Berichte

Die Sache mit dem Geld...

  • Schon seit längerer Zeit ist mir bewusst, dass man als Konsument mit jedem Einkauf die Wahl hat, wem man sein Geld gibt.

    Kaufe ich die billige Schokoladentafel und unterstütze einen riesigen Konzern, der die Arbeiter auf den Kakaoplantagen schlecht bezahlt? Oder greife ich zu der etwas teureren fair gehandelten Schokolade und fördere somit Projekte für Kleinbauern?

    Wem gebe ich mein Geld? Das beschäftigt mich und sollte jeden beschäftigen, in allen Bereichen des Lebens. Bis vor kurzem aber habe ich einen Bereich übersehen. Denn das war immer die Angelegenheit meiner Eltern und ich war froh, mir darüber noch keine Gedanken machen zu müssen. Doch jetzt stehe ich kurz davor, dass ich ein eigenes Konto eröffnen muss. Das einfachste wäre es, einfach zu der selben Bank zu gehen, bei der auch meine Eltern sind. Aber mir ist klar, dass der einfache Weg meistens nicht der Richtige ist.


    Denn was geschieht mit dem Geld, das die Bank für mich aufbewahren soll? Werden damit etwa Rüstungskonzerne unterstützt? Oder wird das Geld an die Atomindustrie verliehen?

    Und zum Glück kam genau zu diesem Zeitpunkt meiner Überlegungen ein Artikel über „ethische“ Banken in unserer Tageszeitung mit der Überschrift „Gute Geschäfte mit gutem Gewissen“. Zum ersten Mal las ich etwas über sozial und ökologisch ausgerichtete Geldinstitute von denen es nach meinem Wissen zur Zeit 4 deutsche Anbieter gibt: Triodos, GLS Bank, Umweltbank, Ethikbank. Wenn ihr noch weitere kennt, nur her damit.

    In folgenden Texten werde ich euch jede der vier Banken kurz vorstellen:

    Triodos
    Auf ihrer Internetseite schreiben sie: „Wir haben nicht wie andere Banken eine Abteilung für soziale und ökologische Verantwortung. Wir sind eine Bank für soziale und ökologische Verantwortung.“
    Die Bank wurde 1980 in den Niederlanden gegründet und 2009 wurde die erste Niederlassung in Deutschland eröffnet. Sie unterstützt alle möglichen Projekte in den Bereichen Umwelt, Soziales und Kultur. Auf einer Karte sind alle Projekte eingezeichnet, so dass man leicht nachsehen kann, was bei einem selbst in der Region gefördert wird.

     

     

    GLS Bank
    Sie sagen von sich: „Besonders am Herzen liegen uns Projekte, die überwiegend gemeinwohlorientiert sind, zum Beispiel Gesundheits-, Bildungs-, soziale und kulturelle Initiativen, auch der ökologische Landbau.“
    1974 gegründet, mit Sitz in Bochum, ist sie die älteste der vier Banken. 2012 bekam sie als erste Bank überhaupt den Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Nachhaltigstes Unternehmen“ und schon dreimal hintereinander wurde sie zur Bank des Jahres gewählt. Als Kunde kann man selbst entscheiden, an wen das Geld verliehen wird, das man der Bank zahlt.

    Umweltbank
    „Als rein ökologische Bank konzentrieren wir uns auf ein wesentliches Ziel: so viele Umweltprojekte wie nur möglich zu fördern.“
    Gegründet 1997, nach zweijähriger Planung. Es gibt einen Umweltrat, der überwacht, dass auch wirklich Umweltprojekte unterstützt werden.
    2013 gab es rund 15.400 geförderte Umweltprojekte.

     

     

    Ethikbank
    Sie sagen: „Ziel der EthikBank ist es, durch ihre Anlagepolitik Einfluss auf eine nachhaltige Wirtschaftweise zu nehmen.“ Außerdem machen sie klar: „Die Unternehmen und Staaten, die Geld von der EthikBank bekommen, müssen sich aktiv für nachhaltige Ziele engagieren.“
    Die Ethikbank wurde 2002 gegründet und ist damit die jüngste der vier Banken.
    Sie beschreiben sich selbst als „gläserne Bank“, da Transparenz ihr „höchstes Gut ist“.

     

     

    Ich finde, dass hört sich doch echt gut an und ich bin selbst froh, eine Alternative zu den üblichen Banken gefunden zu haben. Und doch bin ich erstaunt, dass ich erst jetzt davon mitbekommen habe, da es zwei der Banken ja doch schon relativ lange gibt. Aber besser spät als nie :-)

    Wie schaut es bei euch aus? Habt ihr schon von diesen Banken gehört und was haltet ihr davon?

     

    Quellen:

    Titelbild: Plainpicture, fine-art-panorama.com

    Internetauftritte von GLS, Triodos, Umwelt- und Ethikbank

    http://www.saarbruecker-zeitung.de/bauen-und-wohnen/energie/energie-sparen/Energie-sparen-Umwelt-Banken-Soziales-KORR-Inland;art23765,4947759#.UoOnB40vbcE

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ethische-banken-die-kroetenwanderung-a-694795.html

Kommentare

12 Kommentare
  • SammySahne
    SammySahne Was es heutzutage alles gibt... Unglaublich. Ich habe sowas noch nie gehört, aber was ich lese ist echt fantastisch und hier weiß man auch, wo das Geld hinfließt. Wenn doch nur mehr Banken so wären.
    10. April 2014
  • vince
    vince ok, obwohl die GLS Bank nicht in der Cashgroup ist, (was schade ist, da es dort die meisten Filialen gibt wo man kostenfrei Geld abheben kann), gibt es trotzdem einige Geldautomaten. Vielleicht wäre das eine gute Alternative zur Commerzbank. Es gibt ...  mehr
    10. April 2014
  • Nugua
    Nugua @vince: die gls bank hat ja extra einen Kontowechselservice, sollte also nicht so kompliziert sein, vermute ich mal.
    10. April 2014
  • Ria2000
    Ria2000 Cool, wusste davon noch gar nichts! ;)
    22. September 2014