Berichte

We love Romania - Transsilvaniencamp 2014

  • Das Transsilvaniencamp 2014 – das waren 24 Stunden Busfahrt, der Harderlump, Bauchschmerzen und Durchfall, abenteuerliche Kutschfahrten, Rehageadon, „kurze“ Spaziergänge, wunderschöne Aussichten, gemeinsames Lachen und durchgeknabberte Nächte.

     

    Los geht es in Dresden am 9.8. um 18 Uhr 30 mit dem Fernbus. 24 Stunden soll die Fahrt dauern, genug Zeit um die anderen 22 Teilnehmer und die zwei Betreuerinnen Anne und Antonia etwas kennen zu lernen. Einige kennen sich bereits von früheren Camps, für andere ist es die erste Fahrt mit der WWF Jugend.
    Die Zeit im Bus vergeht schnell und nach einer mehr oder weniger bequemen Nacht sind wir in Rumänien. Ohne einen einzigen Stau kommen wir schließlich in Fagaras an, wo wir in drei kleine VW-Busse umsteigen. Außerdem lernen wir Jörn und Petra, die ebenfalls zum BetreuerInnen - team gehören, inklusive einjähriger Tochter Jeli (die unsere Herzen schon am ersten Tag erobert) kennen.
    Der Weg zu unserem Zielort Seligstadt führt über eine kleine holprige und vor allem kurvige Straße, sodass manchen bei der Ankunft in der Jugendherberge, einem ehemaligen Pfarrhaus, etwas schlecht ist. Trotzdem genießen wir das Abendessen und gehen nach der Zimmerbelegung und einer erfrischenden Dusche ins Bett.

     

    Am nächsten Morgen (Montag) werden zunächst ein paar Regeln besprochen und Kenn-lern-Spiele gespielt. Außerdem wird uns das Programm der kommenden Tage und das Gelände um die Jugendherberge vorgestellt.
    Nachmittags folgen wir einem Audiowanderweg ins Nachbardorf Bekokten. In den Beiträgen, die wir uns anhören, lernen wir etwas über das Dorf Seligstadt und die Siebenbürger Sachsen, von denen es in Seligstadt nur noch drei gibt. Auch unseren neuen Freund den Harderlump, eine Märchenfigur, lernen wir kennen (zur Hörprobe).
    In Bekokten werden wir mit Pferdekutschen abgeholt und zurück zur Jugendherberge gefahren.

    Auf dem Audiowanderweg.

    Mit der Kutsche zurück nach Seligstadt.

     

    Am Dienstag machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zu einem Wald, in dem wir unseren Tag verbringen. Nach einigen Übungen zum Spuren lesen und aufmerksamen Hören wollen wir unser Mittagessen zu bereiten.
    Dafür brauchen wir natürlich Feuer. In Kleingruppen sollen wir deshalb versuchen mit einem einzigen Streichholz ein Feuer zu entzünden. Die Motivation ist zwar groß, aber das Ergebnis nicht gerade überwältigend: keine Gruppe schafft es. Deshalb teilen wir uns jetzt in andere Gruppen auf: eine Gruppe kümmert sich ums Feuer, eine andere um die Vorbereitung des Essens und die letzte macht sich auf die Suche nach geeigneten Stöcken für dies Gemüse-/Fleischspieße.

    Der Versuch ein Feuer zu entzünden.


    Nach dem Mittagessen geht es sofort mit der Vorbereitung des Abendessens weiter. Dafür heben wir eine Kochgrube aus (wobei zwei Spaten drauf gehen) und füllen sie mit Glut, auf die eine Schicht Gras gelegt wird. Auf dieses Gras legen wir Gemüse und Fleisch und eine weitere Schicht Gras. Zu guter Letzt wird das Ganze mit Erde bedeckt.

    Die Kochgrube wird gefüllt.


