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Astrein! Wie forstet man einen Wald richtig auf?

  • Wer von euch hat schon einmal einen Baum gepflanzt? Immerhin heißt es doch so schön: einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind zeugen! Das sollte jeder im Leben schaffen. Der Baum scheint das kleinste Problem zu sein! ;o)

    Im Hinblick auf unsere anstehende Aufforstungsaktion wollen wir euch deshalb heute erklären, wie man einen Baum richtig pflanzt! Ihr meint, das kann so schwer nicht sein? Dann lasst euch überraschen! ;o)

    Eine Aufforstung kann zweierlei Funktionen haben. Handelt es sich um eine Wiederaufforstung, so wird eine Fläche bepflanzt, auf der sich schon zuvor Wald befunden hat, die aber beispielsweise durch Windbruch, Feuer oder Kahlschlag zerstört wurde. Bei einer Erstaufforstung wird ein Gebiet bepflanzt, auf dem noch keine Bäume standen.


    Kaum zu glauben, dass aus diesen winzigen Sprößlingen einmal starke Baumriesen werden!  | © Paul Bettings / WWF

    Will man einen Wald aufforsten, braucht man dafür also zunächst eine geeignete Fläche. Es sollte dort nicht nur genügend Platz für neue Pflanzen geben, sondern auch eine gute Lichteinstrahlung, damit die jungen Bäumchen gut gedeihen können. Wenn sie zu sehr miteinander um Licht, Platz und Wasser konkurrieren müssen, werden nicht alle Setzlinge groß und stark.

    Dann geht es an die Baumauswahl. Die sollte sich stets nach dem vorhandenen Ökosystem richten. Logisch, wer pflanzt schon eine Palme mitten im Nadelwald? ;o) Oftmals herrschen dunkle Fichtenwälder in Deutschland vor. Diese Eintönigkeit soll zugunsten der Vielfältigkeit unterbrochen werden. So werden zunehmend Laubbäume und alte heimische Arten aufgeforstet, um einen Mischwald zu erzeugen. Dabei muss auch weit in die Zukunft geblickt werden, denn der Klimawandel erfordert robuste Bäume, die auch langen Trockenperioden und extremen Wetterlagen standhalten können. So wird heute insbesondere gern die Weißtanne zum Aufforsten genutzt.


    "Im Baum der Wald, in jedem Baum steht der Wald anders." (Manfred Hinrich) | © Michel Gunther

    Das Aufforsten der Bäume findet optimalerweise im Frühling, als Alternative im Herbst statt. Im Frühling haben die Setzlinge genug Kraft, um einen Standortwechsel gut zu überstehen, im Herbst haben sie den langen Winter vor sich, um auszuruhen. Unsere Aufforstungsaktion wird von Mitte September bis Mitte Oktober stattfinden!

    Nun haben wir also die Fläche und auch die Bäume. Aber wie werden sie richtig gepflanzt? Um Waldbäume zu pflanzen gibt es zwei verschiedene Techniken. Zum einen die sogenannte Lochtechnik. Es wird mit dem Spaten ein Loch geschaufelt, bei dem die Lochtiefe der Wurzellänge des gewählten Baumes entspricht. Der Baum wird gerade hineingesetzt, sachte festgehalten und die Erde zurück ins Loch geschaufelt und zum Schluss gut festgetreten. Am Ende prüft man durch leichtes Ziehen am Baum, ob er auch wirklich gut und fest sitzt.

     

    Die zweite Möglichkeit einen Baum zu pflanzen, ist die Spalttechnik. Hierbei steckt man den Spaten in den Boden und bewegt ihn hin und her, sodass ein Spalt entsteht. Die Wurzel des Bäumchens wird dann in diesen Keil gesteckt und mit dem Spaten rangedrückt. Zuguterletzt wird auch hier die Erde rund um den Setzling gut angetreten.

