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Elektrobusse gehen in Braunschweig in die Testphase

  • Es ist ein Schritt der noch letztes Jahr getan wurde, aber es ist ein vielversprechender, Elektrobusse sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs, zumindest in Braunschweig.

    Emil, so nennt sich der vermeintliche Schlüssel zum Erfolg. Emil steht für "Elektromobilität mittels induktiver Ladung". Der Elektroantrieb wird nach einer Probezeit gleich im regulären Verkehrstreiben eingesetzt, sprich der Beförderung von 6.000 Menschen über 12 Kilometer und 25 Haltestellen in Braunschweig.

    Die Ladung von Elektrofahrzeugen mittels mitgeführter Batterien steht unter einem schlechten Stern, beschränkte Reichweite, lange Ladezeiten der Speicher für die produzierte Energie teuer. Aber das Problem des hohen Energieverbrauchs ist bei dem Elektroantrieb nicht relevant. Der Einsatz von Emil hat im Nahverkehr einen entscheidenden Vorteil: Er ist sehr gut planbar. Schwankende Zahlen von Passieren im Tages-, Wochen-, Jahresverlauf können aus der Erfahrung heraus prognostiziert werden.

    In der Wartepause von circa 10 Minuten lädt Emil den Energiespeicher wieder auf, der springende Punkt hierbei ist die induktive Schnellladung, die um Hälfte schneller ist als die der Supercharger von Tesla. Im Vergleich zu einer gewöhnlichen Steckdose geht es 83 Mal so schnell.

    Der polnische Hersteller Solaris benötigt aufgrund der Schnellladung und der Kurzstrecken nur Batterien mit geringerer Kapazität, was Geld spart. Ein zwölf Meter langer Elektrobus, den die Braunschweiger Verkehrs-GmbH schon seit März im täglichen Betrieb einsetzt, hat einen 60 Kilowattstunden (kWh) fassenden Speicher In den neuen Gelenkbussen sind Batterien mit einer Kapazität von 90 kWh verbaut. Zum Vergleich: Der Volkswagen e-Golf hat eine 24 kWh große Batterie für einen 85 kW starken Motor.
    Letztlich ist es das Ziel der Verantwortlichen in Braunschweig, den Betrieb auch 2050 garantieren zu können. Weg vom Öl. Schon heute sind die Fahrenergiekosten für Strom niedriger als bei Diesel. Da der das Emil Prinzip aber noch nicht in Serie gegangen ist, ist derzeit noch kein realistischer Vergleich mit dem Dieselantrieb möglich.

    Vom Bund kommt steuergeldliche Unterstützung von rund 2,4 Millionen Euro. Nicht viel wenn man bedenkt, dass es ein seriöses Projekt der Stadt Braunschweig ist und auch dann nicht wenn man sich aauf die langfristige Planung des öffentlichen Nah verkehrsbezieht. Ein konventioneller Bus mit einem Dieselmotor hält im Durchschnitt 12 Jahre. Eine Batterie hat eine Lebenserwartung von vielleicht 6 Jahren. Wobei davon auszugehen ist, dass Emil 18 Jahre Bestand haben kann. Ein Elektromotor ist nahezu verschleißfrei, wie über 30 Jahre alte Straßenbahnen und Züge belegen.

    Die Initiative der Braunschweiger Verkehrs-GmbH ist auch ohne Profitgarantie ein qualitativer Gewinn denn die mit Strom betriebenen Emil-Busse sind eine Erholung. Für die Passagiere, weil die Fahrt leiser und damit komfortabler ist. Für den Buslenker, weil das niedrige Geräuschniveau auch ihm zugutekommt. Für die Anwohner, die mit sieben Dezibel weniger Lärm belästigt werden als beim Diesel. Und für alle, die keine Stickoxide und keinen Feinstaub einatmen müssen. Die werden nämlich auch mit der modernsten Abgasreinigung von Verbrennungsmotoren ausgestoßen.

    Angst haben müssen nur die Nutzfahrzeughersteller, die bei der Energiewende im öffentlichen Nahverkehr nicht oder nur zögerlich mitmachen.Sie verlieren langsam aber sicher ihre Abnehmer.

    Bild- und Textquelle:

    http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-12/elektrobus-emil-braunschweig

Kommentare

8 Kommentare
  • Franzi...
    Franzi... Hoffentlich gibt´s bald mehr davon!
    16. Januar 2015
  • Franzichen
    Franzichen Das ist wirklich eine tolle nachricht das nun schon ein E-Bus über die Straßen rollt. :)
    Ich glaube bis es auch bei mir welche gibt wird noch sehr viel Zeit vergehen :/
    17. Januar 2015
  • Ria2000
    Ria2000 Ist ja cool! :D Hoffentlich setzt sich das noch mehr durch! :)
    17. Januar 2015
  • Gruenertiger
    Gruenertiger Cool! Hoffentlich gibt es das bald überall.
    18. Januar 2015