Berichte

Aufforstung mal anders – unsere Verbissschutzaktion in Thüringen

  • Was haben Kristalle und Pinsel mit Waldpflege zu tun? Nicht viel glaubt ihr? Das dachten wir (Franziska, Solveig und ich) bis heute Morgen auch. Unsere Aktion hat uns jedoch eines Besseren belehrt!
    Zusammen mit Herrn Fabig vom Forstamt Willrode starteten wir an diesem Samstag ins Naturschutzgebiet Maientännich bei Kranichfeld.

    Unser Tagesziel lautete hier nicht etwa Bäume pflanzen – wir wollten stattdessen etwas für die Bäume tun, die bereits seit Längerem Wurzeln geschlagen haben.
    Wie so oft ist aller Anfang schwer – dies trifft auch auf das Leben der Weißtannen zu. Sie haben im Vergleich zu anderen Nadelbaumarten, wie Fichten oder Kiefern, abgeflachte und relativ weiche Nadeln. Dadurch stellen sie im Winter, wenn das Angebot an Grünfutter äußerst knapp ist, eine beliebte Nahrungsquelle für Wild wie z.B. Rehe dar. Die niedrigen Babytannen sind noch dazu gut für die Tiere erreichbar und ihre jungen Triebe besonders schmackhaft.
    Diese Tatsachen erleichtern den jungen Bäumen ihr Wachstum nicht gerade. Viele gehen an den Folgen des Verbisses zu Grunde. Andererseits kann man es den Tieren ja auch nicht verübeln, etwas gegen ihren Hunger zu unternehmen, oder?
     

    Und was hat das nun alles mit Kristallen und Pinseln zu tun?

    Ganz einfach, diese Kombination stellt die Lösung des Problems dar- und zwar für die Tannen UND die Tiere!
    Die Kristalle sind Bestandteil eines Gemischs, in dem sie in Pulverform vorliegen. Dieses haben wir mit Pinseln auf die jungen Triebe der Tannen aufgetragen, allerdings nur auf diejenigen, die eine Triebknospe besitzen. Das Mittel wird vom Wild als sehr unangenehm schmeckend empfunden. Auf diese Weise werden die jungen Triebe vor dem Verbiss geschützt und die Babytannen überstehen den Winter, ohne in ihrem Wachstum behindert zu werden.
    Jetzt könnte man meinen: die armen Tiere! Diese Sorge ist jedoch völlig überflüssig, denn die Tannen haben viel mehr junge Triebe ohne Triebknospen als mit, und somit bleibt genug Genießbares übrig. Das Mittel ist außerdem biologisch abbaubar und nicht schädlich für die Tiere!
     

     

    Wir konnten uns also mit gutem Gewissen und voller Motivation an die Arbeit machen, denn wir wussten: mit jedem Pinselstrich tragen wir dazu bei, das Überleben einer jungen Weißtanne zu sichern! (:
    Wir versuchten, kein Bäumchen zu übersehen, was jedoch angesichts des vielfältigen Waldbewuchses und des großen Gebietes gar nicht so einfach war. Nach gut zweieinhalb Stunden gaben wir uns dann zufrieden. Einige Tannen haben zwar nach wie vor freie Spitzen, aber wir haben immerhin mehreren hundert Bäumen geholfen (mitzählen war uns dann doch zu anstrengend, aber wir schätzen sie auf ca. etwa 500)!
     

    Den Abschluss der Aktion hat uns unser Förster dann noch mit ein paar Quarkbällchen versüßt. Und uns angeboten, im Frühling bei der Orchideenpflege im Wald mitzuhelfen!
    Das klingt nach tollen Aussichten, und bei der Gelegenheit können wir unseren Tännchen sicher auch nochmal einen kurzen Besuch abstatten und ihnen einen höhegewinnenden Start in den Frühling wünschen! (;
     

Kommentare

8 Kommentare
  • midori
    midori Spitze, die erste Astrein Aktion ist ja trotz des bescheidenen Wetters echt klasse gelaufen! Ich bin ganz stolz auf euch! ;o)
    14. September 2014
  • Chillkroete
    Chillkroete Eine echt tolle Aktion!
    14. September 2014
  • Chillkroete
    Chillkroete Danke für den Bericht :)
    14. September 2014
  • Gruenertiger
    Gruenertiger Das mit den Mittel ist eine gute Lösung!
    14. September 2014