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PLASTIK-PAUSE - Wie eine Familie es schafft, plastikfrei zu leben

  • Hallo meine Lieben!

    Vorab erstmal: Das hier ist der erste Bericht der Berichtreihe zu dem Experiment 'Plastik Pause' Also passt schön auf, damit ihr etwas lernt:D

    Könntet ihr euch vorstellen vier Wochen lang ohne Plastik zu leben? Einzukaufen?
    Ja?
    Sandra Krautwaschl konnte es sich vorstellen, ihre Familie nicht. Trotzdem haben sie es versucht. Mittlerweile leben sie schon vier Jahre plastikfrei.

    Angeschwemmter Plastikmüll

    Wie es dazu kam? Die Familie hatte Urlaub in Kroatien gemacht und der angeschwemmte Plastikmüll machte sie nachdenklich. Als Sandra dann 2009 den Film ‚Plastic Planet’ im Kino sah,

    Das Filmplakat von Plastic Planet.

    war ihr klar: Dagegen muss man etwas tun.
    Also legte sie los:

    DAS EXPERIMENT: Kein Heim für Plastik
    Schritt I:

    Als Erstes räumte die Familie Krautwaschl das ganze Plastik aus dem Haus und in ihren Stall. Natürlich wurde bei einigen Dingen Veto eingelegt. Wie zum Beispiel bei dem Computer, den Handys, der Ritterburg, den Fahrradhelmen, dem Kühlschrank und bei dem Staubsauger. Auch das Auto blieb. Viele Dinge konnten durch Glas, Keramik, Holz, Metall und pflanzliche Fasern ersetzt werden. Sandra Krautwaschl bemerkte beim Aussortieren, dass sie den Großteil der Dinge in den letzten Jahren kaum benutzt hatte und es schockte die Krautwaschls, wie viel Plastik sich in ihrem Haushalt befand. Bei dem Wasserkocher, dem Toaster, dem Mixstab und den Plastikregalen, blutete ihnen das Herz. Der Sinn des Ganzen war es eigentlich, die Dinge durch Alternativen zu ersetzten. Bei der Ausmistaktion kam immer wieder die Frage auf: Ist es überhaupt sinnvoll das intakte Plastik wegzuwerfen? So kamen sie zu dem Entschluss, dass es erst mal wichtig sei, kein neues Plastik nachzukaufen.
    Am Ende des Tages fanden es alle schön, so viel ‚freien’ Platz im Haus zu habe.

    Die Familie Krautwaschl vor 4 Jahren

    Schritt II:
    Da fast alles in den großen Supermärkten in Plastik eingepackt ist, ging die Familie gleich in den altbekannten Bioladen und suchte das Reformhaus auf.
    Auf ihrem Einkaufszettel standen Zahnbürsten ohne Plastik, Alubrotboxen für die Kinder, umweltfreundlich eingepackte Taschentücher und Toilettenpapier, Putz- und Waschmittel, die nicht in Plastik steckten, Zahnpasta in Metalltuben und Milch in Glasflaschen.
    Am Ende des Einkaufes stellte sich heraus, dass es keine plastiklosen Zahnbürsten gibt, die Aluboxen zu teuer sind es Joghurt zwar im Glas gibt, allerdings meistens mit Plastikdeckel, es kaum Klopapier gibt, das nicht in Plastik eingepackt ist und auch das Spülmittel war schwer zu finden. So gingen sie mit neuen Füllern nach Hause, die man direkt aus dem Tintenfass befüllen kann, Putzmittel von Ecover, in dem kein Plastik eingearbeitet ist, statt Zahnpasta kauften sie Birkenzucker und viele plastikfreie Dinge mehr. Aber auch mit der Erkenntnis, dass es offenes Müsli und Getreide zum Nachfüllen gibt und auch flüssigen Mittel, wie Spülmittel und Shampoo. Außerdem stellten die Krautwaschls fest, dass es gar nicht so leicht ist, plastikfrei einzukaufen.
     

    Birkenzucker

    Die vier Wochen gingen schnell vorüber, aber die Familie machte einfach weiter. So kommt es, dass sie auch heute noch, vier Jahre später, ohne Plastik leben.
    Bis jetzt haben sie noch kaum etwas von den weggeräumten Sachen aus dem Stall ins Haus zurück geholt und Sandra bestätigt, dass es im Laufe der Zeit einfacher geworden ist, plastikfrei einzukaufen. Sie bekommt an der Kasse nicht mehr automatisch eine Plastiktüte und es werden keine Fragen mehr gestellt, wenn die Österreicherin an der Lebensmitteltheke die Lebensmittel in ihre mitgebrachte Dose gefüllt haben möchte. Es gibt jetzt Holzzahnbürsten und mehr Biokosmetik.
    Heute kauft die Familie Krautwaschl kaum noch in großen Supermärkten ein, sondern nur noch beim Bauern oder im Bioladen. Natürlich kostet das mehr, aber es lohnt sich! Chips und Süßigkeiten, die in Plastik verpackt, sind gibt es gar nicht mehr, aber gesund sind Chips ja ohnehin nicht, so Sandra Krautwaschl.
    Jetzt ist es für die Krautwaschls schon ganz normal plastikfrei zu leben. Beim Einkaufen ist es sogar einfacher, da sie sich das planlose ‚durch-den-Supermarkt-Laufen’ ersparen.

