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Vom Tod direkt ins neue Leben!

  • "Das, was wir Tod nennen, ist in Wahrheit der Anfang des Lebens". 

    Es scheint, als hätten sie sich die Worte des berühmten schottischen Essayisten und Historikers Thomas Carlyle zu Herzen genommen. Die beiden jungen Unternehmer Gerard Moliné und Roger Moliné haben einen Weg gefunden, Tod in Leben zu verwandeln.

    Der Tod ist ein Thema, mit dem die meisten Menschen sich nicht gern beschäftigen. Wenn er uns zu nahe kommt, haben wir einen geliebten Menschen oder unseren allerliebsten tierischen Gefährten auf immer und ewig verloren. Sie haben aufgehört zu sein. Aber wer sagt, dass aus dem Tod nicht wieder Leben erwachsen kann?


    Das Unternehmen der beiden jungen Männer heißt Bios Urn und ist Teil eines Design Studios. Es soll eine Verbindung zwischen Natur und Design schaffen und auf diese Weise zu Veränderung beitragen. Was genau ist aber die geniale Idee hinter dem Namen?

    Bios Urn offenbart einen smarten, nachhaltigen und umweltfreundlichen letzten Weg, den ein Mensch zu gehen hat. Aus Tod wird neues Leben. Wie das funktionieren soll? Bios Urn ist die erste biologisch abbaubare Urne, die die Asche eines Toten in einen Baum verwandelt.

    Die Urne ist zweiteilig strukturiert. Im oberen Teil liegt der Pflanzensamen in der Erde und schlägt erste Wurzeln aus, die dann bald darauf auch in die unterste, die Ascheschicht reichen. Von dort beziehen sie zahlreiche Nährstoffe und das kleine Bäumchen kann ungehindert wachsen. Der Topf zersetzt sich mit der Zeit.

    Es ist sogar möglich, zwischen verschiedenen Baumarten zu wählen. Je nachdem, ob man lieber in einer Buche, einem Gingko oder einem Ahorn weiterleben möchte.

    Und natürlich wird dieser Service nicht nur für Menschen angeboten, sondern ist auch für geliebte Tiere verfügbar.

    Bislang haben 7000 Menschen weltweit ihre Asche in neues Leben verwandelt. Aber aus welchen Gründen sollte man diesen Weg wählen, statt sich einfach begraben zu lassen? Zum einen handelt es sich um eine innovative Idee. Es ist aber auch nützlich und ästhetisch, es ist selbsterklärend, ehrlich und diskret. Und vor allem bietet es eine langfristige und unabhängige Lösung. Und - es ist nachhaltig!

    Die Urne kostet derzeit 75 US$. Natürlich kommen noch Transportkosten hinzu. Die Urnen werden in alle Ecken der Welt verschickt.

    Natürlich gilt es zu bedenken, dass man nicht in jedem Land dieser Welt frei mit der Asche eines Toten tun und lassen darf, was man möchte. In Absprache mit den Behörden sollte es jedoch kein Problem sein, diese Idee auch in Deutschland umzusetzen. Eine ähnliche Alternative ist der sogenannte Friedwald oder auch Ruhewald. Dort bekommt jeder Verstorbene einen eigenen Baum statt eines Grabes und am Stamm des Baumes ist ein kleines Gedenktäfelchen angebracht. So ruht der Tote in Frieden in der Natur.

    Und? Wie findet ihr diese Idee? Ich finde sie wirklich großartig! Es ist ein toller Gedanke, dass man einem neuen Leben Kraft schenken kann und dann als Teil dessen doch irgendwie auf dieser Erde verbleibt. Mein Baum wird eine Buche! ;o)

    In diesem Sinne - 'there's life, after life.'

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    © Titelbild: Wild Wonders of Europe / Konrad Wothe / WWF
    © Website Bios Urn

Kommentare

12 Kommentare
  • Taki
    Taki Ich finde die Idee gut. Solange mir keiner den Baum Abholzt.
    29. September 2014
  • regentag
    regentag Schöne Idee :) Die Stimmung in Friedwälder finde ich sehr besonders - und irgendwie tröstlicher als auf normalen Friedhöfen.
    29. September 2014
  • SarahU
    SarahU Ich finde die Idee super!
    Danke für den Bericht! :)
    29. September 2014
  • AlinaSky
    AlinaSky Danke für den Bericht! ;) Die Idee gefällt mir - Einen Baum auf dem Grab, finde ich schöner als ein Grabstein. Auch der Gedanke, dass aus der Asche eines geliebten Menschen oder Haustieres, wieder neues Leben entsteht, ist irgendwie tröstlich!
    29. September 2014