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Gericht legt Japans Walfangflotte an die Kette

  • Großartige Neuigkeiten: Japan muss seine umstrittene Waljagd im Südpolarmeer beenden. Das japanische Programm verstoße gegen das internationale Walfangmoratorium, das kommerziellen Walfang verbietet, und erfülle keine wissenschaftlichen Forschungszwecke - So entschied heute der Internationale Gerichtshof in Den Haag. Australien hatte 2010 vor dem UN-Gericht Klage gegen Japan erhoben.

    "Dies ist eine Sternstunde für den weltweiten Walschutz", freut sich Tim Packeiser, Meeresschützer beim WWF Deutschland. "Im ihrem wichtigsten Schutzgebiet sind bedrohte Finnwale nun endlich vor den Harpunen japanischer Waljägern geschützt. Dank des Gerichtsentscheids kann das Walschutzgebiet im Südpolarmeer seiner Bestimmung endlich gerecht werden." Die Entscheidung der Richter nimmt auf die Finnwaljagd im Schutzgebiet explizit Bezug. Die Gewässer um die Antarktis sind die wichtigsten Nahrungsgründe für die stark bedrohten Finnwale der südlichen Hemisphäre. Die Meeressäuger sind gerade hier auf vollständigen Schutz angewiesen, damit die dezimierten Populationen eine Chance auf Erholung haben. 725.000 Finnwale sind dem internationalen Walfang insgesamt zum Opfer gefallen. Ihre Anzahl wird heute auf etwa 18.000 – 20.000 Tiere geschätzt.

    "Seit über 60 Jahren existieren nicht-tödliche, wissenschaftliche Techniken, um Wale zu erforschen, mit denen sich bessere Erkenntnisse erzielen lassen als mit Proben von getöteten Tieren. Es ist höchste Zeit dass das sinnlose Töten unter dem angeblich wissenschaftlichen Deckmäntelchen beendet wurde", sagt Tim vom WWF. Das Urteil hat außerdem Signalwirkung für die – oft schleppende – praktische Umsetzung von internationalen Vereinbarungen zum Schutz der natürlichen Vielfalt (Biodiversität) auf unserem Planeten.

    Das internationale Moratorium für kommerziellen Walfang trat 1986 in Kraft, sieben Jahre später wurde das Walschutzgebiet im Südpolarmeer ausgewiesen. Trotzdem hat Japan hier seitdem mehr als 10.000 Wale getötet. Aufgrund der langsamen Reproduktionszyklen haben sich viele Walarten noch immer nicht von den dramatischen Bestandsrückgängen durch den kommerziellen Walfang erholt. 200.000 Südliche Blauwale lebten im Südpolarmeer, bevor sie im zwanzigsten Jahrhundert massiv bejagt wurden. Derzeit wird die geschrumpfte Population auf etwa 2.300 Tiere geschätzt.

    Neben dem Walfang sind die Meeressäuger nach Angaben des WWF auch vielen anderen Bedrohungen ausgesetzt - hierzu gehören der Klimawandel, die Meeresverschmutzung und das steigenden Risiko, von Schiffen angestoßen zu werden. Größter Bedrohungsfaktor ist dabei die Fischerei - unter anderem auf Beutetiere der Wale: Schätzungsweise 300.000 Wale, Delfine und Tümmler sterben jährlich als Beifang in Schleppnetzen und anderen Fanggeräten.

    Der WWF setzt sich weiter dafür ein, dass die Wale auch vor diesen Gefahren besser geschützt werden.

    Foto: Ein Grönlandwal unter Wasser © naturepl.com / Martha Holmes / WWF-Canon

Kommentare

17 Kommentare
  • Ronja96
    Ronja96 Das sind super Neuigkeiten!!! =)
    1. April 2014
  • screamingeagle
    screamingeagle Toll, dass es endlich geklappt hat!
    1. April 2014
  • Safira
    Safira Ich bin so froh das es endlich passiert ist, dass das Wahlfangen endlich zu Ende ist . Da bin ich so dankbar.
    15. April 2014
  • yellow.peace
    yellow.peace Das ist ja wirklich mal eine gute Nachricht und ein erstaunlicher Fortschritt der Politiker...
    18. April 2014