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Indische Tiger atmen auf, Nashörner weiter auf dem Rückzug

  • Aus Indien erreicht uns eine sensationell gute Nachricht: das Comeback des Dschungel-Königs! Seit 2010 ist die indische Tiger-Population um 30 Prozent auf 2226 Tiere gewachsen. "Unser unermüdlicher Einsatz für den Tiger zahlt sich endlich aus", freut sich WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Das macht Mut! 2010 hatte sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet, bis 2022 die Zahl der wilden Tiger von 3200 auf mehr als 6000 zu steigern. Unsere Forderung: Jetzt müssen auch Tiger-Länder wie etwa Malaysia oder Indonesien dem Vorbild Indiens folgen und den Tiger-Schutz intensivieren!

    Mehrere hundert Tiger sind in Indien anhand ihrer individuellen Fell-Musterung eindeutig identifizierbar - ein Novum im Artenschutz. Mit modernen Beobachtungstechniken wie DNA-Tests und Kamerafallen werden Tierzählungen zunehmend genauer. Das möglichst exakte Monitoring von Wildtierbeständen ist eine entscheidende Grundlage für die Ausweisung von Schutzgebieten - außerdem lässt sich so der Erfolg der Artenschutz-Arbeit seriös überprüfen.

    Gleichzeitig gibt es leider auch eine sehr besorgniserregende Nachricht: Bei Nashornwilderei wurde ein neuer Negativrekord erreicht. Allein in Südafrika wurden im vergangenen Jahr 1215 Nashörner gewildert – 21 Prozent mehr als Vorjahr.

    Besonders schlimm ist die Situation im berühmten Krüger Nationalpark, wo 2014 über 820 Tiere getötet wurden. Tatsächlich sterben noch mehr Nashörner: Nicht erfasst sind hier Nashornkälber als indirekte Opfer der Wilderei. Nachdem die Muttertiere wegen des Horns gewildert wurden, können die Jungtiere alleine meist nicht überleben.

    Eigentlich ist die Zahl der Nashörner in Afrika seit 20 Jahren aufgrund verbesserter Schutzbedingungen deutlich angestiegen. Inzwischen führt aber die Wilderei zu einem deutlichen Rückgang dieses Populationswachstums. Seit dem Jahr 2007, in dem nur insgesamt 13 Tiere gewildert wurden, steigen die Zahlen exponentiell an. In Vietnam glauben Konsumenten noch immer an das Ammenmärchen von Nashorn als Medizin.

    Um dieses Abschlachten zu stoppen, müssen wir noch viel mehr unternehmen können. Das schaffen wir aber nur mit eurer Unterstützung. Deshalb ist die Mitgliedschaft so wichtig: Sie macht den WWF insgesamt stärker, auch im Kampf gegen die Wilderei. Bitte hilf mit, die Tiere und Lebensräume unserer Erde zu erhalten. Drei Euro im Monat sind für dich vielleicht nicht viel, aber die Gemeinschaft aller Mitglieder bewirkt sehr viel.

    Fotos: © Vivek R. Sinha / WWF; © Chris Hails / WWF; © iStock / Getty Images

Kommentare

6 Kommentare
  • Ronja96
    Ronja96 Eine super Nachricht mit dem Tiger! Allerdings ist es umso trauriger, dass die Nashornbestände so weit zurück gegangen sind.
    22. Januar 2015
  • Luke24
    Luke24 Was für ein Unterschied.
    Kann mir aber vorstellen, dass der Schutz von Reservaten in Afrika noch um einiges schwieriger als in Asien ist, weil dort etwas stabilere politische Verhältnisse herrschen. Schwächere Staaten machen Wilderern das L...  mehr
    23. Januar 2015
  • somebodywholovesourearth
    somebodywholovesourearth Auf diese Neuigkeit sind die Inder auch mächtig stolz! Als ich in einem Nationalpark in Südindien war, wurde mir erzählt, dass die Tieger Anzahl dort von 2010, 40 auf heute ca 70 angestiegen ist!
    23. Januar 2015
  • Sunlight
    Sunlight Tolle Neuigkeiten für den Tiger :) und gleichzeitig ein großer Ansporn mit genauso viel Elan für die Nashörner weiterzukämpfen!
    24. Januar 2015