Berichte

Regenwaldrettung im XXL-Format

  • Es ist einer der ganz großen Erfolge des WWF: Das weltgrößte Tropenwald-Schutzgebietprogramm ist endlich langfristig gesichert. Brasiliens Regierung hat zugesagt, nach einer Übergangszeit die Kosten für die mehr als 90 ARPA-Schutzgebiete im Amazonas zu übernehmen.

    Doch die Idylle trügt. Wo vor einem Jahr noch undurchdringlicher Dschungel vorherrschte, sind heute oft nur noch verwüstete Flächen mit verkohlten Baumstümpfen und frisch eingesätem Grasland zu finden. Denn wo kein offizielles Schutzgebiet ausgewiesen wird, fällt der Regenwald der näher rückenden Entwaldungsfront zum Opfer.

    Die Bundesländer Rondonia, Mato Grosso und der südlicher Teil Amazonas, in denen sich das Projektgebiet befindet, gehören zu den Gebieten mit den höchsten Entwaldungsraten des gesamten Amazonasbioms. Die illegale Holznutzung und Rodung von Wäldern wird oft unter dem Einsatz gewalttätiger Mittel durchgesetzt. In der Folge werden Rinderweiden aber auch zunehmend agro-industrielle Soja-Felder angelegt. Neben dieser flächendeckenden Rodungen des Waldes werden vor Ort auch illegal Gold, Halbedelsteine und andere Bodenschätze gefördert. Eine weitere Bedrohung für das Gebiet bedeuten die mehr als 20 Wasserkraftwerkprojekte und die dazugehörigen Hochspannungsleitungstrassen.

    Wie Perlen an einer Kette soll daher eine Reihe von Nationalparks und andere Schutzgebiete im Süden des brasilianischen Regenwaldes die vorrückenden Bagger und Motorsägen stoppen.

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    Das ARPA ist mit Abstand das größte Tropenwaldschutzgebiets-Programm, das es je gab. Mit Beteiligung des WWF sollen durch das Netzwerk 60 Millionen Hektar Regenwald als Schutzgebiete gesichert werden - eine Fläche so groß wie Deutschland und Großbritannien zusammen. "Das ist ein riesiger Erfolg und bekommt noch mehr Bedeutung, wenn man bedenkt, dass der Trend in der tropischen Welt in Richtung Abholzung geht", betont WWF-Experte Roberto Maldonado. Brasilien hat in den letzten zwölf Jahren mehr als die Hälfte aller Schutzgebiete weltweit ausgewiesen.

    Seit 2006 leistet der WWF Deutschland im Rahmen von ARPA Projektarbeit vor Ort und hat die Verantwortung für einzelne Schutzgebiete des Programms übernommen: den mehr als 1,9 Millionen Hektar großen Juruena-Nationalpark und das aus 40 Schutzgebieten bestehende Amazonia- Meridional-Mosaik in der Größe von sieben Millionen Hektar.

    Nun haben alle beteiligten Partner und allen voran die brasilianische Regierung ein Memorandum of Understanding unterschrieben – eine Erklärung, die ARPA for life endgültig besiegelt. Ein Name wird Programm: ARPA for life erhält ARPA am Leben. "Nach über zehn Jahren Arbeit im Feld, mit Schutzgebietsverwaltungen und der brasilianischen Regierung musste unser nächstes großes Ziel sein, das Programm auch mit der nötigen Finanzierung auszustatten", sagt Roberto. "Und zwar durch eine öffentlich-private Partnerschaft, an der die internationale Gemeinschaft sich beteiligt. Den größten Anteil muss aber die brasilianische Regierung selbst tragen."

    Der Weg zu diesem Ziel war steinig. ARPA hatte über zehn Jahre ein chronisches Finanzproblem. "Gerade nach der Wirtschafts- und Finanzkrise war nicht abzusehen, dass sich das ändern würde", sagt Roberto. Denn der ambitionierte Regenwaldschutz in Brasilien ist teuer und die schnell wachsende Anzahl von Schutzgebieten stellte das Programm vor immer größere finanzielle Herausforderungen.

    Schließlich machte die Initiative ARPA for life 2012 der brasilianischen Regierung ein Angebot: Verschiedene Geldgeber finanzieren eine Übergangsphase - wenn Brasilien sich bereit erklärt, langfristig alle Kosten für die Schutzgebiete zu übernehmen. Öffentliche und private Organisationen, sowie einzelne Personen unterstützten das Rettungspaket für den Regenwald. Die Bundesregierung Deutschland tut dies ebenfalls. So konnten 215 Millionen US-Dollar für die Übergangsphase zusammengetragen werden.

    Brasilien hat jetzt zugesagt, den Unterhalt für alle Reservate langfristig zu übernehmen und die Ausweisung der letzten Schutzgebiete vorzunehmen – es fehlen noch sechs Millionen Hektar zu den ARPA-Zielen. "Dass Brasilien seine Tropenwaldschutzgebiete zu hundert Prozent aus dem eigenen Haushalt bezahlt, ist angebracht und wird vielen anderen Tropenländern als Beispiel dienen", erklärt Roberto Maldonado vom WWF.

    Foto: Rio Juruena © Clovis-Miranda / WWF-Brasilien; Totenkopfäffchen - Juruena Nationalpark © Adriano Gambarini / WWF-Brasilien

Kommentare

11 Kommentare
  • Tigress
    Tigress Jaaaaaaa :)) Hoffnung!! Endlich!
    6. Juni 2014
  • Tigerlein
    Tigerlein Endlich!! Wurde auch mal Zeit, dass man mal was Gutes aus Brasilien hört und nicht immer nur diesen ganzen Kram über das WN-Desaster ;)

    Danke für den Bericht!
    8. Juni 2014
  • VeggieKid
    VeggieKid Großartig ! :))
    Immer wieder schön, wenn es gelingt, einzigartige Naturschätze zu retten.
    Weiter so ! :D
    10. Juni 2014
  • Celine1
    Celine1 Ich bin so stolz auf euch! :\') ich freu mich so! ganz ganz große klasse, deshalb unterstützten wir euch auch so sehr, weil ihr es schafft etwas durchzusetzen! Hammer
    6. Juli 2014