Berichte

Unsere internationalen Naturschutzerfolge 2014!

  • Im Umweltschutz gibt es immer viel zu tun. Mal gibt es Rückschläge, mal kann man Erfolge verbuchen. Immer aber muss man für diese Fortschritte hart kämpfen. Ihr wisst das und deswegen seid ihr hier - um uns zu unterstützen! :o)  Deswegen wollen wir euch natürlich auch zeigen, was wir im vergangenen Jahr im Umweltschutz erreicht haben! Starten wir mit den internationalen Projekten!

    Weltweit größtes Tropenwald-Schutzprogramm gesichert!

    Ein großer Tag für die Natur: Am 22. Mai 2014 unterzeichneten die brasilianische Umweltministerin, der WWF, die Bundesregierung sowie weitere Partner die „ARPA for Life“ Initiative. Die brasilianische Regierung verpflichtet sich darin, nach einer Übergangszeit von 25 Jahren die Kosten für 60 Millionen Hektar Schutzgebiete zu übernehmen und sich für die Ausweisung weiterer sechs Millionen Hektar Schutzgebiet stark zu machen. Im Gegenzug stellen die ARPA for Life-Partner 215 Millionen Dollar zur Verfügung. Deutschland leistet mit 37 Millionen Euro einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des weltweit größten Schutzgebietnetzwerks. Der WWF finanziert seit 2007 mit 4,5 Millionen Euro das Park-Management des Juruena Nationalparks.


    © Zig Koch / WWF

    Politische Erfolge für den Amazonas!

    In Brasilien sollen an Infrastruktur, Energie und Rohstoffe immer mehr Regenwald, Schutzgebiete und Indigene Territorien geopfert werden. Dem tritt der WWF vehement entgegen - und das vor allem auf politischer Ebene mit Erfolg: Eine Straße, die mitten durch den berühmten Iguazú Nationalpark (UNESCO-Weltnaturerbe) gehen sollte, wurde von der politischen Agenda genommen - und ist somit erst einmal keine Bedrohung mehr. Planungen zum Bau eines Wasserkraftwerkes an der Grenze des Parks wurden durch ein Gericht in Brasilien gestoppt. Ähnliches wurde mit der geplanten Verfassungsreform PEG215 (Gesetzespaket zur einfacheren Auflösung von Schutzgebieten und Indigenen Territorien) erreicht. Als Antwort auf eine WWF-Kampagne wurden zwei Wasserkraftwerke, die im Juruena Nationalpark geplant waren, aus dem aktuellen Energieplan genommen. Dadurch wurde nicht nur die Überflutung von etwa 400 Quadratkilometer Regenwald verhindert, sondern auch der Bau von Straßen und Hochspannungsleitungen - die oft neue Entwaldung nach sich ziehen.

    Doppelt so viel Beute für den Tiger in China!

    Der WWF arbeitet in China mit an einem Programm, das heimische Rot- und Sikahirsche in Farmen aufzieht - und dann in Tigergebiete auswildert. In den fünf Tiger-Kerngebieten im Nordosten Chinas gibt jetzt schon im Vergleich zu 2010 doppelt so viel Tiger-Beute. Die geringe Beutedichte war bisher ein Hauptgrund dagegen, dass Amur-Tiger und Amur-Leopard sich neue Lebensräume erschließen.

    © Vladimir Filonov / WWF-Canon

     

    Neuer Nationalpark Shantar Island in Russland!

    Shantar Island ist eine Inselgruppe im Ochotskischen Meer, nordwestlich der Amur-Mündung. Per Dekret wurde 2014 durch Ministerpräsident Dimitri Medwedew der Shantar Island Nationalpark ausgewiesen. Der neue Nationalpark hat eine Ausdehnung von 515.000 Hektar (davon 241.000 Hektar Land, der Rest Meer). Die Besonderheit von Shantar Island ist das Vorkommen von Grönlandwalen und Pazifischen Grauwalen. Die Flüsse und Bäche der Inseln sind Laichgewässer, unter anderem für Lachse. Ebenso sind die Inseln Habitat für viele Vogelarten, darunter Rote-Liste-Arten wie Riesen-Fischuhu (Bubo blakistoni), Riesenseeadler (Haliaeetus pelagicus) und Sichelhuhn (Falcipennis falcipennis). Der WWF hatte den Ausweisungsprozess aktiv unterstützt.


    © naturepl.com /Mark Carwardine / WWF

    Rettung für die Mekong Delfine!