    Über das Experiment schrieb Sandra Krautwaschl ein Buch.


    Natürlich kann Familie Krautwaschl heutzutage nicht ganz ohne Plastik leben. Sie benutzten nach wie vor ihre Handys, PC’s und Telefone. Auch ihre Lichtschalter gibt es noch und ihr Geschirrspüler und ihre Waschmaschine bestehen aus Plastik. Aber sie nutzten sie bewusster. Das heißt, letztens ist ihre Spülmaschine kaputt gegangen. Herr Krautwaschl nahm sie auseinander und sah, dass ein kleines Teil defekt war. Er kaufte für 60 Cent ein neues und baute es ein. Wären sie zu einem Händler gegangen, hätte der ihnen wahrscheinlich eine neue Maschine angedreht.



    Wie beginne ich plastikfrei zu leben?

    Auf die Frage in einem Interview wie man beginnen könne, plastikfrei zu leben, antwortete Sandra Krautwaschl, dass man in kleinen Schritten beginnen sollte. Der Perfektionismus in unserer Zeit seie so schlimm, denn wenn man zum Beispiel in einer Großstadt wohne und dann gleich Milch vom Bauern holen wolle, könne man schnell in seinem Übermut gestoppt werden, meint Sandra Krautwatschl. Also ‚nehmt lieber erst mal einen Stoffsackerl oder einen kleinen Rucksack mit zum Einkaufen’



    Wenn ihr euch überlegt, wo überall Plastik enthalten ist, dann denkt ihr bestimmt, dass man es doch nie schafft, plastikfrei zu leben. Aber: es geht!
    Die schwierigsten Dinge sind:
    · Pflegeprodukte, wie Shampoo, Spülmittel, Zahnpasta, Badreiniger usw. Doch auch dafür gibt es eine Lösung! Statt Shampoo wird feste Seife verwendet und statt Zahnpasta Birkenzucker. Bei diesen Dingen ist nicht nur kein Plastik enthalten, sondern man weiß auch, dass keine schädlichen Stoffe in den Produkten versteckt sind. Also, auch wenn ihr das Experiment nicht macht, dann könnt ihr wenigstens bei eurer Körperpflege auf freundliche Produkte umsteigen.

    · Wasserflaschen: Aber auch da gibt es eine prima Lösung! Kauft euch einfach eine Glasflasche! Da könnt ihr dann einfach euer Getränk einfüllen und mitnehmen. Zum Beispiel Emil die Flasche! Die gibt es in der Größe 0,4 und 0,8. Die bestellt ihr im Internet mit einem schönen Bezug, der die Flasche nicht nur schützt, sondern das Getränk gleichzeitig warm oder kalt hält. Allerdings haben sie einen Plastikdeckel:/

    Emil die Flasche

    Ist ein Leben ohne Plastik überhaupt noch möglich? Wir wollen es mit euch gemeinsam herausfinden. Hast du Lust das Experiment zu wagen? Dann sei dabei bei der WWF Jugend Plastik-Pause vom 26.01. bis zum 01.02.2015. Alle Infos zum Experiment findest du in diesem Bericht.


    Ich hoffe, ich konnte euch das Thema nahe bringen und euch dazu ermutigen bei der Plastik-Pause der WWF Jugend mitzumachen. Ich wünsche euch noch schöne Ferien!!!

     

Kommentare

12 Kommentare
  • BlueLikeTheSky gefällt das
  • LisaLisa21
    LisaLisa21 Also ich verzichte au Platik, indem ich Pflegeprodukte, wie Cremen, Duschgel, Seife, oder Haarprodukte, vegan selber herstelle.Es,ist zwar aufwändiger und kostenintensiver, allerdings kann ich mir dann sicher sein, dass keine Chemikalien verwendet wu...  mehr
    3. Januar 2015
  • Janinadl
    Janinadl @LisaLisa21: Kannst du mir maö ein paar "Rezepte" geben, wie du deine Pflegeprodukte herstellst?
    3. Januar 2015
  • Monamona
    Monamona SOULBOTTLE ist auch eine plastikfreie Flasche übrigens ;) Und eine schöne noch dazu: https://www.soulbottles.com/de/ (auch mit Pandas...)
    3. Januar 2015
  • Ria2000
    Ria2000 Total interressanter Bericht! Ich stells mir echt schwierig vor, aber ich mach einfach mal mit! :)
    3. Januar 2015