Berichte

Wildschweinjagd zu Pferde und mit Lanze

  • Heute Morgen kam auf Phoenix eine sehr interessante Reportage über Spanien.
     

    Ihr werdet euch nun wahrscheinlich völlig zu Recht fragen: „Warum erzählt der mir das?“
     

    Ganz einfach! Seit kurzem ist in der Region Kastilien wieder die Wildschweinjagd mit der Stoßlanze erlaubt. Ja ihr habt richtig gelesen, Stoßlanze. Dabei handelt es sich um eine Treibjagd.
     

    Gejagt wird in Gruppen mit Hunden und zu Pferde. Das Wildschwein wird immer wieder gehetzt bis es stehen bleibt, dann stechen die Reiter zu.
     

    Zwar könnte ein einziger Lanzenstoß tödlich sein, aber dazu müsste man sehr genau von vorne treffen und das Wildschwein dürfte sich natürlich nicht dabei bewegen.
     

    Dennoch behaupten die Befürworter dieser Jagden, dass die Tiere dabei weniger leiden würden als bei einer herkömmlichen Jagd mit dem Gewehr.
     

    Die Jäger sind dabei nicht allein. Die Jagden finden vor Publikum auf einem umzäunten Gelände statt. Der jeweilige Schauplatz gehört dem jeweiligen Veranstalter.
    Zu dem ist das Wildschwein keines Falls ein Wildtier. Ähnlich den Tierkämpfen im alten Rom, lebt es zumindest zeitweise in Gefangenschaft und wird nur zur Jagd freigelassen.
     

    Die ganze Angelegenheit ist alles andere als billig. Mindestens 5000€ pro Team kostete eine solche Treibjagd. Aus diesem Grund gehören sowohl die Veranstalter, als auch die Jäger, als auch das Publikum zu den finanziell besser gestellten Spaniern, den oberen 10.000 sozusagen. Dem entsprechend besteht das Publikum selbstredend nur aus geladener Gesellschaft. Insbesondere die Mitglieder des wohlhabenden Landadels schätzen dieses zweifelhafte Freizeitvergnügen. Es gilt als Beweis von Mut und Geschick.
     

    An dieser Stelle bleibt die Frage, warum diese Jagdmethode überhaupt wieder erlaubt wurde und nicht als mittelalterliches Relikt in den Geschichtsbüchern steht?
     

    Ein das Hauptargument ist, dass so Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Die teuren Jagden werden als lukrative Einnahmequelle präsentiert.
     

    Es gibt aber auch Widerstand. Viele Umweltschützer befürchten, dass unter dem Deckmantel der Arbeitsplatzbeschaffung, immer mehr Hemmungen und Gesetzte zu Ungunsten der Natur fallen könnten.
     

    Nun zu euch: Wenn ihr eine Petition gegen diese Treibjagten kennt, dann bitte schreibt den Link in die Kommentare. Ich selbst habe keine Petition gefunden, ich hoffe daher, dass ihr welche kennt.
     

    Quellen:
    Das Bild oben habe ich selbst geschossen.
    Im Video seht ihr den Teil der Reportage, der mir als Quelle diente. Wichtig: es ist nicht die gesamte Reportage! Falls sich das Video nicht öffnen lässt findet ihr den Link hier.
     

Kommentare

10 Kommentare
  • Jayfeather
    Jayfeather da kann man echt nur den Kopf schütteln...
    25. April 2014
  • Rabenjunge
    Rabenjunge Die armen Tiere
    25. April 2014
  • Luke24
    Luke24 Was ich an der Sache vor allem erschreckend finde ist, dass nicht irgendwo weit weg auf diese Art gejagt wird, sondern direkt zwei Länder weiter in einem EU-Staat. Gerade wir als "westliche Welt", die sich grundsätzlich für modern...  mehr
    25. April 2014
  • vince
    vince Das ist ja heftig. Wirklich dumm, so etwas wieder aufzunehmen, wo es doch schon einmal verboten wurde. Wie immer geht es nur ums Geld.
    25. April 2014