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2035 oder 2350? Der "Gletscherfehler" des IPCC

  • Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wurde 1988 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und beschäftigt sich mit den Risiken und Folgen des Klimawandels, stellt Prognosen für die Zukunft an und entwirft Lösungs- oder Anpassungsstrategien. Der erste Bericht des IPCC erschien 1990, der vierte und neuste 2007. Und genau dieser sorgt nun für enormen Aufruhr...

     

    Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen im IPCC. „Die Himalayagletscher könnten bis zum Jahre 2035 abgeschmolzen sein“,stand dort zu lesen, was für jeden Fachmann blanker Unsinn ist.  Später wurde die Zahl auf 2350 geändert, zum Schluss ganz aus dem Bericht genommen. Und dies ist noch nicht mal der einzige Fehler im Bericht. Auch das Eis des Kilimandscharo wollten die Forscher des Weltklimarates schneller abtauen lassen, als es höchstwahrscheinlich der Fall sein wird. Dabei beriefen sie sich zwar auf  (nicht bestätigte) NASA Berichte,  eine wirkliche wissenschaftliche Grundlage ihrer Aussage konnten sie jedoch nicht nachweisen.  Dieser Fehler wurde Gott sei Dank noch früh genug entdeckt...

     

    Wie können einem preisgekrönten Gremium solche Fehler unterlaufen? Nun, dafür gibt es verschieden Gründe. Zum einen finden nicht nur wissenschaftlich geprüfte Reports Eingang in diesen Bericht, sondern auch Texte aus unsicheren Quellen, die von den Fachleuten des IPCC erst gründlich untersucht werden müssten. Was beim „Gletscherfehler“ in dieser Hinsicht besonders traurig ist: angeblich soll dieser aus einem Bericht des WWF stammen, welcher dann unverändert in den Klimabericht des IPCC übernommen wurde.... Bestätigt ist dies nicht.

     

    Eine weitere Fehlerquelle könnte in der Arbeitsweise des IPCC liegen, welches aus drei Arbeitsgruppen besteht, die alle unabhängig von einander verschieden Berichte erstellen: die WG 1(working group), welche sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen beschäftigt. Die WG 2, die sich um die Verletzlichkeit verschiedener Weltgegenden kümmert und schließlich die WG 3, welche sich Möglichkeiten der Eindämmung der Klimawandels überlegt. Die WG 2, welche die Folgen des Klimawandels für konkrete Regionen ermittelt, hat somit oft das Problem auf einem Gebiet zu arbeiten, welches voller politisch umstrittener Themen ist, beherrscht von regionalen Interessen und Konflikten . Somit liegt die Versuchung nahe, selbst Partei zu ergreifen. So gibt es von einem für das Asien-Kapitel zuständige Mitglied der WG 2 einen verblüffenden Kommentar zu der „2035“-Panne: „Es hatte mit den Ländern der Region und ihrer Wasserversorgung  zu tun. Wir dachten, wenn wir das hervorheben können, wird das Politiker zu konkreteren Maßnahen ermuntern“.  War der „Gletscherfehler“ also am Ende Absicht, um die betroffenen Regierungen zu schnellerem Handeln zu zwingen? In Anbetracht dessen, dass das IPCC sich verpflichtet objektiv zu berichten, wäre das natürlich fatal. Der Kommentar wurde übrigens später zunächst zurückgenommen und dann dementiert...

     

    Man könnte nun sagen „Irren ist menschlich“. An  den IPCC Berichten arbeiten immerhin 2000 Autoren, welche alle nicht unfehlbar sind. Im Grunde geht es auch nicht um dieses „Detail“. Es ist eher die Glaubwürdigkeit des gesamten Klimarates, die nun in Frage gestellt wird, und das in einer Zeit, in der der Klimawandel sowie schon von immer mehr Menschen als unwichtig und als übertrieben dargestellt gilt. Viele Fragen sich nun, wie viele Fehler denn wohl noch in dem Bericht sind. Und ob sie überhaupt noch dem IPCC als Ganzem glauben schenken sollen. Für eine so preisgekrönte Organisation, die meiner Meinung nach insgesamt eine sehr gute Arbeit leistet, ist das mehr als schade. Auch wenn dem IPCC in den letzten Jahren ein „fast päpstlicher Status der Unfehlbarkeit“ (Ottmar Edenhofer) zugesprochen wurde, dürfen aus genau diesem Grund solche Fehler nicht passieren. Die Tatsache, dass das IPCC außerdem erst auf die Anschuldigungen reagierte, als das Thema bereits groß in den Medien diskutiert wurde und nur dürftig dazu Stellung nahm, macht es natürlich auch nicht besser. Alles in allem sollten wir aber denke ich nicht die wirkliche sinnvolle Arbeit des Weltklimarates aus den Augen verlieren und in Zukunft darauf hoffen, dass solche Fehler nicht mehr passieren.

    Quellen:

    DIE ZEIT Nr. 5

    www.co2-handel.de 

    www.globalklima.blogspot.com

     

Kommentare

5 Kommentare
  • Internetti
    Internetti Da sieht man mal wieder wie egoistisch die Menscheit ist - aus purem Egoismus wurden Daten evtl. gefälscht um Regierungen zum handeln zu bewegen - diese Finte ist jetzt natürlich ein gefundenes Fressen für alle Ausbeuter unserer Erde. Einfach unglaublich ...  mehr
    6. Februar 2010
  • KatevomDorf
    KatevomDorf @Bassus: beid ir hör es sich ja direkt so an, als würde s noch mehr \"lügen\" geben und u nur angst hättest, dass diese jetzt auch zutage treten könnten.. wie erbärmlich. wenn man schon kämpft, dann mit fairen mitteln. wenn man auf einmal anfängt wie die ...  mehr
    7. Februar 2010
  • Albatross
    Albatross @Kate13: Ich glaube, Bassus meinte das eher so, dass wir gerade wegen der Glaubwürdigkeit des Naturschutzes besonders aufpassen müsse, dass wir - also der Naturschutz - keine weiteren Fehler machen. Ich seh das auch so. Aber ich finde auch: Ja, Fehler müs...  mehr
    7. Februar 2010
  • Marcel
    Marcel Hallo zusammen, ich würde euch gerne die WWF-Position zu diesem Problem erzählen. Habe gerade mit mit meiner Kollegin Barbara aus dem WWF-Klimateam darüber gesprochen, die unsere Stellungnahme zu dem Fehler so auf den Punkt bringt: Weiterhin gibt es bei d...  mehr
    9. Februar 2010