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Tierportrait: Nashornvogel

  • Mit seinem kuriosen Horn ist der Nashornvogel in der Vogelwelt einer der interessantesten und einzigartigsten Lebewesen. Leider ist es auch einer der gefährdetsten. Von den insgesamt etwa 55 Arten sind zwei Arten als „vom Aussterben bedroht“, wiederum zwei weitere Arten als „stark gefährdet“ und bei 46 anderen Arten als „Gefährdung anzunehmen“ von der Weltnaturschutzunion IUCN gekennzeichnet. Sieben Arten werden im sogenannten Anhang II gelistet, welches eine wirtschaftliche Nutzung unter strenger Kontrolle, sowie den Verkauf von lebenden Tieren erlaubt. Drei Arten sind im Anhang I gelistet, die im Gegensatz zum Anhang II einen internationalen Handel der Tiere ausschließt. Eine genaue Zahl des Bestands ist dabei unklar.

    Um den Grund für die Bedrohung dieser Tiere zu verstehen, ist es nötig, ihr Wesen, ihr Verhalten und ihren Lebensraum unter die Lupe zu nehmen.

     

    Die Verbreitung

    Das Verbreitungsgebiet der Nashornvögel erstreckt sich über Afrika (auch in Dzanga Sangha) bis hin zum Süden der Sahara, Südwestarabien, Südasien und sogar auf den Philippinen und den Salomonen.

     

    Das Aussehen


    Wie der Name schon sagt besitzt der Nashornvogel ein meist hohles oder aus lockerem Knochengebälk bestehendes Horn, oft leisten-, helm-, oder eben hornförmig, welcher direkt über ihren häufig bunten Schnäbeln sitzt. Abgesehen vom Horn gibt es aber noch andere Auffälligkeiten dieses Vogels. Er besitzt am Kopf und am Hals nackte, aber dafür gefärbte Hautteile und einen langen Schwanz mit fast genau 10 Federn. Das Gefieder hat sich evolutionsmäßig der Umgebung des Tieres angepasst; In Wäldern lebende Nashornvögel sind eher dunkel gefärbt, oft mit einem metallischem Glanz (die meines Erachtens nach die feuchten Blätter imitieren soll), die in Steppen lebenden Nashornvögel haben hingegen eine helle Braunfärbung. Die Färbung ist auch Geschlechtsbedingt. Zudem ist das Weibchen auch viel kleiner in Gestalt, Schnabelgröße und Horngröße. Nashornvögel werden bis zu 15 Jahre alt.

    Nashornvögel als soziale Tiere


    Die Fortpflanzung


    Die sozialen Nashornvögel leben paarweise, aber häufig auch in Gruppen zusammen. Während der Nahrungsaufnahme können sie aber auch zusammen mit anderen Tiere leben, wie zum Beispiel mit Affen. Die Vögel fühlen sich offenbar in Gesellschaft anderer Tierarten wohl, obwohl sie eigentlich eher aus einem praktischen Grund bei den Affen sind: Durch den Lärm, den eine Affenhorde verursacht, werden die Insekten so aufgescheucht, dass sie für die Vögel leichte Beute sind.
    Die Nashornvögel besitzen im puncto Nestbau eine für Vögel einzigartige Methode, die leider aber auch einer der Gründe für ihr Aussterben ist. Das Männchen mauert das Weibchen fast komplett in eine Baumhöhle eines großen, alten Baumes ein, mithilfe eines Gemisches bestehend aus Erde, Kot, Speichel und Pflanzenteilen. Er lässt nur ein kleines Verbindungsloch zu Außenwelt, mit dessen Hilfe er in der Lage ist, ununterbrochen Nahrung für das Weibchen und die geschlüpften Vögeln rüber zu reichen. Dies dient zum Schutz vor Nesträubern wie zum Beispiel vor Affen oder Schlangen. Nach etwa 28 Tagen sind die Jungen geschlüpft und bleiben noch ein bis drei Monate im Nest. Bis zur Flugfähigkeit der Jungen bleibt das Weibchen mit ihnen in der Höhle und verliert dabei ihr sämtliches Federkleid. Auch nach dem ersten Flug bleiben die Jungen zwei bis drei Jahre im Familienverband, wo sie immer noch gefüttert werden.