    Sicherlich erinnert ihr euch noch an Carmens Aufforstungsaktion im vergangenen Herbst. Im Siebengebirge sollte ein ehemals mit Fichten bepflanzter Hang wieder aufgeforstet werden. Um ursprüngliche Baumarten einzubringen, gab es vor allem Eichensetzlinge. Um die 800 Bäumchen tatsächlich an einem Tag pflanzen zu können, wurde ein sogenannter Lochbohrer benutzt. Damit entstanden in Windeseile viele Pflanzlöcher im Boden. Die fleißigen Helfer haben die Setzlinge dann gerade hineingesteckt, die Erde hineingeschaufelt und fest angedrückt.

    Um den kleinen Pflanzen Starthilfe zu geben, wurde außerdem ein Pfahl direkt neben dem Baum in die Erde gerammt. Das Bäumchen wurde daran befestigt und erhielt auf diese Weise mehr Standfestigkeit. Zudem ist es wichtig, die Setzlinge vor Wildfraß zu schützen. Junge grüne Blätter sind ein Festschmaus für Bambi! ;o) Den Schutz kann man entweder durch eine Schützhülle gewährleisten, die um den Baum gelegt wird oder aber das neu aufgeforstete Gebiet wird zunächst für einige Jahre eingezäunt, sodass kein Vielfraß und Feinschmecker an die Bäumchen gelangen kann.

    Wie ihr auf den Bildern der Aktion im Siebengebirge erkennen könnt, braucht man auch eine gute Ausrüstung zum Pflanzen. Neben Spaten, Pflanzstäben und Schutzhüllen sollten auch Gummistiefel, Arbeitshandschuhe und wetterfeste Kleidung nicht fehlen, sonst macht das Aufforsten schnell keinen Spaß mehr!

    In Deutschland gibt es verschiedenste Projekte und Organisationen, die sich der Aufforstung verschrieben haben. Neben 'Plant for the Planet', die wir euch im vergangenen Bericht vorgestellt haben, arbeiten auch 'Wikiwoods', 'Wald in Not' oder 'Prima Klima Weltweit' zu diesem Thema des Umwelt- und Klimaschutzes.

    Auch wir wollen unseren Beitrag leisten und planen eine Aufforstungsaktion mit mindestens 5000 Bäumen! Warum ausgerechnet 5000? Zum einen steht die Zahl symbolisch für unser Geburtstagsjubiläum, andererseits stellt sie die WWF Jugend Mitglieder unserer Community dar. 5000 Mitglieder unterstützen unsere Arbeit für den Umweltschutz mit 36€ im Jahr und jeder von ihnen soll symbolisch ein eigenes Bäumchen bekommen. Wenn wir bis zum Herbst die Mitgliedermarke von 5000 überschreiten, gibt es natürlich noch mehr Bäume zu pflanzen! Also die beste Gelegenheit, WWF Jugend Mitglied zu werden! ;o)

    Damit euer selbst gepflanzter Wald und auch die anderen Wälder dieser Erde in Zukunft ein langes Leben vor sich haben, berichtet euch Anne im nächsten Artikel, wie man den Wald am besten schützen kann! :o)

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    * Skizzenbilder zu Lochtechnik & Spalttechnik: © wikiwoods.org
    * Impressionen vom Siebengebirge: © Maxim Podobed

Kommentare

9 Kommentare
  • Jessika
    Jessika Unglaublich wieviel man beachten muss! :) ich freue mich schon so sehr auf die Aktion. Und egal wo es stattfindet ich will Bäumchen pflanzen! Hihi
    20. Juni 2014
  • HelenGreenie
    HelenGreenie An der Aktion möchte ich auf jeden Fall teilnehmen :)
    24. Juni 2014
  • Laura619
    Laura619 Benutzt doch ab jetzt alle ECOSIA als Suchmaschiene anstelle von Google!
    Die Pflanzen nämlich mit Hilfe von 80% ihrer gesamten Einnahmen Bäume, um den Regenwald wieder aufzustocken:-)
    31. Juli 2014
  • Motte12
    Motte12 Sorry bin gerade erst hier reingekommen. Ich habe mal von so einer Aktion gehört
    und bin dann hier beigetreten. Ich wollte fragen, ob man diese Aktion überall machen kann. Habe nämlich nichts verstanden ; )
    21. April 2015