Berichte

Ohne Kopf zu stehen...

  • „Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen.“, sagte einmal Carl Schurz.
    Und genau diese Ideale, nach denen wir unser Leben ausrichten, können sich ändern. Der erste Block des 2° Campus war für mich ein Anstoß meine Ideale zu hinterfragen und Neue hinzuzufügen.

    Unser Ziel ist es den Klimawandel zu stoppen. Dafür wollen und werden wir forschen. Doch das alleine ist keine Kursänderung. Deshalb sind wir alle auch eine Selbstverpflichtung für die Zeit bis zum Ende der Schülerakademie eingegangen. Wir wollen unser neues Ideal mit in den Alltag nehmen und nicht einfach beim 2° Campus in Berlin lassen. Wir wollen direkt damit anfangen das Klima zu schützen. Der erste Schritt dafür liegt bei uns.

    Mit viel Motivation sind wir deshalb Ende Mai in den Zug zurück nach Hause gestiegen. Doch wirklich dort anzukommen, war zumindest für mich nicht ganz einfach.
    Da ich Gedichten schreibe, habe ich versucht meine Erfahrung für Euch in dieser Form auszudrücken.

     

    voller Begeisterung flogen
    unsere Gedanken. unser Herz
    fieberte den Tagen entgegen
    an denen wir.
    du. ich.
    die Welt retten
    werden. den Klimawandel stoppen
    als Ziel vor Augen
    mit dem Wissen im Kopf
    dass es möglich ist. kommen wir an
    Zuhause und unsere Welt
    die gerade erst neu
    war bekommt Risse wie
    ein altes Haus vor dem Abriss.
    bleiben wir stehen
    oder gehen wir
    neue Wege? entgegen
    der Meinungen die starr
    wie Stein vom Himmel fallen
    geben wir nicht auf
    den ersten Schritt zu gehen
    und Unbekanntes
    zuzulassen bis
    auch Du erkennst dass
    es Zeit ist.
    die Welt retten
    ich. du.
    dann wir. gemeinsam
    ohne Kopf zu stehen.

    Es war für mich wie in einer anderen Welt anzukommen.
    Ich habe mit vorgenommen einen Tag in der Woche vegan zu kochen. Die Reaktionen waren verschieden: Meine Mutter war aufgeschlossen und bestellte gleich ein Kochbuch, mein Vater war sehr skeptisch und meine Schwester wollte erstmal nicht viel davon wissen.
    Nachdem ich ein paar neue Rezepte ausprobiert habe, stelle ich fest, dass gerade mein Vater von den neuen Gerichten begeistert ist und sogar meine nicht probierfreudige Schwester bereit ist, die Sachen zu versuchen :)
    Selbst meine Oma findet das Ganze gar nicht mal so schlecht…

     

    Und auch wenn das Ideal, den Klimawandel zu stoppen, immer noch in weiter Ferne ist, hat mein kleiner Schritt auf einem neuen Weg den Kurs etwas geändert, auch wenn Steine zu überwinden waren.
     

    Es ist erstaunlich was möglich ist, wenn man einfach mal anfängt und die anderen begreifen, dass Klimaschutz nicht unbedingt bedeutet Kopf zu stehen.

     

    Fotos:

    Titelbild © flick via cc_Dennis Schäffer

    Fußspuren © flick via cc_Roadrunner38124

    Kopfstand © flick via cc_carstenbach

    Chili sin Carne: eigenes Foto

Kommentare

7 Kommentare
  • Ronja96
    Ronja96 Ich finde, dass du den Bericht sehr schön geschrieben hast. Man merkt, dass es dir wirklich etwas bedeutet. Vor allem das Gedicht finde ich sehr schön.
    7. Juli 2014
  • BirgitEichmann
    BirgitEichmann Das ist ja ein toller Artikel, mir gefällt die Lyrik besonders!
    Vielen Dank & herzliche Grüße!
    Birgit
    8. Juli 2014
  • Ivonne
    Ivonne Einfach toll deine Wortgewandheit! Ein wirklich schöner Artikel. Danke, Kathrin!! :-)
    8. Juli 2014
  • Kathy3
    Kathy3 Es freut mich das Euch der Bericht und das Gedicht gefällt :)
    Etwas schönes zu schreiben macht immer wieder Spaß!
    9. Juli 2014