Berichte

Dagegen sind wir machtlos!

  • Wer glaubt, Erdbeben kommen nur alle paar Jahre mal vor, hat sich gewaltig geirrt! Allein in den letzten 24 Stunden gab es 102 Beben weltweit! Die meisten sind jedoch so schwach, dass wir sie gar nicht spüren. Zum Glück! Denn wenn jede Erschütterung so stark wäre, dass Häuser einstürzen, Menschen sterben und Tsunamis und Erdrutsche ausgelöst würden, hätten wir selbst in Deutschland keine ruhige Minute mehr.


    Doch wie entstehen diese Naturgewalten überhaupt?
    Dafür gibt es die unterschiedlichsten Gründe. Diese reichen vom Kontinentaldrift über vulkanische Aktivität bis hin zu menschengemachten Sprengungen und Bergstürzen. Dabei unterscheidet man zwischen tektonischen Beben, See- und Frostbeben. Doch was genau dabei passiert, sehen wir uns jetzt mal an.

    ©Wikipedia.org

    Wie ihr bestimmt wisst, besteht die Erde aus verschieden großen Kontinentalplatten (siehe Bild), die permanent in Action sind. Dabei stoßen sie immer wieder aneinander, sodass es zu Spannungen zwischen den Gesteinen kommt. Bewegen sie sich aufeinander zu, entsteht eine Kompressionsspannung. Das Gestein wird zusammengestaucht und der Block entweder nach oben oder nach unten verschoben.
    In der Fachsprache spricht man hier von der Kollisions- oder Subduktionszone (siehe Bild) (die auch sehr schwere Erdbeben auslösen kann).
    Wenn die tektonischen Platten auseinanderdriften, entsteht eine Zugspannung (Extension). Die Blöcke werden auseinandergezogen und verschieben sich nach unten.
    Hier spricht man auch von der Spreizungszone (siehe Bild).
    Bei der Blattverschiebung gleiten die Platten seitlich aneinander vorbei.
    Dieses Phänomen nennt man auch Transformverwerfung (siehe Bild).

    ©Wikipedia.org

    Wie so vieles in der Natur kommen auch diese Phänomene nie so eindeutig vor wie im Geographiebuch. Bei einem Beben spielen in der Regel alle Plattenbewegungen mit. Frei nach dem Prinzip, jeder darf mal. Die Energie, die dabei freigesetzt wird, kann mehr als Hundertfachen einer Wasserstoffbombe entsprechen. Die Energie breitet sich im Normalfall mit einer Geschwindigkeit von ca.3, 5 km in einer Sekunde aus! Bei sechs Beben wurde bereits Überschallgeschwindigkeit gemessen! Da wird jeder Formeleins-Rennfahrer blass vor Neid!

     

    ©Wikipedia.org     Unübersehbar: Eine Wasserstoffbombe


    Doch woher weiß man das? Gute Frage, hier kommt die Antwort: Die Erdbebenwellen, die bei jedem Erdbeben entstehen, können mithilfe von Seismographen aufgezeichnet werden. Mit ihnen kann man den Ort des Hypozentrums (Erdbebenherd), also wo der Ursprung von solch einen Beben liegt, genau lokalisieren.

    ©Wikipedia.org    Erdbebenzentrum


    Vorhersagen sind leider nicht möglich. Die Seismologen können lediglich Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Regionen aufstellen. Doch wie so oft, können uns auch hier die Tiere helfen, denn sie spüren schon weit im Voraus die Gefahr. Hunde fangen an zu bellen, Mäuse, Ratten und Kröten kommen in Scharren aus ihrem Löchern, Bullen unterbrechen ihre Paarung und sie allesamt nehmen Reißaus. Wenn sich dann auch noch der Erdboden neigt, sollten auch wir ganz schnell das Weite suchen.

    ©WWF

    Nun aber schnell hinterher!

    Quellen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Plattentektonik#mediaviewer/File:Tectonic_plates_de.png

    http://en.wikipedia.org/wiki/Castle_Bravo#mediaviewer/File:Castle_Bravo_Blast.jpg

    http://de.wikipedia.org/wiki/Epizentrum#mediaviewer/File:Epicentrum-hypocentrum-schema.png

    http://de.wikipedia.org/wiki/Plattentektonik#mediaviewer/File:Tectonic_plates_de.png

    http://de.wikipedia.org/wiki/Plattentektonik#mediaviewer/File:Tectonic_plates_de.png

     

Kommentare

5 Kommentare
  • Lisa18
    Lisa18 Da hast du absolut recht! Trotzdem finde ich diese Naturgewalten gerade, weil der Mensch nichts dagegen tun kann, faszinierend. Zu den Gewalten zählen natürlich auch die Vulkane, Tornados und Stürme aller Art.
    9. Februar 2015
  • RichardParker
    RichardParker Vielen Dank für den tollen und interessanten Artikel Lisa, wenn das mal keine Naturgewalten sind, dann weiß ich es auch nicht. Ein wenig erschreckend, dass wir so wenig Einfluss darauf haben können!
    9. Februar 2015
  • Lisa18
    Lisa18 Irgendwie schon, besonders wenn man bedenkt, dass uns nun auch hier in DE vermehrt solcher Naturgewalten drohen dank des Klimawandels.
    9. Februar 2015
  • Ronja96
    Ronja96 Danke für den interessanten Artikel! Es ist schon irgendwie merkwürdig, wenn man sich überlegt, wie viele Beben es eigentlich gibt. Aber zum Glück spürt man die ja nicht alle.
    10. Februar 2015