    Männchen vor der Bruthöhle

    Das Männchen vor der Bruthöhle

     


    Der Grund des Aussterbens


    Nashornvögel haben in ihrer Umgebung kaum Feinde. Warum gibt es also immer weniger von ihnen? Wiedermal ist das Eingreifen des Menschen in die Natur die Ursache. Zum einen werden die Vögel von Einheimischen wegen ihrem massiven Hornaufsatzes bejagt. Sie dienen als Rohstoff für kunstvolle Schnitzereien für Gürtelschnallen, Zierpferdchen und Schnupffläschchen. Zudem wird ihr Horn als Medizin oder auch als Liebeszauber genutzt, ähnlich wie beim Horn von Nashörnern und dem Geweih von Hirschen. Außerdem werden durch den internationalen Handel der Tierarten vom Anhang II die Vögel in Zoos oder von Privatpersonen gehalten, sodass die Population der Tiere innerhalb ihrer natürlichen Umgebung sinkt. Ein weiterer Grund für das Aussterben der Nashornvögel ist die Waldrodung. Sie werden immer wieder auf ein kleineres Waldgebiet zurückgedrängt. Der Verlust von den großen, alten Bäumen, die sie für ihre Brut und Aufzucht benötigen, kann nicht durch junge Bäume von Plantagen ersetzt werden. Daher sinkt ihr Bestand. 

     

    Kunstvolle Schnitzereien aus dem Schnabel und Horn des Nashornvogels

    Schnitzereien aus dem Horn des Nashornvogels

     


    Die Hilfe


    Der WWF hilft zusammen mit TRAFFIC, ihrem gemeinsamen Artenschutzprogramm und die der IUCN, Staaten bei der Überwachung zum Schutze von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Der WWF setzt sich dafür ein, dass die Unternehmen und Regierungen Afrikas ihre Wälder nach den Kriterien des FSC (Forest Stewardship Council) zu bewirtschaften haben, die auch besagen, dass ältere Bäume nicht abzuholzen sind. Darüber hinaus setzt sich der WWF für das Stoppen der wahllosen Abholzung von Wäldern ein, bevorzugt in den Verbreitungsstaaten des Nashornvogels. Durch intensive politische Lobbyarbeit wird seit 2004 in Borneo die nachhaltige Nutzung von Produktionswäldern durchgesetzt. Mitarbeiter vor Ort unterstützen und verwalten auch Nationalparks mehrerer Schutzgebiete und kämpft dort gegen illegalen Holzeinschlag und die Wilderei. 

     

    Quellenverzeichnis:

    http://wwf-arten.wwf.de/media/156/Nashornvogel_HG_Artenportraet_2007.pdf
    http://wwf-arten.wwf.de/detail.php?id=156

    Bildverzeichnis:

    http://assets.wwf.ch/downloads/hi_45540.jpg

    http://www.wwf.at/images/cms_uploaded/4a670a7db3565_b.jpg

    http://www.jungleartsandflora.com/images/tribal_art_images/jimmy_hornbill_earringa.jpg

    http://2.bp.blogspot.com/__Dq5_ABpFrs/Sv6imTr41LI/AAAAAAAAJdQ/YZDnAciD4kQ/s400/Rhino+Hornbill2.jpg

Kommentare

5 Kommentare
  • blackDiamond
    blackDiamond Eine wirklich sehr schöne Vogelart....aber sie zu töten um Schmuck aus dem Horn zu machen finde ich grausam....das muss gestoppt werden!
    3. Februar 2010
  • Iin
    Iin sie sind so schön... man kann doch auch aus Holz schnizereien machen!!!
    3. Februar 2010
  • Albatross
    Albatross Hey, Bruder, schicker Schnabel! Viele Grüße vom Albatross ;)
    7. Februar 2010
  • SammyJo
    SammyJo Dieser Vogel ist so einzigartig und sofort ist er dabei ausgerottet zu werden nur wegen seinem Horn !!! Da frag ich mich nur kann man nich aus anderen Materialien Schmuck machen?
    7. Februar 2010