast 30 Jahre her ist. Infolge eines Bedienfehlers kam es am 26 April 1986 zu einer der größten Nuklearkatastrophen der Geschichte.

    Der Reaktorblock 4 sollte für einen Test auf nur noch 25 Prozent seiner Nennleistung heruntergefahren werden, infolge eines Bedienfehlers jedoch sank die Leistung auf unter 20 Prozent, was laut Vorschrift inakzeptabel ist und sofortiger Gegenmaßnahmen bedurft hätte. Der Reaktor wurde jedoch weiter betrieben, anstellen ihn abzuschalten. Das Team, dass die Schicht in der Nacht zum 26.April 1986 übernahm hatte zunehmend Schwierigkeit den Reaktor zu stabilisieren. Sodass der Schichtleiter sich zur Bedienung des manuellen Notabschaltungsknopf entschied.


    Doch hier wird ein Konzeptfehler ersichtlich der fatale Folgen hat. Durch die an den Spitzen der Stäbe angebrachten Graphitblöcke wurde beim Einfahren eines vollständig herausgezogenen Stabs die Reaktivität zunächst kurzzeitig um den Wert eines halben Betas erhöht, bis der Stab tiefer in den Kern eingedrungen war.

    Die durch das gleichzeitige Einfahren aller Stäbe massiv gesteigerte Neutronenausbeute ließ die Reaktivität so weit ansteigen, dass schließlich die prompten Neutronen alleine für die Kettenreaktion ausreichten und die Leistung innerhalb von Sekundenbruchteilen das Hundertfache des Nennwertes überschritt.

    Es kam zu mehreren Explosionen. Der Reaktorblock 4 wurde fast komplett zerstört. Welche Explosion jedoch den mehr als 1000 Tonnen schweren Deckel des Reaktorkerns wegriss ist bis heute unklar. Hochradioaktive Partikel wurden in Unmengen in die Luft geschleudert und ein Gebiet auf mehr als 3000 Quadratkilometern zur Sperrzone.

    Bis heute darf das Gebiet nur unter strengen Auflagen betreten werden. Jetzt droht erneut Gefahr: Durch Winde werden radioaktive Partikel über ganz Europa verstreut. Die eigentliche Gefahr geht jedoch von Waldbränden aus, weil sie große Mengen von hochradioaktiven Cäseum 137 freisetzen und das Gebiet erneut zu strahlen beginnen würde.

    Der zerstörte Reaktorblock 4

    Das Forscherteam um Nikolaos Evangeliou will keineswegs Panik verbreiten sondern mit ihrer Studie auf die berechtigte Sorge hinweisen. Dafür hatten sie die Satellitenaufnahmen der Feuer in den Jahren 2002, 2008 und 2010 mit Modellen der Luftströmungen und Messungen von radioaktivem Cäsium-137 in der näheren und weiteren Umgebung verglichen. Ergebnis: Waldbrände haben in der Vergangenheit tatsächlich Partikel freigesetzt, die mithilfe von Wind in einige Länder in Europa verteilt wurden.

    Der Klimawandel begünstigt die ganze Sache nur noch weiter, dass Gebiet um Tschernobyl trocknet immer weiter aus, die ideale Voraussetzung für Waldbrände.
    Es wird Zeit zu handeln, um hochkontaminierte Gebiete wie Tschernobyl besser zu schützen!

    Text: Lara Hagedorn (RichardParker)

    Textquellen:

    http://www.20min.ch/wissen/news/story/Tschernobyl-droht-bald-wieder-zu-strahlen-17233299#showid=6996&index=0

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl

     

    Bildquelle:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl#mediaviewer/File:Chernobylreactor_1.jpg

    http://www.boston.com/bigpicture/2011/04/chernobyl_disaster_25th_annive.html

     

     

Kommentare

8 Kommentare
  • Luke24
    Luke24 Umso besorgniserregender, als dass in der Ukraine derzeit der Schutz von Tschernobyl nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit steht ....
    20. Februar 2015
  • Lisa18
    Lisa18 Vielen Dank für den super interessanten Bericht! Weißt du, ob die Leute, die sich während der Explosion im inneren befunden habe, überlebten?
    20. Februar 2015
  • Ria2000
    Ria2000 Das ist echt mal wieder schockierend! :( Aber danke für den Bericht! :)
    22. Februar 2015
  • LisaKayss
    LisaKayss Das ist wirklich unheimlich! Darüber hatte ich mir noch nie so richtig Gedanken gemacht! Vielen Dank für den super Bericht!
    23. Februar 2015