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Die stummen Schreie der "Disco-Fische"

  • Am Freitag, den 09.05.2014 war die Entdeckung eines Aquariums in einer Diskothek Anlass, mich mit der Situation von "Disco-Fischen" zu befassen. Eine meiner ersten Fragen war: Können Fische hören? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat laute Musik auf die Fische?
    Eindeutig ist, fast alle Fischarten können hören. Eine wesentliche Rolle übernimmt dabei das s.g. Seitenlinienorgan. Im ursprünglichen Sinne dient dieses zur Wahrnehmung kleinster Veränderung des Wasserstroms. So das hierdurch Fressfeinde, aber auch die Bewegung potentieller Beute wahrgenommen werden kann. Dabei kann das Wirbeltier die Richtung des Schalls bestimmen. Die Funktion dieses Sinnesorgans wird durch die sensible Reaktion von Haar- und Nervenzellen auf Schwingung des Wassers gewährleistet.[1]
    Durch laute Musik – verstärkt durch Basstöne - werden solche Schwingungen über die Glaswände der Aquarien an das Wasser und somit an das Seitenlinienorgan der Fische weitergeleitet. Diese Tiere befinden sich durch das imitierte Warnsignal bzw. Beutesignal in einem dauerhaften Stresszustand. Langfristig kann es nach Aussagen von Arthur N. Popper von der Universität in Maryland zu einer ernsthaften Beschädigung des Organs kommen.[2] Die dauerhafte Belastung der Fische ergibt sich jedoch nicht alleine aus der obig geschilderten Situation. Hinzu kommt der gestörte Tag-Nacht-Rhythmus, der bei einer Haltung in Diskotheken nicht abgestritten werden kann. Eine von vielen Folgen ist die Verminderung der Lebensdauer um rund 20%.[3]
    Hinzu kommt die Stressbelastung durch die große Besucheranzahl und die damit verbundene „Belästigungen“ durch das Klopfen an die Aquarienwände.

    Wo fängt der Tierschutz an?
    Meine Devise ist: Helfen wo es geht! Ist es auch deine?
    Natürlich ist der Einsatz gegen Wilderei, Tierversuche und Co. nötig und vielleicht auch nötiger, als die Rettung von „Disko-Fischen“. Er ist leider aber auch als Langzeitprojekt zu betrachten. Dabei ist der Einsatz gegen die Haltung von Fischen in Diskotheken eine Tätigkeit für „zwischendurch“. Hier gibt eine Anleitung für Leute mit Eigeninitiative:

    1. Diskobesuch
    (hab trotz solchen Entdeckungen Spaß, schließlich hast du Eintritt bezahlt und willst dich für das Wohl der Fische einsetzen)
    TIPP: Schießt am besten ein Foto von der Haltung als Beweismittel

    2. Eine höfliche Bitte an den Club-Betreiber per Email, Brief, Ansprache,... die Haltung der Fische in der Diskothek zu überdenken

    (Sollte Schritt 2 keine Wirkung zeigt)

    3. Die zuständige Behörde (Veterinäramt, Ordnungsamt, etc.) alarmieren

    Ist euch der Aufwand zu groß, könnte ihr den Vorfall unter folgendem Link an die Tierschutzorganisation PETA melden: http://www.petadeutschland.de/formulare/view.php?id=10

    Helfe auch du den „Disco-Fischen“, sie können nicht einmal nach Aufmerksamkeit schreien.


    Quellenverzeichnis:

    [1] Vgl. Seitenlinienorgan, http://de.wikipedia.org/wiki/Seitenlinienorgan
    [2] Vgl. Fische raus aus der Diskothek!, http://www.peta.de/fischediskothek
    [3] Vgl. Schichtarbeit beeinflusst Blutbildung ? Keine Ausmusterung mehr, http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/
     

Kommentare

5 Kommentare
  • Katrin gefällt das
  • Tamina
    Tamina Ohje, zum Glück hab ich das bisher noch niregndwo erlebt. Aber danke, dass du darauf aufmerksam gemacht hast und einen Lösungsvorschlag gleich mit dabei ist. :)
    16. Mai 2014
  • Luke24
    Luke24 Das es sowas überhaupt gibt ....
    Jeder sollte doch wissen, dass Tiere - unabhängig welcher Art - nicht in die Disco gehören.
    17. Mai 2014
  • Ronja96
    Ronja96 Ich habe sowas auch noch nie gesehen. Aber ich verstehe auch nicht, warum man ausgerechnet in eine Disco ein Aquarium stellen muss. Da gibt es wirklich bessere Orte...
    17. Mai 2014
  • JoannaB
    JoannaB Danke für euer Feedback :)
    Ehrlich gesagt war ich genauso überrascht wie ihr! Zuvor noch nie gesehen und dann das... Nachdem ich mich ein bisschen über das Thema informiert hab, ist mir allerdings aufgefallen, dass diese Haltung nicht so se...  mehr
    17. Mai 2014