    Den Nachmittag verbringen wir wieder in Kleingruppen, mit denen wir uns auf Spurensuche machen und auch einige rätselhafte Dinge entdecken (Rehageadon is watching you!).
    Als wir die Kochgrube am Abend aufdecken ist die Spannung groß. Hat es funktioniert? Nein. Leider hatten wir keine Steine zur Verfügung, um die Kochgrube damit auszulegen und weder das Fleisch noch das Gemüse ist gar. Also gehen wir früher als geplant zurück zur Jugendherberge, wo wir ein spontanes Abendessen bekommen. Das absolute Highlight: Es gibt Nutella!

    Im Gras finden wir eine Gottesanbeterin.

     

    Den letzten Tag in Seligstadt verbringen wir mit verschiedenen Workshops. Den ganzen Tag können wir T-Shirts recyclen, Filzen, T-Shirts bedrucken oder Körbe flechten.


    Carl, Patrick und Paul beim Recycling von T-Shirts.

    Hier werden aus Filz z.B. kleine Taschen hergestellt.

    Fast jeder bedruckt sich sein eigenes T-Shirt oder einen Stoffbeutel.

    Außerdem bekommen wir Besuch von einem Siebenbürger Sachsen, der als Pfarrer in Bekokten arbeitet. Er erzählt uns von seiner Arbeit und davon, wie die Jugendherberge entstanden ist.
    Auch ein Mann vom B.U.N.D. kommt kurz vorbei und beantwortet unsere Fragen zum Umweltschutz in Rumänien.
    Als Einstimmung auf die Berge, sehen wir uns nach dem Abendessen (Kartoffelbrei) die Dokumentation „Wächter der Wildnis“ an.

     

    Am Donnerstag soll es früh losgehen, damit wir möglichst viele Bären im Bärenpark zu sehen bekommen. Doch eins der Autos macht uns einen Strich durch die Rechnung, da es partout nicht anspringen will.
    Nach einer dreiviertel Stunde schaffen wir es dann doch und fahren über Fagaras, wo wir einen Teil unseres Gepäcks zurück lassen, zum Bärenpark. Trotz der Hitze haben sich viele Bären nicht in den Wald zurück gezogen, sondern liegen an den Zäunen. Alle Bären dieses Parks stammen aus schlechter Haltung und können hier ihr Leben unter artgerechten Bedingungen genießen.


     


    Nach nicht all zu langer Zeit geht es weiter in die Kaparten. Vorher machen wir aber noch einen Zwischenstopp in einem Restaurant (in dem es wieder Kartoffelbrei gibt), wo wir mit einer Mitarbeiterin des WWF Rumänien über dessen Arbeit sprechen. Der WWF Rumänien ist noch relativ jung und es gibt kaum Mitglieder, da Umweltschutz für viele Rumänen kein großes Thema ist. Es gibt einfach andere Probleme.
    Unsere Fahrt endet am Rande eines Nationalparks. Von dort aus wandern wir über kleine, steile Pfade zu einer Berghütte. Der Weg ist anstrengend, vor allem mit den schweren Rucksäcken, aber es lohnt sich. Die Aussicht ist schon in dieser Höhe toll und die Zimmer (zumindest das von den Mädchen) auch.
    Wasser gibt es hier nur draußen, direkt aus dem Berg. Daher ist es ziemlich kalt und die meisten verzichten dann doch lieber aufs Duschen. Auch die beiden Dixi - Klos laden nicht zu einem längeren Aufenthalt ein. Da auch noch die Hälfte der Teilnehmer Durchfall hat und relativ viele Leute die Hütte besuchen, sind sie schon schnell überlastet.
    Das Essen ist dafür um so besser. Es gibt zwar zum dritten Mal in Folge Kartoffelbrei, aber der Apfelkuchen, den es zum Nachtisch gibt, ist einfach nur traumhaft.

     

    Den nächsten Tag verbringt ca. die Hälfte in der Hütte, da es ihnen nach dem langen Aufstieg und auf Grund von Bauchschmerzen nicht besonders gut geht.
    Der Rest packt die Tagesrucksäcke und los geht’s zur ersten (und leider auch einzigen) Gipfelbesteigung. Je höher wir klettern, desto nebliger wird es um uns, sodass man das Tal teilweise nicht mehr sieht. Ein bisschen fühlt es sich so an, als würde man am Ende der Welt stehen.

