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Gen-Food

  • Wenn Schafe geklont, Äpfel immer größer und Tomaten immer röter werden, brechen die einen in bewundernde Jubelrufe aus und die anderen verziehen angewidert das Gesicht. Gentechnologie ist wohl eins der umstrittensten Themen unserer Zeit – besonders, wenn es um genmanipuliertes Essen geht. Und das nicht ohne Grund.

    Inzwischen wurde fast jede Nutzpflanze im Labor genetisch verändert – allen voran Mais und Soja. Und was ist eigentlich so schlecht daran, wenn der Mais ein wenig gelber und größer, einfach „perfekter“ wird? Das Hauptargument: Niemand weiß so genau, was die so genannte Gen-Nahrung in unseren Körpern anstellt. Kritiker befürchten, dass Fleisch und Milch der Tiere, die genverändertes Futter fressen, Spuren der veränderten Gene enthalten können. Untersuchungen lassen vermuten, dass sich das manipulierte Erbgut der Pflanzen auch in Zellen von Säugetieren einbauen kann. Also auch in die menschlichen! Eine weitere Befürchtung ist, dass Gen-Food Allergien auslösen könnte, weil es für den Körper unbekannte Stoffe enthält.

    Hinzu kommt die sogenannte Genverschmutzung, die es uns eigentlich unmöglich macht Gen-Food zu meiden. Zwar schreibt das Gesetz vor, dass zwischen Feldern mit normalen und solchen mit genveränderten Pflanzen ein Sicherheitsabstand von 150 Metern eingehalten wird, doch dieser reicht oft nicht. Die Pollen von Raps zum Beispiel trägt der Wind mehrere Kilometer weit. Es ist also so gut wie unumgänglich, dass veränderte Gene in die naturbelassenen Pflanzen eindringen und sich mit deren Erbgut vermischen. Experten schätzen, dass bereits in deutlich mehr Lebensmitteln verändertes Erbgut steckt, als bekannt ist. Die Pflicht, genveränderte Lebensmittel auf der Verpackung zu kennzeichnen, nützt also wenig.

    Doch man darf nicht nur die eine Seite der Medaille betrachten. Gen-Food hat nämlich auch Vorteile, die uns helfen könnten einige Probleme auf der Welt zu lösen: So zum Beispiel der Hunger. Immer noch sterben jedes Jahr fünf Millionen Mädchen und Jungen an den Folgen von Unterernährung. Das sind mehr als 13000 pro Tag! Wissenschaftler tüfteln an genveränderten Gewächsen, die zusätzliche Nährstoffe enthalten können – etwa Vitamine, die vielen Menschen in Entwicklungsländern fehlen. Außerdem sind genveränderte Gewächse gegen den Angriff vieler Schädlinge immun, sodass Bauern auf den Einsatz von umweltschädlichen Pestiziden verzichten können.

    Noch sind allerdings viele Fragen offen. Und bis die geklärt sind, werde ich weiterhin in die Gemüsekisten der Bio-Bauern greifen :)

    Was sagt ihr zu diesem Thema? Ich würde mich sehr über eure Meinung freuen!
     

Kommentare

7 Kommentare
  • Janine
    Janine Hey Carina!
    Vielen Dank für deinen Bericht! Auch ich finde ihn super!
    Ich habe neulich eine Sendung gesehen, in dem ein Bio Imker den gesamten Honig einer Saison wegwerfen musste, weil vermutet wurde, dass sich seine Bienen an einem Genfeld bereichert hat...  mehr
    20. Mai 2009
  • Kev
    Kev Das liegt leider an den manchmal perversen Drang zum Perfektionismus im Menschen. Er will alles wissen (was in einem gewissen Maße nicht schlecht ist) und dreht sich so alles für sich hin, wie es für am einfachsten das Leben gestalten kann.
    Und wenn der M...  mehr
    20. Mai 2009
  • asquarathi
    asquarathi schwieriges thema, und sowohl die pro als auch die contra argumente sind gewichtig. allerdings finde ich das man solches gemüse/obst nicht auf den markt bringen sollte bis nicht die folgen erforscht wurden. leider ist es dafür ja schon zu spät, und wie du...  mehr
    23. Mai 2009
  • direkt
    direkt Genfood wird nicht das Hungerproblem der Welt lösen. Studien zeigen zum Beispiel, dass der durch Gentech mit Vitamin A angereicherte Reis, leider nicht so den Reis verbessert wie gedacht. Das Vitamin A kann nicht so aufgenommen werden, wie über andere Nah...  mehr
    13. Juni 2009