    Im Mekong gefährden Fischernetze die letzten Irawadi-Delfine. Immer wieder ertrinken Tiere in den feinen Kunststoffnetzen, die für die Delfine nicht zu sehen sind. Durch die langjährige Arbeit des WWF wird die so genannte Delfinstrecke auf circa 150 Kilometer von der laotischen Grenze bis zur kambodschanischen Stadt Kratie mittlerweile besser überwacht. 17 Rangerstationen bestehen entlang des Flussabschnitts. Verbotene Stellnetze in einer Gesamtlänge von 60 Kilometer wurden entfernt.

     

    Sabah - Lebensraum für Elefanten und Orang Utans!

    In Sabah wird momentan der Raumordnungsplanung bis ins Jahr 2033 überarbeitet. Der WWF hat es geschafft, darin höchst wertvolle Gebiete vor Umwandlung in beispielsweise Palmölplantagen zu schützen - ein starkes Politik- und Lobbyinstrument gegen den Kahlschlag. Im Maliau-Becken ist es gelungen, einen umweltschutzfreundlichen Landnutzungsplan zu erstellen. Grundlage dafür waren Daten von mit Satellitenhalsbändern ausgestatteten Elefanten und weitere Biodiversitätsdaten wie Waldbedeckung und Waldverlust. Durch die Änderung wird nun erwartet, dass 11.600 Hektar in der östlichen Pufferzone des Schutzgebietes nicht - wie ursprünglich geplant - entwaldet werden.

    Kaukasus - Gegen die Wilderer, für die Leoparden!

    Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erreichte die Wilderei im Kaukasus einen dramatischen Höhepunkt. Viele Arten wurden stark dezimiert oder verschwanden. Seit Mitte der 1990er Jahre helfen wir dort bei der Bekämpfung der Wilderei – mit Erfolg. Einige Arten wie Bezoarziegen oder Gmelin's Mufflon erholen sich wieder. Nun ist die Hoffnung, dass auch der Kaukasus Leopard und die Streifenhyäne den ursprünglichen Lebensraum dauerhaft wiederbesiedeln. In Nachitchevan, im Talish-Gebirge und in Südarmenien konnten wir in den vergangenen Jahren mehrere Leoparden nachweisen. Da es sich dabei um Männchen und Weibchen handelte, besteht Hoffnung auf Nachwuchs.

    Ein Jahr nach der ersten Umsiedlungen von 35 Kropfgazellen aus dem aserbaidschanischen Shirvan Nationalpark ins georgisch-aserbaidschanische Grenzgebiet scheinen die Tiere sich in ihrer neuen Heimat wohlzufühlen – sie haben sogar schon Nachwuchs.


    © Michael Evers / WWF

    Schutz für Elefanten und Nashörner!

    Elefant und Nashorn werden weiter massiv durch Wilderei bedroht. Das Problem hat es inzwischen aber auf die Agenda der hohen Politik geschafft, darunter die Generalversammlung und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Auf einer Londoner Konferenz zu Wildlife Crime unterzeichneten 46 Länder (darunter auch Deutschland) und elf UN Organisationen eine umfassende Deklaration: von der Stärkung der Wildhüter im Feld, bis hin zu verbesserten Kontrollen an Häfen und der Reduzierung der Nachfrage in Konsumstaaten. Zahlreiche Länder, darunter Kenia, Tansania, Mosambik und China haben ihre Gesetze verschärft.

    Über fünf Millionen Hektar Wald im Kongobecken FSC zertifiziert!

    Um die Entwaldung zu stoppen und eine naturverträgliche, ökonomisch tragfähige Landnutzung zu ermöglichen, setzt sich der WWF für Waldnutzung unter den strikten Standards des FSC (Forest Stewardsship Council) ein. Nach erheblichen Anfangsschwierigkeiten stieg die zertifizierte Waldfläche im Kongo nun auf über fünf Millionen Hektar. Damit hat das Kongobecken die größte FSC-Fläche aller zusammenhängenden tropischen Wälder. Der FSC stellt die Balance zwischen den ökologischen Notwendigkeiten und dem dringenden Entwicklungsbedarf der bitterarmen Kongobeckenstaaten her.

    Umweltbildung in Bolivien mit ungeplanten Folgen!