    Wer auf den Gipfel will muss klettern.

    Gruppenbild auf 1816 m Höhe.

    Nachmittags kommen wir wieder in der Hütte an und spielen den Rest des Tages Gemeinschaftsspiele.

     

    Da das Wetter am nächsten Morgen zu schlecht für eine Gipfelbesteigung ist, beschließen wir nur einen „kleinen“ Spaziergang zu machen. Alex, unser Bergführer, läuft mit uns zu einer kleinen Hütte, in der auf traditionelle Art Käse hergestellt wird. Wir dürfen uns die Hütte von innen anschauen und uns wird erklärt, wie der Käse zubereitet wird. Wer möchte, bekommt auch ein Stück zum Probieren. 


    In dieser Hütte wird Käse hergestellt.

    Danach geht es weiter über kleine Pfade, Berge hoch und wieder runter. Der kleine Spaziergang dauert letztendlich ungefähr 6 Stunden. Daher sind wir alle froh, als wir die Hütte wieder erreichen.

    Während des Spaziergangs.

    Am Sonntag ist das Wetter noch schlechter. Im Mädchenzimmer regnet es an ein paar Stellen sogar rein. Daher wird es auch dieses Mal nichts mit einer Wanderung auf einen Gipfel. Wir verbringen die Zeit mit Spielen wie Dixit und Uno und machen am Nachmittag nur einen kleinen Ausflug zu einem Berghang, wo wir von einer Schafsherde inklusive Schäfern und Hütehunden überrascht werden.
    Dass wir nicht auf einen weiteren Gipfel konnten ist zwar schade, dafür sind die meisten von uns wieder einigermaßen gesund.

    Eine Pause muss auch mal sein.

    Schöner kann ein Schafsleben nicht sein.

     

    Der Abstieg am Montag dauert nur eineinhalb Stunden, weshalb wir schon relativ früh im Ort Bran sind, in dem das Schloss Draculas steht. Wir bummeln über den Turi – Markt und kaufen uns ein paar Andenken. Ins Schloss geht keiner, die Schlange ist einfach zu lang.
    Nachdem wir in Fagaras unser Gepäck eingesammelt und für die Rückfahrt eingekauft haben fahren wir zurück nach Bekokten, wo wir unsere letzte Nacht verbringen.
    Der letzte Programmpunkt ist eine Abschlussrunde, in der wir Verbesserungsvorschläge äußern können. Einer wird besonders häufig genannt: Das Camp soll länger dauern!

    Der Abstieg beginnt.

     

    Am Dienstag Morgen heißt es zum ersten Mal Abschied nehmen, denn Jörn, Petra und Jeli fahren nicht mit uns zurück. 
    In Fagaras steigen wir in den Fernbus und es geht wieder zurück nach Deutschland.
    Viel zu schnell erreichen wir den Hauptbahnhof in Dresden und müssen uns voneinander verabschieden. 

     

    Die Zeit mit euch in Transsilvanien ging viel zu schnell vorbei und ich hoffe, dass wir uns bald wieder sehen!
    Vielen Dank an Anne, Antonia, Jörn und Petra! Ohne euch hätte dieses wunderbare Camp nicht stattgefunden. 

     

     

    Fotos:

    Antonia Schwarzmeier, Nadja Baumann, Isabelle Kröck, Maren Hain

     

Kommentare

13 Kommentare
  • Wasserjunge
    Wasserjunge Es war sooooooo unglaublich toll!! Gar keine Worte dafür!
    4. September 2014
  • sarahsolaika
    sarahsolaika sehr sehr schöner bericht :)
    richtig viele eindrücke, die du uns da mitgegeben hast!
    8. September 2014
  • Helen1698
    Helen1698 das hört sich soo cool an! Hoffe, das Camp gibt\'s nächstes Jahr wieder!!!
    30. September 2014
  • wassermaedchen
    wassermaedchen Bestes Camp aller Zeiten !
    28. Januar 2015