Berichte

Smog Journeys

  •  "You can't truly grasp the level of pollution in China until you have lived there. I live in Shanghai and the things I took for granted like exercising outside, seeing a blue sky, and drinking the tap water I no longer have. My face and skin have dried out. All the expats that live here agree that their health declined after arriving here. I check the pollution every morning to see if I need to put my mask on. This isn't some hippie shit. The pollution here is real." meguoren

    Zum Zeitpunkt des Lesens ist es auch bei mir draußen grau und trist. Und doch ist es ganz anders als in China, schießt es mir durch den Kopf. Hier handelt es sich bloß um einen bewölkten und regnerischen Tag. Kein dauerhafter Zustand. Ich versuche mir vorzustellen wie es wäre, wenn ich jeden Tag diesen Anblick aus meinem Fenster hätte. Ich schüttle leicht meinen Kopf. Kein schöner Gedanke, wo ich doch den blauen Himmel und den Anblick der Sonne so liebe. Ich lehne mich in meinem Computerstuhl zurück und muss an die Chinesen denken. Irgendwo in China sind jetzt unzählige Mädchen und Jungen in meinem Alter, die diesen Anblick jeden Tag vor Augen haben. Doch wo ich nur überlege ob ich nachher einen Regenschirm mitnehmen sollte, überlegen meine Gleichaltrigen in China, welchen Mundschutz sie heute tragen und wie hoch die Luftverschmuitzung wohl heute ist. Über die dauerhaften gesundheitlichen Schäden möchte ich lieber gar nicht nachdenken. Ist das ein angemessener und tragbarer Preis dafür, einer der weltführenden Wirtschftskräfte zu sein?

    Ich muss zu geben, obwohl ich versucht habe mir auszumalen wie es wirklich in China aussieht, habe ich nicht mit so extremen Bildern gerechnet, wie ich sie vorhin gefunden habe. Zum einen bin ich über einen sieben-minütigen Kurzfilm vom chinesichen Regisseur Jia Zhangke, der für seine gesellschaftskritischen Filme bekannt ist, gestolpert und gleich darauf über eine erschreckende Bilderreihe über Chinas Umweltverschmutzung.

    Der Film "Smog Journey" mag etwas zu dramatisch und theatralisch wirken und doch hat er mich berührt. Ich war hin und her gerissen zwischen Unglauben, Mitleid und Wut über die dortigen Zustande, die wir Menschen selber geschaffen haben. Für Außenstehende müssen wir echt wie Masochisten wirken, schoß es mir durch den Kopf mit einem bitteren Lächeln auf den Lippen. 

    Ob einem die Art des films gefällt oder nicht, es lohnt sich auf jeden fall einmal reinzuschauen und zwei Familien in ihrem Alltag in der Stadt und auf dem land zu beobachten.

     Titelbild: wikimedia commons

     

     

     

     

     

Kommentare

8 Kommentare
  • Franzi...
    Franzi... Die viele Luftverschmutzung ist echt schrecklich, man sollte wirklich was dagegen tun. Das Video bringt einen total zum Nachdenken...
    26. Januar 2015
  • Zweitagsfliege
    Zweitagsfliege Also als ich vor zwei Jahren in China war, ist mir ehrlich gesagt kein Smog aufgefallen. Wir waren auch in Peking, Nanjing und Shanghai und ich meine keinen bemerkt zu haben...
    27. Januar 2015
  • MaRyLoU
    MaRyLoU Ich finde wie gesagt auch, dass solche Videos mit Vorsicht zu bewerten sind. Vielleicht sieht es dort nicht jeden Tag so schlimm aus, aber Tatsache ist, dass es dort auf jeden Fall so schlimm aussehen kann. Aber interessant, dass du es vor zwei Jahren nic...  mehr
    27. Januar 2015
  • FenyaM
    FenyaM Ich war vor ungefähr 3 Jahren für ein Jahr in China, in Zhengzhou, einer Stadt mit ich glaube so um die 8 Millionen Einwohnern... Der Smog dort war von Tag zu Tag echt unterschiedlich stark, aber die Sterne konnte man nachts zum Beispiel nie seh...  mehr
    17. Februar 2015