Berichte

Wie der WWF mir hilft, gesund zu werden

  • Heute möchte ich euch einmal meine WWF-Geschichte erzählen und wie er mir hilft, mein Leben wieder wahrhaftig zu leben. Vorweg muss ich euch dazu vielleicht erzählen, dass ich seit 6 Jahren an Magersucht leide. Dass ich damals erkrankt bin, hatte familiäre Gründe, es sind Dinge passiert, die ich bis heute nicht überwunden habe.

    Vor drei Jahren hatte meine kleine Schwester ihre Weltretterphase. Wir haben Müll von der Straße gesammelt, säckeweise, und Kuchenbasare für die Wölfe gemacht. Und außerdem wurde meine kleine Schwester Mitglied beim WWF, bei den Young Pandas.

    Es hat mir damals Freude gemacht zu beobachten, mit wieviel Eifer und Herzblut sich dieses kleine Mädchen auf die Rettung der Welt gestürzt hat. Auch war ich neidisch. Wisst ihr, Magersucht nimmt einem jegliche Lebensfreude und jegliches Interesse an dem eigenen Umfeld. Meine Schwester hingegen steckte voller Lebensfreude, sie fuhr in Camps und lernte tolle neue Freunde kenne, ich war allein zu Hause oder in einer Klinik.

    Es war schwer für mich einen Sinn in meinem Leben oder im Leben allgemein zu sehen. Wo bleibt der Sinn in einer Gesellschaft, die sich langsam selbst zerstört? Ich denke, auch diese ewige Suche nach einem Sinn, hat mich krank gemacht.

    Als es mir zeitweise etwas besser ging, habe ich mich gefragt, wieso ich nicht selber versuche, die Welt zu retten, auch wenn das vielleicht ein sehr hochgestecktes Ziel ist. Ich wollte etwas verändern auf dieser Welt, will es immer noch. Ich will nicht dazu beitragen, dass unser Planet untergeht. Ich habe angefangen auf Bio und Fair-Trade zu achten, wurde Vegetarierinlte, recyclte und versuche Müll zu vermeiden und ich fühlte mich gut dabei. Gedanken ans Essen oder an die Vergangenheit wurden von Gedanken um die Natur abgelöst, zumindest teilweise.

    Im Sommer diesen Jahres habe ich mich dann endlich getraut, mich beim WWF Jugend und der WWF Community anzumelden. Ich dachte mir, wenn ich mein Taschengeld schon ausgebe, dann doch wenigstens für etwas, das in meinen Augen sinnvoll ist. Vielleicht habe ich auch nur weiterhin nach einem Sinn gesucht, aber egal. Der erste Schritt war gemacht.

    Nun war eine große Hürde, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt in einer Klinik befunden habe. Aus dem Krankenhaus die Welt retten? Das macht sich denkbar schlecht. Mir wurde wieder einmal deutlich, wie viel ich eigentlich durch meine Krankheit verpasse und was ich alles machen könnte, wäre ich nur gesund. Das und die Veränderung der äußeren Umstände haben in mir etwas angestoßen. Ich habe gegessen. Ich habe endlich meinen Mund aufgemacht und über Probleme gesprochen.

    Im September war es dann endlich soweit und ich wurde entlassen. Und ich habe es hingekriegt. Es war schwer, aber ich habe mein Leben langsam wieder in geordnete Bahnen gelenkt. Ich gehe wieder zu Schule. Jetzt war ich endlich bereit meine erste Aktion mitzumachen. Die Astrein-Aktion in Nordderstedt kam wie gerufen. Allerdings stand mir meine Schüchternheit im Weg, aber auch die wurde einfach aus dem Weg geräumt.

    Ok, jetzt könnt ihr vielleicht sagen: So'n bisschen Bäume pflanzen und schon ist sie geheilt, was für'n Quatsch.

    So war es ja auch nicht. Natürlich kämpfe ich immer noch mit meiner Erkrankung. Aber als ich diese Bäume gepflanzt habe, habe ich mich zum ersten Mal seit Langem wieder nützlich und als Teil von etwas Ganzem gefühlt. Klingt albern? Ja vielleicht, aber ich bin halt ziemlich sentimental. 

    Ich habe über die Community auch langsam wieder angefangen, neue Menschen kennenzulernen und nicht mehr das Gefühl, mich verstecken zu müssen. Ich fange ein neues Leben an, der WWF gehört dazu. Er hilft mir.

    Dafür sagen ich ein riesengroßes DANKE!

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

Kommentare

11 Kommentare
  • LSternus
    LSternus Nein, das klingt nicht albern. Ganz im Gegenteil, es ist überaus bewundernswert wie du hier mit deiner Krankheit umgehst.
    Ich wünsche dir soviel Kraft wie du braust um die von dieser Krankheit loszureißen.
    21. Dezember 2014
  • Pandafreundin
    Pandafreundin Stark! Ich danke dir, dass du deine Geschichte so offen mit uns teilst - ich fühle mich geehrt ein Teil einer Gruppe zu sein in der eine so persönliche und berührende Geschichte erzählt werden kann, denn das ist ein Zeichen von Vertrau...  mehr
    21. Dezember 2014
  • Birty.
    Birty. Ich kann mich den anderen nur anschließen, es ist echt bewunderswert deine Geschichte mit uns zu teilen :). Ich glaube du hast mit deiner Geschichte ganz viele von uns motiviert und inspiriert, das soll dir erstmal einer nachmachen :).
    Ich wüns...  mehr
    22. Dezember 2014
  • Laura619
    Laura619 Du bist ganz sicher ein riesiges Vorbild für viele junge Mädchen. Ich bin wahnsinnig beeindruckt von deiner Offenheit und deinem Mut, uns alle an deiner Vergangenheit teilhaben zu lassen.
    Ich habe mich, als ich deinen Bericht gelesen habe, selbs...  mehr
    30. Dezember 2014