Berichte

Die Odyssee zum Tierpark Cottbus

  • 6:46 Uhr - Ich bin todmüde und warte auf dem Leipziger Hauptbahnhof auf den Zug nach Cottbus. So früh war ich schon lange nicht mehr auf den Beinen. Noch steht an meinem Gleis ein anderer Zug, welcher allerdings gleich wegfahren dürfte. Uff, die gefühlten 30kg Infomaterial für meinen Stand strapazieren ganz schön meinen Rücken, ab zu nächsten Bank und dort weiter warten. Noch weiß ich nicht wie lange dieses Gewicht an mir hängen wird.
    7:51 Uhr - Die Bahn streikt - Der andere Zug, hat es sich anders überlegt und hat den Bahnhof nicht verlassen. Der Zug nach Cottbus dagegen schon, von einem anderen Gleis, jedoch ohne mich. Auf dem Ursprünglichen Bahngleis wurde diese Information weder nicht durchgesagt noch angezeigt. Erst durch die Bahn-Mitarbeiterin bin ich zu dieser Information gelangt, also muss ich den nächsten Zug nehmen, dieser fährt aber erst in ca. einer Stunde – 9:05 Uhr. Doch die WWF Jugend lässt sich nicht unterkriegen, dann warten wir eben. Dann muss der Tierpark Cottbus wohl (ein bisschen) auf mich warten.
    11:21 Uhr - Mittlerweile habe ich Cottbus erreicht, den Tierpark aber noch nicht. Da die öffentlichen Verkehrsmittel dauern länger als, wenn man läuft, darum habe ich mich dazu entschieden zu laufen. Ob die Rechnung aufgeht? Noch bin ich guten Mutes und folge der Beschilderung, der ich entnehme, dass ich bereits die Hälfte zurück gelegt habe. Es ist mittlerweile richtig warm und mein Rucksack wird mit keinem Schritt leichter – im Gegenteil. Jetzt erreiche ich eine Brücke, eine gesperrte Brücke, vor ihr steht ein weiteres Schild: Hier geht es zum Tierpark, nein, hier ging es mal zum Tierpark. Na super!
    12:23 Uhr - Die Rechnung zu laufen ist natürlich nicht aufgegangen und nach fast anderthalb Stunden Fußmarsch habe ich völlig fertig den Tierpark mit meinem viel zu schweren Rucksack erreicht- bin ich froh mich endlich mal setzen zu können. Von Julia, einer Mitarbeiterin vom Zoo Cottbus, werde ich zu meinem Stand geführt. Er liegt glücklicherweise direkt im Schatten und gegenüber zweier Gibbon Affen. Nun heißt es erst einmal Stand aufbauen. Ich bin kaum fertig schon kommt das erste Mädchen vorbei und möchte interessiert mitmachen.

     

    Lange Arme, allerdings kurze Beine -so kann man wirklich gut von Baum zu Baum "schaukeln"


    Wie bei der Ökofete habe ich das Stempelspiel zu den verschiedenen Fußabdrücken der Tiere sowie das Bedrohte Arten-Spiel mit. Wer eines der Spiele erfolgreich meistert erhält zur Belohnung ein Tiger oder Panda-Maske. Mal wieder ist der Handabdruck des Gorillas und der Fußabdruck des Pandabären am kniffligsten. Ein Junge konnte es dagegen auf an Hieb sagen, sein Lieblingstier ist der Gorilla und die Eigenschaft eines Knöchelgängers ist im natürlich vertraut. Die ein oder andere Überraschung gab es danach auch beim Bedrohte Artenspiel. Als das eine Mädchen den Wolf erkannte, schaute sie mich grinsend an und sagt blitzschnell: „canis lupus“. Die restlichen Fragen konnte sie natürlich auch einbahnfrei beantworten und wie nicht anders zu erwarten, nahm sie sich zur Belohnung auch ein Heft über Wölfe mit.

    Allgemein waren nur wenige Ältere Kinder dabei, die das Bedrohte Artenspiel mitmachen konnten, der Großteil hat dann auf das Stempelspiel zurück gegriffen. Wie ich feststellen musste, ziehen Stempel kleine Kinder an. Es war zudem recht schwer alleine einen Ansturm von Kinder zu bewältigen, sobald Kinder an den Stand gekommen sind, haben sich auch mehr Kinder getraut vorbei zu kommen. Meistens war ich dann aber noch mit den anderen Kindern beschäftigt. Die meisten Eltern wollten dann nicht mehr so lange warten und haben ihr Kinder weiter gedrängelt. Wenn ich dann versucht habe, mehrere Kinder zu beschäftigen, haben sich diese häufig gegenseitig abgelenkt.

    Wem gehört wohl diese Fußabdruck?


    Man konnte aber natürlich erkennen, welche Vorteile ein Stand im Zoo mit sich bringt. Nicht nur das alle sehr offen auf einen zu gekommen sind, von den Kindern habe ich positives Feedback erhalten, aber mir bleibt auch ein älterer Herr wohl noch sehr gut im Gedächtnis, welcher im Vorbeigehen mich lobte und sagt: „Du machst das wirklich super und erklärst es den Kindern schön.“, in solchen Momenten steigt die Motivation noch höher als sonst. Eine junge Mutter erkundigt sich auch interessiert und fragte nach wie das angenommen wird und nahm auf meinen Hinweis den Young Panda Flyer mit großem Interesse entgegen.

    Aber auch meine mal etwas andere Standdekoration hat sehr viele Interessierte angelockt.

     19:10 Uhr – Nach einem so ereignisreichen Tag sitze ich jetzt glücklich und zufrieden im Zug zurück nach Leipzig, meine Füße fühlen sich dagegen platter als platt an und erst zu Hause werde ich die großen Blassen feststellen, die sich während der ganzen Wanderung gebildet haben. Der Rückweg hat dagegen diesmal, wie bei Google Maps angegeben wurde, ca.30 min gedauert ohne große Umwege durch gesperrte Wege und falsche Beschilderungen habe ich es zum Cottbuser Bahnhof geschafft. Die zwangzig Minuten Verspätung, die mein Zug auf meiner Heimreise noch herausfahren wird, kann mir dann auch nichts mehr anhaben.


    Nichts zu trotz war es eine schöne Aktion und war vor meiner Ausreise nach Südafrika vor erst die letzte WWF Jugend Aktion, nicht nur deshalb wird sie mir wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Kommentare

8 Kommentare
  • Marcel
    Marcel Vielen lieben Dank auch vom ganzen WWF-Team für Deinen heldenhaften Einsatz, dass Du den Infostand so spontan noch wirklich gemacht hast hast und Dich von der Odyssee nicht hast abschrecken lassen! Das war wirklich großartig! Wir werden Dich un...  mehr
    8. September 2014
  • Ronja96
    Ronja96 Vielen Dank für deinen Einsatz.! Ich finde es klasse, dass du trotz allem noch motiviert und gut gelaunt am Stand warst.
    8. September 2014
  • AliceimWunderland
    AliceimWunderland Super! Sowas können nur WWF-Jugend-Mitglieder :)

    Viel Spaß und eine gute Reise!
    10. September 2014
  • ankifroh
    ankifroh Wirklich toll Antonia dass du trotz der HIndernisse an diesem Tag, dieseo so gut noch gedreht hast. Vielen Dank an dich für deinen unermüdlichen Einsatz.
    16. September 2014