Berichte

Tierschutz auf hohem Niveau

  • Wunderschöne Lodges im Herzen von Afrika, zum Frühstück stehen ein paar Elefanten und Löwen vor dem Fenster, mittags lässt man sich im Luxus-Spa verwöhnen und abends wird ein 5-Sterne-Menü serviert.... wenn sich das mal nicht nach schönen Urlaubsaussichten anhört. Doch was hat das Ganze mit Naturschutz zu tun?!

    Nun, für Colin Bell sehr viel. Ihm gehört die Umweltorganisation "Great Plains", die er 2006 zusammen mit vier Freunden gegründet hat. Sie betreibt zwei Camps in Afrika, eines in Botswana und eines in Kenia, sowie ein Tigerreservat in Indien. Weitere Camps sind in der Planung. Was daran so besonders ist? Zunächst einmal handelt es sich bei Bell's Camps nicht um herkömmliche Lodges, sondern um luxuriöse Unterkünfte die bis zu 2050 Euro pro Nacht kosten. Die Gäste werden mit allem verwöhnt, was ihr Herz begehrt. Das zweite Besondere ist, dass Bell diesen Luxus mit Ökologie zu verbinden versucht. Dazu hat er riesige Landstücke Afrikas gepachtet und betreibt somit eine Art eigenen Nationalpark. Zu seinem besonderen Anliegen zählt es, den dort lebenden Tiere wieder mehr Lebensraum zu verschaffen bzw. sie vor dem Abschießen zu bewahren. So geht die Zahl der Löwen in Afrika beispielsweise immer noch dramatisch aufgrund von Jägern zurück. Für einen Löwen, den man schießen will, muss man 4900 Dollar zahlen. Lässt man ihn jedoch am Leben, kann er durch Tourismus bis zu 13 mal so viel "Geld einbringen". So sieht das auch Bell. In seinen Parks kommen auf einen Touristen ca. 13.000 Hektar Land, so viel also, dass er keinen großen Schaden anrichten kann. Die Lodges sind außerdem ebenfalls sehr umweltfreundlich. Der Strom wird ausschließlich durch eine eigene Solaranlage erzeugt, die Jeeps fahren mit Frittieröl, das von Schnellrestaurants gekauft und gereinigt wird und das Mobiliar der Camps wurde aus Bäumen gefertigt, die beim Tsunami in Indonesien entwurzelt wurden (angeblich zumindest...)

    Dadurch, dass er das Land für die Öffentlichkeit unzugänglich macht, so Bell, verhindere er dass immer mehr Tiere abgeschossen oder von hunderten Touristen jährlich gestört werden. Gleichzeitig, und um das zu finanzieren, biete er seinen Gästen den entsprechenden Luxus an. Durch die Aufforstung von Regenwald kann die Organisation außerdem sogenannte "Carbon-Bonds" verkaufen, was bedeutet, dass sie anderen Firmen Zertifikate ausstellt mit denen diese mehr CO2 verbrauchen dürfen als es eigentlich der Fall wäre, dadurch dass "Great Plains" dieses Kohlendioxid einspart. 

    Mit Ureinwohnern wie den Massai verhandelt Bell des weiteren, um diese dazu zu bringen, nicht mehr so viele Löwen grundlos zu töten. Auch mussten schon andere Bauern "umgesiedelt" werden, da diese mit ihren längst überholten Anbaumethoden der Natur eher schaden als helfen. Was diese Bauern nun tun, da sie nicht mehr auf ihrem alten Land wohnen dürfen, ist eine andere Frage...

    Was haltet ihr davon? Sollte es mehr solcher "High-Class-Lodges" geben, sodass nur einige wenige, aber dafür gut zahlenden Touristen die Natur beeinträchtigen und die Tiere so im Endeffekt schützen, oder ist das Ganze mehr Schein als Sein, und Projekte wie "Great Plains" zielen am Ende doch nur auf große Profite ab?

    Wen das interessiert, hier die Website: www.greatplainsconservation.com 

    Quelle: DIE ZEIT, Nr. 2

Kommentare

6 Kommentare
  • joshixxl
    joshixxl afrika ist ein schönes land und mann soll es schützen ein paar ouristen sind ok aber mehr als 10 gruppen lieber nicht

    mfg joshixxl
    14. Januar 2010
  • anni95
    anni95 man kann auch anders die umwelt schützen. ich habe neulich (gestern, hehe) einen krassen film über das sekem projekt gesehen. es hilft der bevölkerung und der umwelt. wenn ich die Zeit habe, schreib ich eine Bericht darüber. es ist genial! es wird arbeit ...  mehr
    14. Januar 2010
  • Monaa
    Monaa Grundsätzlich finde ich die Idee super, aber bringt auch einige Probleme mit sich. Zum Beispiel : Wie soll ich zu diesen Lodges gelangen? Mir fällt da persönlich nur per Flugzeug ein. Dadurch ist auch schon das eingesparte CO2 sofort wieder verbaucht.
    U...  mehr
    16. Januar 2010
  • Schmusetigerle
    Schmusetigerle Auf den ersten Blick denke ich, dass damit durchaus den Tieren geholfen wird, denn auf soviel geschütztem Land können sehr viele Tiere Platz finden. Da stören auch nicht die 5 Touristen, die sicherlich versuchen umweltschonend zu handeln, denn wer so eine...  mehr
    1. Februar 2010