    Die Zukunft der Erde liegt in den Händen unserer Kinder - umso wichtiger ist deren Bildung. Hier setzt ein Projekt des WWF in Bolivien an. Was an drei Schulen begann ist inzwischen zu einer nationalen Initiative geworden, mit den vom WWF entwickelten Bildungsinhalten als Pflichtlektüre. Die Lehrinhalte wurden bereits an 60.000 Lehrer im ganzen Land verteilt. Die vom WWF erstellten Umweltbildungsvideos des Projekts wurden landesweit auf den fünf größten Kanälen ausgestrahlt, zu einer Kampagne und schließlich zu einem neuen Gesetz zur Vermeidung von Plastikmüll umgewandelt. Die Figuren aus den Videos wurden wegen ihrer großen Beliebtheit bei der Bevölkerung von der Regierung zu Leitfiguren für alle zukünftigen Umweltthemen deklariert.

    Schutzgebiete für Blauwale in Chile!

    Im Februar 2014 wurden endlich die ersten Meeresschutzgebiete zum Erhalt der Blauwalpopulation im Süden Chiles ausgewiesen. Jahrelang hatte der WWF die Blauwale beobachtet und deren Bewegungsmuster und Aufenthaltsgebiete im Corcovado Golf erforscht. Wir konnten damit die Küstengemeinden und die Politik von der Bedeutung der einzigartigen Meeresregion für die Blauwale überzeugen, nun sind über 90.000 Hektar unter Schutz gestellt.


    © WWF

    Großer Fortschritt für Meeresschutzgebiete!

    Vor der Küste Schottlands und Spaniens sind über 70 neue Meeresschutzgebiete ausgewiesen worden. Darunter ist die Galizienbank vor Spanien mit ihren Kaltwasserkorallenriffen, deren Ausweisung vom WWF vorgeschlagen worden war. Viele der neuen Schutzgebiete gehen auf Vorschläge einer Allianz von Umweltorganisationen samt WWF hervor, darunter der Shetland-Kanal, das größte Meeresschutzgebiet in EU-Gewässern.

    Entdeckt: Camilo IV - Engmaulfrosch

    Savannen und Feuchtgebiete werden in Südamerika zunehmend in Plantagen umgewandelt. Rinderzüchter und Palmöl-Plantagen dringen in bislang unberührte Gebiete vor. Ziel eines durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums geförderten WWF-Projekts ist sorgfältige Landplanung. Als nun im Rahmen des Projekts eine Expedition von WWF-Biologen in die Region im Orinoco Becken reiste, beteiligte sich daran auch der sechsjährige Kolumbianer Camilo – die Farm seines Vaters liegt in der Pilot-Region. Im Pool wurde er fündig – der Junge entdeckte eine neue Froschart. Bei dem zwei Zentimeter großen Minifrosch handelt es sich um eine bislang unbekannte Art der Engmaulfrösche (Microhylidae) – ein deutliches Indiz für den hohen biologischen Wert der Region.

    Na, ist das nicht wunderbar? Und das Beste - ohne die Mitgliedsbeiträge und Spenden der WWF - Förderer wären diese Erfolge nicht möglich gewesen. Auch ihr habt dazu beigetragen, denn eure Mitgliedschaft wirkt und kommt an. Genau da, wo sie gebraucht wird. Auch in Zukunft wollen wir solche großartigen Erfolge verzeichnen können. Aber dafür brauchen wir jede weitere mögliche Unterstützung. Du siehst, wir können viel bewirken! Bist Du schon WWF Jugend Mitglied? Wenn Du auch solche Veränderungen in der Welt möglich machen möchtest, dann werde jetzt Teil der WWF Jugend - und hol am besten auch gleich Deine Freunde dazu, denn - gemeinsam macht Weltretten am meisten Spaß! ;o)

    **************************************************
    Hier erfahrt ihr übrigens mehr über unsere Naturschutzerfolge in Deutschland!

Kommentare

9 Kommentare
  • wassermaedchen
    wassermaedchen Ist doch super was schon alles erreicht wurde!
    Jetzt muss man sich nur noch einwenig mehr auf die positiven
    Sachen konzentrieren dann kann man die negativen Erfahrungen gleich mit viel mehr
    Elan und Motivation angehen! :)
    12. Januar 2015
  • Franzichen
    Franzichen Ich finde die Erfolge sehr motivierend für das neue Jahr!
    Auf das wir in diesem Jahr noch mehr erreichen können! :)
    12. Januar 2015
  • Johannisbeere1502
    Johannisbeere1502 Umweltschutz lebt von guten Nachrichten! Also ein ganz besonders toller Bericht :-)
    12. Januar 2015
  • Makanie
    Makanie Wahnsinn, was man alles erreichen kann! Vielen Dank für SOOO viele gute Nachrichten! Da kriegt man gleich gute Laune ;-)
    24. Januar 2015