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Eisschmelze in der Antarktis unumkehrbar

  • Glitzernd in der strahlenden Mittagssonne perlt ein kleiner Wassertropfen ab von dem festen Eis, sammelt sich, wächst und wächst, und setzt sich schließlich in Bewegung. Langsam erst, fast zögernd, läuft er am Gletscher hinab, dann wird er schneller und immer schneller und fällt schließlich – ins Meer.

    Und ihm folgt noch ein Tropfen. Und noch einer.

    Tropf … Tropf … Tropf …

    Unaufhörlich. Wie ein kaputter Wasserhahn. Mit einem entscheidenden Unterschied: Diesen Wasserhahn wird niemand mehr reparieren.

    Das zumindest behaupten US-amerikanische Wissenschaftler der NASA. Sie haben mithilfe von Schiffen, Flugzeugen und Satelliten die Eisschmelze in der Antarktis erforscht und dabei erschreckende Feststellungen gemacht:

    1. Der Klimawandel schreitet schneller voran als erwartet.
    2. Die Eisschmelze in der Antarktis lässt sich nicht mehr aufhalten.
    3. Der Meeresspiegel wird noch drastischer steigen als befürchtet.

    Ist es wirklich so dramatisch? Anhand welcher Kriterien legt man fest, ab wann eine Gletscherschmelze unumkehrbar ist? Darauf habe ich keine Antwort gefunden. Der NASA-Wissenschaftler Eric Rignot von der University of California Irvine sagte zumindest: "Ein großer Teil der Eiskappe in der Westantarktis ist in einem Stadium des unumkehrbaren Rückzug.“ In den bisherigen Berechnungen des Weltklimarates zum Anstieg der Meeresspiegel sei das Phänomen nicht ausreichend berücksichtigt. In den kommenden zwei Jahrhunderten werde das Niveau des Meeresspiegels allein aufgrund der Gletscherschmelze im Westen der Antarktis um 1,2 Meter ansteigen.

    Und der Rest der Antarktis? Um den scheint es leider nicht besser bestellt. Deutsche Forscher warnen vor einer großen Eisschmelze in der Ost-Antarktis. Durch das Verschwinden eines "Eispfropfens", der ein Eisfeld im Wilkes-Land südlich von Australien derzeit zum Meer hin begrenzt, würde ein unaufhaltsamer Prozess ausgelöst: Das Eisfeld liegt in einem riesigen Tal. Selbst wenn der Klimawandel nach Abschmelzen des „Stopfens“ gestoppt werden könnte, würde das gesamte Eisfeld nach und nach ins Meer fließen und schmelzen.

    Bei diesen düsteren Vorhersagen ist meiner Meinung nach vor allem eines wichtig: Nicht den Mut verlieren! Und niemals nie sagen. Solche Nachrichten sind kein Grund den Kopf hängen zu lassen und entmutigt die Hände in den Schoß zu legen. Ganz im Gegenteil: Sie sind ein Aufruf dafür, sich noch energischer und tatkräftiger für den Klimaschutz einzusetzen.

    Quellen:
    http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wissenschaft/d/4735688/fuer-den-suedpol-ist-es-bereits-zu-spaet.html
    http://www.nwzonline.de/us-forscher-gletscherschmelze-in-der-antarktis-unumkehrbar_a_14,7,2401788002.html
    http://www.n24.de/n24/Wissen/Mensch-Natur/d/4686946/-das-gesicht-unseres-planeten-wuerde-sich-veraendern-.html

    Bilder:
    Wikimedia Commons
    © Michael Poliza / WWF

     

Kommentare

8 Kommentare
  • Luke24
    Luke24 Die interessante Frage ist ja, warum "der Mensch" immer noch wie bisher (wenn nicht noch schlimmer) weitermacht, obwohl er weiß, dass es früher oder später böse enden wird. Das ist wie wenn ein Loch in sein eigenes Schiff bo...  mehr
    18. Juni 2014
  • Ronja96
    Ronja96 Ich stimme Luke24 zu. Es ist immer wieder erschreckend, dass die meisten Menschen zwar über diese Vorgänge Bescheid wissen, sie es letztendlich aber nicht wirklch interessiert....
    18. Juni 2014
  • Lea123
    Lea123 es ist wirklich traurig aber es stimmt jeder kann daran etwas ändern egal ob in Gruppe oder alleine
    18. Juni 2014
  • Alisenturk
    Alisenturk Vielen Dank für deinen gelungenen aber traurigen Bericht.
    Selbst nicht, wenn man den 2°C Limit bis 2050 einhält ?


    Mit freundlichen Grüßen
    19. Juni 2014